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Winnetou darf nie zu spät kommen

In zwei Wochen beginnt das neue Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand auf der Freilichtbühne. Ein Probenbesuch zeigt, wie genau Abläufe, Timing und die Arbeit mit Tieren auf der Anlage geübt werden müssen.
Philipp Unterschütz
Tom Volkers (Winnetou) auf dem Pferd und Regisseur Jean Grädel sind mit dem Durchlauf einer Szene zufrieden. (Bilder: Corinne Glanzmann, Engelberg, 20. Juni 2018)

Tom Volkers (Winnetou) auf dem Pferd und Regisseur Jean Grädel sind mit dem Durchlauf einer Szene zufrieden. (Bilder: Corinne Glanzmann, Engelberg, 20. Juni 2018)

«Genau in dem Moment, wo er wegreitet, musst Du reinkommen.» Regisseur Jean Grädel steht mit Regieassistentin Verena Vaucher im Zentrum der weitläufigen Freilichtbühne in Engelberg und gibt den weit entfernten Darstellern des Stücks Winnetou II übers Mikrofon klare Anweisungen. In knapp zwei Wochen, am 6. Juli, ist Premiere. Seit über einem Monat laufen täglich Proben mit den Hauptdarstellern, am Abend sind auch noch die Komparsen dabei.

Bis zur Aufführung geht es insbesondere darum, nach dem Arrangieren und der Feinarbeit an den Szenen Abläufe und Timing zu üben. Wann und wo muss beispielsweise Winnetou (Tom Volkers) losreiten, dass er an einem ganz bestimmten Punkt im richtigen Moment auf Ribanna (siehe Nachgefragt) trifft? Auf der weitläufigen Bühne und unter Mitwirkung von Tieren eine Aufgabe, die nicht einfach ist und viel Disziplin von allen verlangt.«Organisation ist das A und O in einer solchen Riesenanlage», betont Regisseur Grädel. «Wir liegen bestens in der Zeit. Hoffentlich bleibt das Wetter so gut wie bisher, wir mussten nur eine einzige Abendprobe absagen.»

Regisseur Jean Grädel bei den Proben mit Giusy Bringold (Ribanna).

Regisseur Jean Grädel bei den Proben mit Giusy Bringold (Ribanna).

Schauspieler schüren grosse Erwartungen

Jean Grädel ist zufrieden mit seinen Darstellern. «Es sind tolle Leute, wir haben ein sehr gutes Verhältnis.» Er sei in Engelberg sehr gut untergebracht in einer Wohnung, was ein entspanntes Arbeiten erleichtere. «Ich bin ruhig mit Nerven wie Stahlseilen», sagt Jean Grädel und schmunzelt. Hört man sich in den Pausen bei den Schauspielern um, loben alle das gute Klima. «Es macht Riesenspass», sagt Old Shatterhand (Christoph Kottenkamp), der ganz offensichtlich auch im Reiten seit vergangenem Jahr grosse Fortschritte gemacht hat. «Wir haben nicht nur einen, sondern zwei Schritte vorwärts gemacht. Die Bühne wird viel besser ausgenützt, und es ist viel mehr los.»

Der Stil des neuen Regisseurs Jean Grädel kommt bei den Hauptdarstellern an. Fred Lobin, der vergangenes Jahr den Bösewicht Rattler spielte und dieses Jahr als Old Firehand «zu den Guten» gehört, sagt, man spüre Grädels grosse Erfahrung. «Er arbeitet ruhig, strukturiert und mit viel Feingefühl. Wir Schauspieler sind ja Menschen und keine Maschinen.» Obwohl er eigentlich lieber Bösewichte spiele («ich finde, da kann man mehr Facetten ausspielen»), sei er glücklich mit seiner Rolle, er könne sich auch als Privatperson mit Old Firehand identifizieren.

Die «Brämen» machen die Rösser nervös

Auch David Matthäus Zurbuchen, der dieses Jahr den Trapper Sam Hawkens spielt, ist voll des Lobes über die Sozialkompetenz des Regisseurs. Momentan macht ihm allerdings etwas anderes Probleme. «Der Sommer ist da, und mit ihm die ‹Brämen›. Die machen die Rösser ganz nervös und unruhig», sagt er und bemüht sich, sein Pferd unter Kontrolle zu halten.

An der Premiere wird es auch zu einer musikalischen Uraufführung kommen. Am Schluss der Aufführung singt die Luzernerin Eliane Müller (Swiss Music Award-Gewinnerin 2018, Best Female Solo Act) den Song «Friedenstraum» live. Ein Stück des unter anderem durch die Winnetou-Melodien weltbekannten Komponisten Martin Böttcher, in der Bearbeitung des Sarner Tonmeisters Thomas Gabriel.

Der Vorverkauf läuft laut Florian Niffeler, Geschäftsführer der produzierenden Western Open­Air & Theater GmbH, gut. «Wir spüren aber, dass viele Leute kurzfristig buchen, weil sie auf Wetterprognosen warten wollen.» Dabei sei die Tribüne ja überdacht. «Momentan gibt es noch für alle Vorstellungen Billette.» Ziel sei es, in den insgesamt 33 Vorstellungen bis am 12. August 35000 Gäste begrüssen zu können.

Billy Schwyzer (links) und Wisi Barmettler bei letzten Arbeiten an der Westernstadt im öffentlichen Publikumsbereich.

Billy Schwyzer (links) und Wisi Barmettler bei letzten Arbeiten an der Westernstadt im öffentlichen Publikumsbereich.

Neu ist dieses Jahr, dass der Publikumsbereich auch ohne Tickets zugänglich ist. Es wurden Westernhäuser gebaut und sowohl Verpflegungs- und Getränkeangebot wie Kapazitäten erweitert. «Wir haben aufgrund der Erfahrungen des vergangenen Jahres vieles optimiert. Das führt dazu, dass wir mit dem gleichen Budget von 1,85 Millionen Franken insgesamt eine deutlich bessere Qualität als im Vorjahr bieten können», erklärt Florian Niffeler.

Infos und Vorverkauf hier

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