Steinschlag auf der Brüniglinie: Bistrowagen der Zentralbahn wird getroffen

Ein Bistrowagen des Luzern-Interlaken-Express der Zentralbahn ist am Sonntag von einem Stein getroffen worden. Verletzt wurde beim Vorfall zwischen Giswil und Lungern niemand.

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(jus/cgl) Ein Zug der Zentralbahn ist am Sonntag von einem Stein getroffen worden. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall um zirka 13.45 Uhr kurz vor Lungern. Betroffen war der Luzern-Interlaken-Express, welcher Luzern um 13.06 Uhr verlassen hatte.

Die Aufprallstelle befand sich beim Bistro-Wagen im Dachbereich. Dabei wurde das Sicherheitsglas des Panoramafensters beschädigt. Personen seien keine zu Schaden gekommen, heisst es weiter. Wie viele Passagiere sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Wagen befanden, kann Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur der Zentralbahn, auf Anfrage nicht sagen. Er spricht von einigen Personen, der Wagen bietet Platz für bis zu 30 Fahrgäste.

«Der Steinschlag wurde vom Lokführer selber nicht bemerkt», sagt Orglmeister. «Der Zug ist normal weitergefahren.» Fahrgäste und das Zugpersonal hätten den Lokführer auf den Schaden aufmerksam gemacht, ein sofortiger Stopp sei aufgrund des geringen Schadens aber nicht nötig gewesen. In Meiringen wurde der Bistro-Wagen abgehängt, die Passagiere wurden mit einem Ersatzzug nach Interlaken gefahren.

Rund 60 Kilogramm schwerer Brocken

Die Abbruchstelle befand sich rund 300 Meter oberhalb der Geleise. Der Hang ist durch einen Schutzwald gesichert, der eigentlich den Absturz von Steinen verhindern soll. Orglmeister spricht von einem «ungünstigen Sturzverlauf». Der rund 60 Kilogramm schwere Brocken sei zuerst auf eine Lichtung gefallen, dann erst in den Schutzwald. Dabei sei er in vier Stücke zerbrochen. Der Zug wurde von nur einem Stück getroffen, das 15 bis 20 Kilogramm schwer war. Der Sachschaden bewegt sich laut Orglmeister im fünfstelligen Bereich.

Zentralbahn will Nadelöhr beim Bahnhof Luzern beseitigen

Bis Ende 2021 soll die Luzerner Bahnhofzufahrt der Zentralbahn auf Doppelspur ausgebaut werden. Damit wird nicht nur die Kapazität erhöht, sondern auch Platz für den Tiefbahnhof geschaffen. Dieser wird der Zentralbahn ab 2028 noch eine grössere Rochade abverlangen.
Robert Knobel