Leserbrief
«Wo bleibt der Respekt?»

«Nein zu einem 5G-Moratorium», Ausgabe vom 30. Mai

Elisabeth Nigg, Kerns
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5G-Antennen bleiben ein Dauerthema.

5G-Antennen bleiben ein Dauerthema.

Bild: PD

Wir leben in einer Demokratie mit persönlichen Rechten und Pflichten. Eines der Rechte ist die Teilnahme als Besucher an Kantonsratssitzungen, von welchem ich Gebrauch gemacht habe. Echte, lebendige Demokratie kann nur gemeinsam mit dem Volk gelingen.

Bei der letzten Kantonsratssitzung war eines der Geschäfte die»Motion betreffend Baumoratorium für 5G». Die neue Mobilfunktechnologie 5G betrifft uns alle und wird unser Leben massiv beeinflussen. Deshalb sollte eine Einführung gut überlegt sein. Fragen über gesundheitliche Auswirkungen auf Mensch, Tier und die Umwelt sind berechtigt. Zurzeit gibt es viele Studien, jedoch keine unabhängige Studie, welche die Unbedenklichkeit dieser Funkstrahlen beweist. Ein Moratorium, wie es mehrere Kantone und Gemeinden eingeführt haben, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt angebracht.

Leider hat es die Mehrheit unseres Parlaments versäumt, mutig ein Zeichen zu setzen und sich für das gesundheitliche Vorsorgeprinzip auszusprechen. Die wirtschaftlichen Interessen haben gegenüber unserer Gesundheit gesiegt. Ist die Bevölkerung tatsächlich gewillt, sich für solche Experimente zur Verfügung zu stellen? Der Entscheid über die Einführung von 5G darf nicht nur von wirtschaftsfreundlichen Volksvertretern geprägt sein. Das ganze Volk muss mitentscheiden.

Die gegenwärtige Coronakrise lehrt uns, dass wirtschaftliches Wachstum nur durch wohlüberlegtes Handeln und anderseits im Gleichgewicht mit ernsthaften Abklärungen von gesundheitlichen Auswirkungen möglich ist.

Beim Besuch der letzten Kantonsratssitzung hat mich das Verhalten einzelner Parlamentarier enttäuscht. Da konnte ich beobachten, dass sich während der Sitzung einzelne Ratsmitglieder mit ihrem Handy die Zeit vertreiben. Ich frage mich, wo die Würde und der Respekt gegenüber den Ratskollegen und dem Obwaldnervolk bleibt? Wollen wir wirklich von solchen Parlamentariern vertreten werden? Vielleicht wäre es an der Zeit über klare Regelungen zum Handygebrauch während der Kantonsratssitzungen nachzudenken.