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Ramersberger vermissen gute Busverbindung

Anwohner ärgern sich seit Jahren über die mangelnde Anbindung ihres Dörfchens an den öffentlichen Verkehr. Die offizielle Haltestelle Schwanderstrasse mit steilem Anstieg zum Dorf empfinden sie als Zumutung.
Marion Wannemacher
Die Postauto-Haltestelle Ramersberg. (Bild: Corinne Glanzmann (19. Juni 2018))

Die Postauto-Haltestelle Ramersberg. (Bild: Corinne Glanzmann (19. Juni 2018))

Wer Ramersberg im Online-Fahrplan der SBB eingibt, hat täglich viele Verbindungen zur Auswahl. Was der Ortsunkundige nicht weiss: Der offizielle Postautokurs hält an der Abzweigung nach Ramersberg. Der ÖV-Nutzer muss noch über einen halben Kilometer eine steile, kurvenreiche Strecke bis ins Dörfchen hochwandern (mit 75 Metern Höhenunterschied).

Schon lange ärgern sich Einwohner von Ramersberg über die mangelnde Anbindung. Dazu gehören auch Maria und Josef Kiser. «Seit wohl 35 Jahren fährt der offizielle Bus schon nicht mehr. Doch früher konnte man wenigstens den Schulbus mitnutzen.» Ohne jeglich Vororientierung der Gemeinde Sarnen habe es plötzlich geheissen, dass diesen nur noch Schulkinder nutzen dürften, alle anderen nicht mehr.

Die Kisers selbst haben ein Auto, aber sie sorgen sich um ihr Dorf. «Wir haben Nachbarn, die aus Altersgründen kein Auto mehr haben», betonen sie. Zu Fuss bis zur Haltestelle zu gehen komme gerade für ältere Ramersberger nicht in Frage: «Das ist absolut indiskutabel, da kann man gerade so gut gleich nach Sarnen laufen. Das kommt höchstens für die Jüngeren zwischen zwanzig und dreissig Jahren in Frage», finden sie. Bereits seit längerem haben sich Maria und Josef Kiser für die Anbindung ihres Dorfs an den ÖV eingesetzt. An der letzten Einwohnergemeindeversammlung fragten sie deshalb, was der Gemeinderat dazu unternehmen wolle.

Für den Bund gilt das Gebiet als erschlossen

Ivo Näpflin, Leiter Planung im Fachbereich Bau-/und Raumentwicklung bei der Einwohngemeinde Sarnen, signalisiert Verständnis. «Nach Massgabe des Bundesamtes für Verkehr gilt das Siedlungsgebiet als erschlossen. Die Qualität der Erschliessung ist eine andere Frage», hält er fest. Die Kinder aus Ramersberg sind zur Nutzung des Schulbusses berechtigt. Die schweizweite Einführung der Gurttragepflicht seit 2006 in Reisecars gilt auch für die konzessionierte Linie des regionalen Personennahverkehrs. Daher dürften den Schülern in den Kleinbussen auch keine Stehplätze angeboten werden, stellt Näpflin klar.

Der Kleinbus biete 16 Plätze, von denen aktuell 13 für Kindergarten- und Primarschüler fest vergeben seien. Kinder der Oberstufe nutzen normalerweise den Linienbus an der Haltestelle Abzweigung Ramersberg oder einen der freien Plätze im Schulbus, je nach Schulanfangszeit. Vor der Einführung der Gurttragepflicht konnten andere Ramersberger in den Schulbus zusteigen, was wohl im Ermessen des jeweiligen Chauffeurs gelegen habe, so Näpflin.

Gemeinde untersucht verschiedene Varianten

«Die Gemeinde möchte insbesondere für die älteren Bewohnerinnen und Bewohner ein Grundangebot schaffen», betont Näpflin. Man sei daran, verschiedene Varianten zur Erschliessung von Ramersberg und des Industriegebiets von Sarnen zu untersuchen. Genauere Details könne er dazu noch nicht nennen. «Neben der Einbindung in den Fahrplan und der Abstimmung mit den Schulzeiten werden auch die Kosten sowie die Finanzierung geklärt», informiert er.

Maria und Josef Kiser jedenfalls geben sich skeptisch. Von Seiten der Gemeinde hätten sie schon mehrfach zu hören bekommen: «Ja, wir kennen das Problem, wir arbeiten daran, es ist eine Finanzfrage.»

Auch die CVP-Kantonsrätin Vreni Kiser, die in der Nähe der Abzweigung nach Ramersberg wohnt, hält es für wichtig, die Situation zu ändern. «Es geht nicht nur um die Einheimischen, ich sehe auch Touristen ins Dorf hochlaufen.» Wer in Ramersberg wohne, versuche sicher möglichst lang, Auto zu fahren, weil er darauf angewiesen sei, betont sie. Gegenseitige Hilfe sei schon da, anderseits, die Hemmschwelle gross, diese zu beanspruchen.

Wenn es nach Josef und Maria Kiser ginge, wüssten sie schon, wie ihre Ideallösung im Ramersberg aussehen sollte: «Wir wollen, was wir hatten, keinen Postautokurs, sondern einfach den Schulbus mitnutzen, am besten vier Mal am Tag, vor allem auch am Nachmittag. Dann muss es halt ein grösserer Bus eingesetzt werden.»

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