Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Sarner Familie kämpft weiter mit ihrem kranken Sohn

Ein Jahr mit vielen Tiefschlägen, aber auch freudigen Momenten hat Familie Kollros aus Sarnen erlebt. Nach einer langen Zeit im Spital kam im Mai endlich Baby Mattia heim. Zurzeit ist er krank, die Familie lässt aber den Kopf nicht hängen.
Marion Wannemacher
Claudia und Severin Kollros mit ihren Kindern Mattia, Marlon und Elio (von links). (Bilder: PD)

Claudia und Severin Kollros mit ihren Kindern Mattia, Marlon und Elio (von links). (Bilder: PD)

«Wenn er daheim ist, rechnen wir ständig mit allem», hatte Severin Kollros noch Anfang April über seinen jüngsten Sohn Mattia gesagt. Damals war das Baby acht Monate alt, hatte die meiste Zeit seines Lebens im Spital verbracht (wir berichteten) und zahlreiche Operationen überstehen müssen. Mattia hat Trisomie 21 und war als Frühchen auf die Welt gekommen. Die Folgen eines Darminfekts und ein Loch im Zwerchfell hatten ihm den Start in sein Leben erschwert. Keine einfache Situation für die ganze fünfköpfige Familie, zumal Familienvater Severin Kollros, seine Arbeit als Marketingleiter bei einem Luzerner Unternehmen verloren hatte.

Claudia Kollros verarbeitete die Erlebnisse in einem Blog. Dieser sowie der Artikel in der Obwaldner Zeitung und ein Interview auf einem regionalen Privatsender lösten ein entsprechendes Echo aus. Institutionen, die Obwaldner Familien unterstützen, ermöglichten ihnen Entlastungsstunden über das Schweizerische Rote Kreuz. Luzerner Studentinnen verfassen anhand von Mattias Beispiel eine Diplomarbeit über Pränataldiagnostik. Und beim Einkaufen wird die Familie immer wieder angesprochen.

Seit Mai ist Mattia daheim und hat zugenommen

Mattia erhält von seinem Bruder den Schoppen.

Mattia erhält von seinem Bruder den Schoppen.

Doch wie geht es Mattia und der ganzen Familie mittlerweile? «Er ist seit dem 10. Mai daheim und hat seitdem nur kleine operative Eingriffe durchstehen müssen. Mattia hat zugenommen und hat nun mit 7 Kilo und 200 Gramm die unterste Linie der Perzentile (Durchschnittskurve für Längenwachstum und Gewichtsentwicklung von Kindern) erreicht», erzählt Claudia Kollros. Doch seit ein paar Tagen sei er schwer erkältet.

Wenn ihre beiden anderen Buben, Elio (5 Jahre) und Marlon (3 Jahre), hohes Fieber hätten, mache sie sich weniger Sorgen. «Bei Mattia muss man einfach mit allem rechnen», sagt sie. Drei Lungenentzündungen hat das Baby bereits durchstehen müssen, eine weitere gelte es zu verhindern. Dazu kommen akut auch Probleme mit dem Darm. Sie seien in engem Kontakt mit dem Kinderarzt, berichtet sie. Das Ehepaar Kollros geht so entspannt wie möglich an die Situation. Routiniert versorgen sie ihren Sprössling medizinisch. «Wenn die Sauerstoffsättigung abfällt, müssen wir rasch reagieren», sagt sie. Eine Schlafmaske sowie eine Nasenbrille helfen bei der Versorgung mit Sauerstoff. Claudias Mutter, die Kinderspitex und der Entlastungsdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes einmal in der Woche stehen ihnen bei.

Auch Mattias Brüder haben sich an die Situation gewöhnt. Wer zu den Kollros nach Hause kommt, wird von ihnen zum Händewaschen und Desinfizieren aufgefordert, wenn das der Gast noch nicht wisse. In Watte packen sie Mattia trotzdem nicht. «Der kleine Bruder wird einfach mit einbezogen. Wenn er fit ist, findet Mattia das cool. Die Brüder sind für ihn Vorbilder. Er signalisiert, wenn er seine Ruhe will und wir bringen das Elio und Marlon bei. Sie machen es wirklich gut.»

Akuter Schlafmangel macht dem Ehepaar zu schaffen

Die aktuell grösste Sorge der Familie ist auch für einmal nicht Mattias Gesundheitszustand, sondern die Stellensuche von Severin, der sich zusätzlich gezielt weiterbildet. Trotz zahlreicher Bewerbungen wolle es bislang nicht mal mit einem Vorstellungsgespräch klappen, sagt die gebürtige Alpnacherin. Das nage an ihm. Ängste kämen auf. Das Klagen liegt dem Ehepaar trotzdem nicht. «Wir haben immer wieder Hoffnung und legen den Fokus darauf, was Severin möchte und kann. Ich bin überzeugt, dass du anziehst, worauf du dich fokussierst.»

Unterdessen hat Claudia Kollros ein Buch über ihre Geschichte mit Mattia geschrieben. Auch baue sie eine Onlineberatung für junge Mütter auf, um damit ihr eigenes Unternehmen zu starten, erzählt sie. «Was uns allmählich belastet, ist der akute Schlafmangel bei Severin und mir», räumt Claudia Kollros ein. Auch wünschten sich beide mal eine kleine Auszeit für sich als Ehepaar: «Mal etwas miteinander trinken gehen können oder ein Nachtessen zu zweit», sagt sie. Doch wer sollte dann Mattia hüten?

Die Mutter dreier Kinder ist im Mai 40 Jahre geworden. «Aus meiner Sicht war es trotz aller Rückschläge ein gutes Jahr», lautet ihr persönliches Fazit für 2018. «Ich bin an meiner Persönlichkeit gewachsen und habe gemerkt, wo mein Potenzial ist und was mein Weg ist.» Die Liebe zwischen ihrem Mann und ihr gebe ihnen Kraft. «Dass wir als Team unterwegs sind, eine wunderbare Familie haben und echte Freunde haben, ist sehr wertvoll. Wir sind dankbar für das, was wir haben.»

Buchlesung von Claudia Kollros am 14. März 2019 um 19.30 Uhr im Chessi, ehemaliger Hirschen, neben Kino Sarnen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.