Zahl der Straftaten in Obwalden nahm zu

1337 für das Strafgesetz relevante Taten registrierte die Obwaldner Kantonspolizei im vergangenen Jahr. Zugenommen haben Vermögensdelikte wie Diebstahl oder Betrug.

Martin Uebelhart
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Obwaldens Polizisten hatten auch 2018 viel Arbeit. (Bild: Markus von Rotz)

Obwaldens Polizisten hatten auch 2018 viel Arbeit. (Bild: Markus von Rotz)

Die Kantonspolizei Obwalden hat im vergangenen Jahr insgesamt 1337 Straftaten nach Strafgesetzbuch aufgenommen – acht Prozent mehr als 2017. «Bei den relativ geringen Fallzahlen in unserem Kanton können sich schon wenige Straftaten deutlich in der Statistik bemerkbar machen», sagt Christoph Fries, Leiter der Kriminalpolizei, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dieses Phänomen zeige sich auch bei der Aufklärungsquote. Sie lag in Obwalden 2018 bei 56,6 Prozent, deutlich über dem schweizerischen Mittel von knapp 38 Prozent. «Dieser Wert kann sich schnell verändern, zum Beispiel wenn es einen höheren Anteil an Kriminaltourismus gibt. Fälle, die aufwendiger zum Aufklären sind.» Fries führt die Quote, die in Obwalden schon seit Jahren um die 50 Prozent liegt, auch auf die gute Arbeit des kriminaltechnischen Dienstes zurück: «Wir sichern konsequent Spuren und das erhöht die Chancen, dass wir einen Treffer landen.»

Hohe Dunkelziffer bei Betrugsdelikten

Die am Montag veröffentlichte Kriminalitätsstatistik weist entgegen der nationalen Tendenz eine Zunahme bei den Vermögensdelikten, insbesondere Diebstahl, aus. 316 Diebstähle (ohne Fahrzeugdiebstahl) waren zu verzeichnen (+ 11%). Auch die Einbruchdiebstähle sind nach mehreren Jahren des Rückgangs wieder leicht angestiegen. Im Bereich des Betrugs ist eine Steigerung um 31 Prozent auf 67 Delikte zu registrieren. Dabei dürfte zudem eine hohe Dunkelziffer existieren. Viele Betrugsversuche via Telefon und Internet – und zum Teil aus Scham auch vollendeter Betrug –, würden nicht angezeigt, schreibt die Polizei. Auch in den Bereichen der Gewalt- (138, + 7 %) und Sexualdelikte (32, + 52 %) waren wieder mehr Straftaten zu bearbeiten.

Während im Jahr 2017 sieben Fälle im Bereich des schweren Betäubungsmittelhandels bearbeitet wurden - was vor allem auf einen Fallkomplex zurückzuführen war - wurde im Jahr 2018 in 16 Fällen in der Kategorie des leichten Handels ermittelt. Die Einfuhr von Betäubungsmitteln wurde vermehrt anzeigt.

Kriminalstatistik Obwalden 2018.pdf