ZÜRICH / LUNGERN: Obwaldner gelingt mit Freddy Nock Weltrekord

Extremartist Freddy Nock hat seiner Weltrekord-Sammlung eine weitre Trophäe beifügen können: Zusammen mit sechs Laien-Töfffahrern, darunter Ron Regener aus Lungern, kreiste er rund eine Minute lang in einer metallenen Kugel.

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Freddy Nock (vorne) mit seinem Team. Ron Regener aus Lungern posiert als zweiter von rechts. (Bild: Keystone)

Freddy Nock (vorne) mit seinem Team. Ron Regener aus Lungern posiert als zweiter von rechts. (Bild: Keystone)

Die Show am Donnerstag kurz vor Mittag stieg im Rahmen der Töff-Messe Swiss Moto, die am gleichen Vormittag ihre Tore geöffnet hatte. Noch nie zuvor waren gleich sieben Motorradfahrer - davon sechs Laien - gleichzeitig in der Kugel gefahren. Freddy Nock, der Weltrekorde sammelt, wie andere schöne Vasen, hat es geschafft. Eine ähnliche Show wird nun täglich mehrmals an der Swiss Moto gezeigt.

«Global Speed» wird sie heute weltläufig genannt - «Todeskugel» nannte man sie früher dramatisch. Das Gerät ist das Gleiche: Eine Kugel aus stabilem Metallgeflecht mit einem Durchmesser von 4,9 Metern. Darin drehen Motorradfahrer mit ihren Maschinen Runden. Die Schwierigkeit ist, sich dabei nicht in die Quere zu kommen. Denn sonst folgt der Absturz.

Sicherheitshalber haben sich denn auch draussen vor der schwarz ausgekleideten Halle in der Messe Zürich Sanitäter mit einer Bahre postiert. In den Rängen sitzen dichtgedrängt die Neugierigen. Die Organisatoren haben richtig kalkuliert: Die Ankündigung des Weltrekordversuchs und der Namen Freddy Nock haben gleich zu Beginn der Messe zahlreiche Leute angelockt.

150 meldeten sich nach Aufruf

Kurz nach 11 Uhr: Dröhnende Musik setzt ein. Freddy Nock tritt unter viel Applaus vor die Menge. Der Speaker erzählt, dass sich auf den Aufruf zum Rekordversuch hin rund «hundertfünfzig Wahnsinnige» gemeldet hätten. In einem Casting wählte man schliesslich 13 aus.

Freddy Nock (vorne) mit seinem Team. Ron Regener aus Lungern posiert als zweiter von rechts. (Bild: Keystone)

Freddy Nock (vorne) mit seinem Team. Ron Regener aus Lungern posiert als zweiter von rechts. (Bild: Keystone)

Zweieinhalb Monate lang habe man trainiert, sagt Nock. Manchen Sturz habe es gegeben, aber ernsthaft verletzt worden sei niemand. Zwei Frauen hätten aufgegeben - zu hart, zu nervenaufreibend das Ganze. Beim Rekordversuch machen nun ausschliesslich Männer mit. Das wichtigste sei, so Nock, beim Kreisen feste Bahnen und einen festen Abstand einzuhalten.

Kurze Pause - eine junge Sängerin tritt auf, Adriana, die den Song zum Weltrekordversuch geschrieben hat, wie der Speaker sagt: «Get Awake» (Wach auf). Der Lautstärkepegel steigt ins Schmerzhafte.

Einzug der «Gladiatoren»

Jetzt folgt der Einzug der «Gladiatoren». Drei Fahrer schlüpfen mit ihren Maschinen durch die kurz geöffnete Luke in die Kugel, nehmen schaukelnd Schwung, dann kreisen sie um den «Äquator» der Kugel. Der vierte folgt, schraubt sich in die Höhe und reiht sich zwischen den andern ein.

Kurz hintereinander folgen der fünfte, sechste und siebte Fahrer. Sie ziehen ihre Kreise in der unteren Kugelhälfte. Der Timer läuft. Ohrenbetäubendes Motorengeknatter und stinkende Abgasschwaden begleiten die tollkühnen Männer auf ihren kreisenden Maschinen.

Die 30 Sekunden verstreichen, noch immer drehen sie ihre Runden. Nach 58 Sekunden bremsen die unteren ab, kommen zum Stillstand und schlüpfen rasch durch die geöffnete Luke, die sich hinter ihnen gleich wieder schliesst.

Die vier Verbleibenden kreisen noch etwa eine Minute weiter, bis auch sie abbremsen und die Kugel verlassen. Begeisterter Applaus brandet auf. Weltrekord, Show und Werbeeffekt sind gelungen.

sda

Freddy Nock (mitte, dunkels Dress) schafft den Weltrekord. (Bild: Keystone)

Freddy Nock (mitte, dunkels Dress) schafft den Weltrekord. (Bild: Keystone)