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Winnetou ist im Leben von Tom Volkers ständig präsent

Der Produktionsleiter der Karl May Freilichtspiele Engelberg, Tom Volkers, steckt mitten in der Vorbereitung für die nächste Spielzeit. In seinem Jahresrückblick erklärt er auch, warum Roger Federer ein guter «Winnetou 2018» wäre.
Philipp Unterschütz
Der Produktionsleiter der Karl May Freilichtspiele und Hauptdarsteller Tom Volkers zu Hause in seinem Garten in Giswil. (Bild: Philipp Unterschütz, 18. Dezember 2018)

Der Produktionsleiter der Karl May Freilichtspiele und Hauptdarsteller Tom Volkers zu Hause in seinem Garten in Giswil. (Bild: Philipp Unterschütz, 18. Dezember 2018)

Winnetous Tage zwischen Weihnacht und Neujahr gehören neben der Familie auch seinem Pferd Zorro. Momentan ist Tom Volkers (53), Produktionsleiter und Hauptdarsteller der Karl May Freilichtspiele Engelberg, mit seinem vierbeinigen «Bühnenpartner» Zorro in der Prärie nahe München unterwegs. Denn dort sind die Bühnen-Rösser daheim. Von März bis Mai wird er fast ein Viertel seiner verfügbaren Zeit mit seinem Pferd und dem Stuntkoordinator verbringen. «Ich muss mich absolut auf Zorro verlassen können, es gibt im Stück Szenen, in denen ich ihm mein Leben anvertraue», betont Tom Volkers die Wichtigkeit des gemeinsamen Trainings.

Winnetou ist in Volkers Leben omnipräsent. Momentan steckt er mitten in den Vorbereitungen für die dritte Spielzeit vom 6. Juli bis am 10. August 2019 auf der Engelberger Freilichtbühne. Vom Drehbuch für das Stück «Der Ölprinz» hat er schon etwa 40 Prozent geschrieben und es laufen die Castings für die Schauspieler. «Zwei Castings für Komparsen haben wir bereits gemacht, wir brauchen aber immer noch 30 Krieger.»

Schon mit fünf Jahren war sein Berufswunsch klar

Wenn im Frühsommer die Proben beginnen, bleibt kaum mehr Zeit für anderes. «Auch wenn es Zeiten gibt, wo er nur eine Nebenrolle in meinem Leben spielt, Winnetou ist immer präsent.»

Für seine Rolle als Indianerhäuptling muss auch die Fitness stimmen. Bis vier Mal wöchentlich wird im Fitnesszentrum in Sarnen geschwitzt. «Das mache ich aber nicht nur wegen Winnetou. Sport ist für mich eine Lebenseinstellung», sagt Tom Volkers, der aus Ostdeutschland stammt und dort ursprünglich Sportlehrer studierte und später noch Musikpädagoge. «Schon als 5-jähriger Bub wollte ich Indianerdarsteller werden. Meine Eltern erlaubten das Studium in der Darstellenden Kunst aber nicht, weshalb ich meine Schauspielausbildung erst mit 32 Jahren bei der Landesbühne Sachsen begann.» Und danach folgte auch gleich die erste Rolle als Winnetou. Engelberg ist bereits die fünfte Bühne, auf der Tom Volkers den Apachenhäuptling verkörpert.

Tim Volkers als Winnetou mit dem Pferd Zorro an der Premiere des Stücks Winnetou II. (Bild: Romano Cuonz, Engelberg, 6. Juli 2018)

Tim Volkers als Winnetou mit dem Pferd Zorro an der Premiere des Stücks Winnetou II. (Bild: Romano Cuonz, Engelberg, 6. Juli 2018)

Dabei ist es eigentlich gar nicht selbstverständlich, dass die Erzählungen von Karl May sein Leben dermassen beeinflussen. «Karl May war in der DDR auf dem Index, wir lasen die Geschichten als Jugendliche heimlich», erzählt Tom. Die Bücher hätten ihm jeweils sein Vater und ein Onkel in Buchantiquariaten in Ungarn besorgt. Die Familie hätte deshalb auch gelassen reagiert, als er nach einem Vortrag über eine Karl-May-Geschichte in der Schule die beste Note für die Präsentation bekam, und zugleich die schlechteste für die «Frechheit der Themenwahl».

