Zugpotenzial nach oben

Markus von Rotz schreibt in seinem «Blitzlicht» über den Bahnhof Sarnen Nord.

Markus von Rotz
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Markus von Rotz

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530 Leute besteigen oder verlassen an einem normalen Werktag im Bahnhof Sarnen Nord den Zug. Eine eindrückliche Zahl nach erst zweijährigem Betrieb, kommt sie doch nahe an die Passagierzahlen der touristisch stark frequentierten Haltestelle Alpnachstad (570 pro Tag) heran. Angestellte, die im Sarner Quartier Feld arbeiten, und Anwohner schätzen das neue Angebot, wie unser Augenschein vor Ort zeigte.

Was auf ersten Blick nach Erfolg aussieht, hat allerdings noch viel Potenzial nach oben. Die Erwartungen waren damals auch höher. Als die Regierung dem Kantonsrat einen Beitrag von 3,3 Millionen Franken an die Baukosten von 30 Millionen beantragte, rechnete sie mit einem Potenzial von 4600 Personen. Davon würden in einem solchen Bahnhof ohne Verkehrsknoten-Funktion erfahrungsgemäss 15 bis 30 Prozent oder 700 bis 1400 Passagiere den Zug benützen. Das entspräche demnach 1400 bis 2800 Ein- und Ausstiegen.

Der Weg dahin ist noch weit. Mahnende Stimmen, die damals sagten, der neue Bahnhof liege zu nahe am Hauptbahnhof Sarnens, dürften sich bestätigt sehen. Doch zwei Jahre Erfahrung sind zu wenig. Die Hoffnung ist realistisch, dass die Ausnützung steigt. Die Kantonalbank baut in der Nähe den neuen Hauptsitz, die Industrie baut aus. Ein Discounter schuf eine neue Einkaufsmöglichkeit. Die Regierung sagte damals, die beabsichtigte hohe Nutzungsdichte im Feld sei ohne diesen Bahnhof nicht möglich. Hoffen wir im Interesse der Steuerzahler, dass sie Recht behält.

Der Bahnhof Sarnen Nord kommt an

Die Haltestelle Sarnen Nord ist seit zwei Jahren in Betrieb. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus: Die Passagierzahlen kommen an einem Werktag fast an jene von Alpnachstad heran.
Matthias Piazza