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Zu wenige Ambulanzen in Obwalden?

Der gemeinsame Zentralschweizer Rettungsdienst bedeute für Obwalden längere Anfahrtszeiten und mehr Helikoptereinsätze, kritisieren Kantonsräte.
Franziska Herger
Ambulanz am Kantonsspital Obwalden in Sarnen. (Bild: PD)

Ambulanz am Kantonsspital Obwalden in Sarnen. (Bild: PD)

Die Zusammenlegung der Zentralschweizer Rettungsdienste vor einem Jahr sollte erreichen, dass die Rettungswagen im Notfall schneller vor Ort sind. Innerhalb einer Viertelstunde wollen die Notfalldienste Unfallstellen erreichen. Die Kantonsspitäler Luzern, Nidwalden, Obwalden und Uri bildeten daher einen gemeinsamen Fahrzeugpool. Luzern und Stans werden in einsatzintensiven Zeiten durch weniger ausgelastete Fahrzeuge aus Obwalden und Uri verstärkt.

Daran wird nun in Obwalden Kritik laut. In derselben Interpellation, die auch die Sorgen der Obwaldner First Responder vor einer zentralschweizerischen Zusammenarbeit aufnimmt (siehe Ausgabe vom 31. Oktober) wollen Adrian Haueter (CVP, Sarnen), Petra Rohrer-Stimming (CVP, Sachseln) und über 40 Mitunterzeichnende wissen, ob die Zusammenarbeit mit Luzern bereits wieder zu hinterfragen sei. «Das Konzept ‹nur noch ein Rettungsfahrzeug im Kanton› bedeutet weniger Flexibilität vor Ort, längere Anfahrtszeiten und offenbar vermehrte Helikoptereinsätze», schreiben sie. Ein Durchkommen der Fahrzeuge aus Luzern sei aufgrund des stetig zunehmenden Verkehrs und der Baustellen am Lopper teilweise kaum noch möglich.

Transparenz bei den Einsatzzeiten gefordert

Die Interpellanten erfragen daher genauere Informationen zu Einsatzzeiten, Helikoptereinsätzen und der Kostenentwicklung seit der Zusammenlegung. «Damit sollten Kosten gespart werden», führt Adrian Haueter aus. «Aber Helikopterflüge sind auch teuer, daher braucht es nun Kostentransparenz und auch Transparenz hinsichtlich der Entwicklung der Einsatzzeiten, was in der Rettung ein entscheidender Faktor ist.»

Zahlen der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega zeigen, dass seit der Zusammenlegung der Rettungsdienste im September 2018 die Einsatzzahlen tatsächlich zugenommen haben. Bis September dieses Jahres wurden 778 Einsätze von der Basis Erstfeld aus geflogen, gegenüber 719 in der Vorjahresperiode. Das entspricht einer Zunahme von 8 Prozent.

Doch: Die Einsatzzahlen der Rega steigen seit längerem an. Von September 2016 bis September 2017 wurden 614 Einsätze geflogen, also ganze 15 Prozent weniger als in den nächsten 12 Monaten. Karin Zahner, Mediensprecherin der Rega, hält denn auch fest: «Die Einsatzzahlen der Rega widerspiegeln die Wetterbedingungen, das Freizeitverhalten und die Reisetätigkeit der Schweizer Bevölkerung sowie ausländischer Touristen in der Schweiz. Die Einsatztätigkeit ist deshalb immer gewissen Schwankungen ausgesetzt.»

Genaue Daten Anfang 2020 erwartet

Genaue Daten zur Auswirkung des neuen Rettungsdienst-Systems sind auch beim Kanton nicht erhältlich. Man wolle erste Auswertungen des Pilotprojekts abwarten, sagt Patrick Csomor, Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts, auf Anfrage. «Es wäre auch für uns wichtig, eine präzise Antwort auf die Fragen der Interpellanten zu haben.» Konkrete Zahlen seien jedoch frühestens ab Anfang 2020 zu erwarten, da das Pilotprojekt bis Ende Jahr läuft.

Schon in der Anfangsphase hatte das Projekt in Luzern für Skepsis gesorgt. CVP-Kantonsrat Carlo Piani befürchtete im Juli 2018 in einem parlamentarischen Vorstoss eine Verschlechterung der Notfallversorgung in ländlichen Gebieten. Die Luzerner Regierung verteidigte jedoch den Zusammenschluss. Es handle sich dabei nicht um eine Zentralisierung, betonte sie.

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