WIRTSCHAFTSFÖRDERER: Wie wurde StratXX nach Obwalden gelockt?

Die Firma StratXX zügelt von Willisau nach Kägiswil. Firmenchef Kamal Alavi will dort bis Ende 2009 für 30 Millionen Franken ein Produktions- und Firmengebäude bauen. Was hat den Ausschlag für den Entscheid gegeben?

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Knut Hackbarth, Wirtschaftsförderer des Kantons Obwalden. (Archivbild Markus von Rotz/Neue OZ)

Knut Hackbarth, Wirtschaftsförderer des Kantons Obwalden. (Archivbild Markus von Rotz/Neue OZ)

Die Firma StratXX verspricht 150 neue Arbeitsplätze. In Willisau war von 600 die Rede. Wie realistisch sind solche Zahlen?

Knut Hackbarth, Obwaldner Wirtschaftsförderer: Eine Prognose aus unserer Sicht ist nicht möglich. Wenn bei StratXX das Geschäft gut läuft, wie zum Beispiel letztes Jahr bei Maxon Motors, dann können auch viele neue Mitarbeiter angestellt werden. Wir erwarten jedoch nicht, dass in den nächsten Monaten schon Hunderte von Leuten angestellt werden.

Mit welchen «Zückerli» haben Sie die Firma nach Obwalden gelockt?

Hackbarth: Herr Alavi hat Obwalden gefunden. Er war auf der Suche nach einem guten Standort, hat bei uns vorgesprochen und wir haben ihn gut und schnell betreut. Das ist sicher eine unserer Stärken: Als kleiner Kanton können wir sec und schnell reagieren. Konkret war das zum Beispiel bei den Landverhandlungen mit der Korporation der Fall. Matchentscheidend war wohl die Nähe zum Flugplatz Kägiswil.

Wo liegen die Risiken?

Hackbarth: Da der Kanton nicht in das Unternehmen investiert, bestehen keine finanziellen Risiken. StratXX muss ein gutes Produkt entwickeln und es verkaufen können. Neben der technischen Realisierbarkeit muss auch das Timing stimmen, die Konkurrenz schläft nicht.

Welchen Einfluss haben die Steuern?

Hackbarth: Für ein Start-up-Unternehmen sind Steuern irrelevant. Solche Unternehmen weisen in der Regel keine Gewinne aus, sondern investieren ins Wachstum, wenn sie schwarze Zahlen schreiben. Die optimale Steuersituation ist jedoch langfristig ein Pluspunkt, damit Firmen und deren Mitarbeiter nach Obwalden ziehen.

Interview von Luca Wolf/Neue OZ