WOLF IN OBWALDEN: Kleine Herden sind kaum zu schützen

Der Wolf ist da. Wird er noch mehr Schafe reissen? Und schiesst man ihn dann ab? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Wolf im Tierpark Goldau im Oktober 2008. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Wolf im Tierpark Goldau im Oktober 2008. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Wie kam der Wolf ins Melchtal?
Das ist schwer zu sagen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen Wolf italienischer Abstammung. Es könnte jener Wolf sein, der im Sommer in Uri gesichtet wurde. Möglich ist auch, dass er aus dem Wallis kam. Der Wolf kann problemlos Alpenkämme überqueren und ist ein guter Schwimmer. Aufgehalten werden seine langen Wanderungen eher durch Autobahnen und besiedelte Gebiete.

Hört man im Melchtal nun Wolfsgeheul?
Nein. Wölfe als Einzelgänger heulen praktisch nie. Das Geheul ist eine Form der Kommunikation in Rudeln.

Bleibt der Wolf im Melchtal?
Darüber kann man nur spekulieren. Möglich ist, dass er in ein paar Tagen weiterzieht. Junge Männchen können auf ihren nächtlichen Streifzügen bis zu 60 Kilometer zurücklegen. Möglich ist aber auch, dass der Wolf in Obwalden bleibt. In Graubünden etwa lebt seit mehreren Jahren ein Wolf, der «sein» Revier nicht mehr verlässt.

Müssen Wanderer Angst haben?
Nein. Wölfe stellen für Menschen keine Gefahr dar. Sie sind ausgesprochen scheue Tiere. In Mitteleuropa und in Kanada, wo über 60'000 Wölfe leben, ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein gesunder Wolf spontan einen Menschen angegriffen hätte.

Adrian Venetz

Mehr Fragen und Antworten lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.