Wohnungsnot im Klosterdorf

Im Obwaldner Tourismusort findet man kaum mehr erschwingliche Wohnungen, klagt die SP. Die Lage sei akut. Der Gemeinderat dagegen will abwarten.

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Im Tourismusort Engelberg arbeiten fast 80 Prozent der Erwerbstätigen in der Dienstleistungbranche. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Im Tourismusort Engelberg arbeiten fast 80 Prozent der Erwerbstätigen in der Dienstleistungbranche. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

«Wir sind grundsätzlich nicht verantwortlich für Mietwohnungen», sagte Engelbergs Talammann Martin Odermatt neulich an der Gemeindeversammlung. Er reagierte damit auf ein Anliegen der SP, die vom Gemeinderat wissen wollte, ob er sich um günstige Mietwohnungen kümmere. Denn solche, so findet die SP, sind in Engelberg viel zu rar.

Die Präsidentin der SP Engelberg, Elisabeth Brun, erklärt das Problem: «In Engelberg arbeiten viele Leute im Dienstleistungsbereich. Jene mit tiefen Löhnen haben grosse Mühe, überhaupt noch eine erschwingliche Mietwohnung im Dorf zu finden.» Tatsächlich arbeiten im Tourismusort fast 80 Prozent aller Erwerbstätigen in der Dienstleistungbranche. Als Beispiel nennt Brun eine Raumpflegerin, die für ihre Familie eine 4-Zimmer-Wohnung suche. Sie könne höchstens 1800 Franken zahlen, doch eine solche Wohnung sei in Engelberg kaum zu finden.

Dies sieht auch Beat Wicki so, der Geschäftsleiter des Mieterverbands Luzern, Obwalden, Nidwalden und Uri. Zwar stünden Gemeinden gesetzlich nicht in der Pflicht, für günstige Wohnungen zu sorgen. «Doch sie können gesetzliche Grundlagen schaffen.» Es liege schliesslich auch im Interesse der Gemeinde, dass «Mieter mit unterem Einkommen nicht verdrängt werden», sagt Wicki.

Am Beispiel von Meggen zeige sich ein wirksames Instrument, zu dem eine Gemeinde greifen könne: Bereits bei Einzonungen würden hier Eigentümer verpflichtet, «auch zahlbare Wohnungen zur Verfügung zu stellen».


Geri Wyss und Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.