Und wie viel Winnetou steckt denn nun eigentlich in Tom Volkers? Tom lacht, das müsse man eigentlich seine Bekannten fragen. Aber es gebe schon so einige Parallelen. «Er hat Ideale, ich auch, obwohl ich sie nicht immer erreiche. Wir bringen Leute zusammen, wollen Menschen helfen und unterstützen. Manchmal erfüllen wir sogar Träume.» Das sportliche Element, die Liebe zu Natur und Tieren, Werte wie Freundschaft und Charakterstärke seien weitere Gemeinsamkeiten.

Über die Frage, wem er denn einen imaginären Titel «Winnetou 2018» verleihen würde, muss Tom nachdenken. «Eine absolute Lichtgestalt sehe ich nicht. Aber am ehesten wäre das Roger Federer.» Seit Jahren stehe er für Ehrlichkeit, sauberen Sport und ein skandalfreies Leben. «Ich kaufe ihm das ab, und er ist ein wirklich guter Botschafter für die Schweiz.» Auch die vielen unbekannten Helden des Alltags seien eigentlich kleine Winnetous – Pflegepersonal, Sterbebegleiter, Angestellte in Tierheimen und viele mehr.

Irgendwann möchte Winnetou Schweizer sein

Seit einem guten halben Jahr lebt Tom Volkers mit seiner Partnerin und ihren drei Kindern in einem Einfamilienhaus in Giswil. Nicht zu vergessen auch die halbjährige norwegische Waldkatze Twinkle, die unser Gespräch, auf dem Wohnzimmertisch liegend, aufmerksam mitverfolgt. Den fantastischen Blick vom grossen Garten aus in die Berge kann man an diesem Nebeltag allerdings nur erahnen. In Engelberg hätten sie damals kein geeignetes Objekt gefunden, erklärt Tom Volkers die Wahl des Wohnsitzes, aber «die Natur hier ist auch wunderschön, wir haben uns bestens eingelebt, haben eine tolle Nachbarschaft – ich fühle mich eingebunden.»

Überhaupt, die Schweiz liege ihm sehr nahe. Seit 2007 lebt er hier, unter anderem in Stein am Rhein oder auf dem Hochstuckli. Er wolle auch die Schweizer Staatsbürgerschaft beantragen. «Ich will mich hier integrieren. Die Schweiz steht mir in vielen Werten näher als Deutschland.» Dazu gehörten beispielsweise Zuverlässigkeit, die gegenseitige Hilfe und das Einstehen füreinander.

Nun am Jahresende dürfe er auf ein gutes Jahr zurückblicken. «Es klingt vielleicht trivial, aber ich bin froh, dass wir doch in vielen Teilen der Welt Frieden haben. Man vermisst die Dinge ja erst, wenn man sie nicht mehr hat.» Wichtig waren auch das Zusammenziehen mit seiner Partnerin, der schöne Sommer, die gute Zeit, die er mit seiner Mutter (77) trotz ihrer altersbedingten Gebrechen verbringen könne. Und natürlich die Winnetou-Freilichtspiele mit grösstenteils positiven Rückmeldungen. Auch wenn man dem wirtschaftlichen Erfolg etwas nachrennen müsse, weil die Besucherzahlen nicht den Erwartungen entsprochen hätten. «Ich bin auch sehr dankbar, dass mir trotz etlicher gefährlicher Szenen, die sonst fast nur Stuntleute machen, nie etwas passiert ist.»

www.winnetou.ch

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