Obwaldner Spitalrat kontert Kritik

Der Spitalrat habe versagt, hiess es am Donnerstag im Obwaldner Kantonsrat. Präsident Thomas Straubhaar räumt ein, dass man früher auf die veränderten Bedingungen hätte reagieren können.

Interview: Franziska Herger
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Thomas Straubhaar, Spitalratspräsident des Kantonsspitals Obwalden. (Bild: PD)

Thomas Straubhaar, Spitalratspräsident des Kantonsspitals Obwalden. (Bild: PD)

Es war kein erfreulicher Besuch für Spitalratspräsident Thomas Straubhaar am Donnerstag im Kantonsrat. Vor dem Hintergrund der nicht unumstrittenen Zukunftsplanung für das Kantonsspital Obwalden hagelte es Kritik an der Arbeit des Spitalrats (siehe Ausgabe von gestern). Dieser hatte selber im Vorfeld, wie viele Kantonsräte auch, bemängelt, dass die Szenarien der Regierung für den Anschluss an eine Versorgungsregion zu allgemein gehalten und ohne konkrete Leistungszahlen und Kosten vorgelegt worden seien. Wir fragten den Präsidenten, wie er zu den Beschwerden steht.

Dem Spitalrat wird vorgeworfen, er habe als strategisches Führungsorgan des Kantonsspitals keine Strategien für dessen Zukunft entwickelt und sei visionslos. Was sagen Sie dazu?

Thomas Straubhaar: Das Spital ist ein Teil der Verwaltung des Kantons und der Spitalrat damit an das kantonale Gesetz und an den Leistungsauftrag der Regierung gebunden. Wir können nicht von heute auf morgen Änderungen vornehmen, dafür bräuchte es Anpassungen im Gesetz. Unsere strategischen Möglichkeiten sind also begrenzt.

Hätte man die heutige finanzielle Schieflage mit gefährdeter Liquidität voraussehen und früher Gegensteuer geben sollen?

Wir hätten durchaus etwas früher reagieren können. Als 2012 die neue Spitalfinanzierung kam, gingen die Spitäler von grösseren Veränderungen aus, die aber vorerst ausblieben. Die Auswirkungen merkt man erst jetzt, sechs, sieben Jahre später, nach diversen Eingriffen des Bundesrates. Ohne zu rechtfertigen stelle ich fest, dass die meisten Spitäler die Wirkung der geänderten Rahmenbedingungen spät vorausgesehen haben.

Der Spitalrat macht sich strategische Überlegungen zur Zukunft des Kantonsspitals Obwalden. Finanzdirektorin Maya Büchi sagte im Kantonsrat, sie wünsche, die Resultate lägen schon vor. Warum geht es nicht vorwärts?

Das sind wichtige und lange Diskussionen, die auch eine umfassende Grundlagenarbeit erfordern. Vorerst wird die Diskussion zusammen mit der Spitalleitung intern geführt. Diese Arbeiten begannen wir vor über einem halben Jahr. Sie beinhalten die Prüfung verschiedener Varianten für das Spital der Zukunft. Danach werden wir unsere Erkenntnisse der Regierung und unseren Mitarbeitenden kommunizieren, bevor wir sie der Öffentlichkeit präsentieren.

Im Kantonsrat wurden gar Rücktrittsforderungen an den Spitalrat laut. Wie stehen Sie dazu?

Die Prüfung der Zusammensetzung des Spitalrats gehört zu den Aufgaben der Aufsichtsbehörde, also der Regierung.