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Markus von Rotz über die nationalen Wahlen in Obwalden

Markus von Rotz
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unknown (Bild: markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch)

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Am 15. November dürften sich für den Obwaldner Ständeratssitz mit grosser Wahrscheinlichkeit die drei gleichen Kandidaten gegenüberstehen wie gestern. Die SVP zieht sich aus parteipolitischen und grundsätzlichen Überlegungen kaum zurück. Die FDP wird sich hüten, zu verzichten, weil das die Wahlchancen der SVP eher verbessert. Und die CVP ist mit Spitzenkandidat Erich Ettlin ohnehin am besten dran.

Dass es zu einem zweiten Wahlgang für die Kleine Kammer kommt, ist keine Überraschung. Allgemein wurde erwartet, dass sich die Stimmen etwa dritteln würden. Nicht zuletzt, weil sich die drei Kandidaten politisch in grossen Teilen sehr nahestehen. Leise enttäuscht zeigte man sich denn auch gestern bei FDP und SVP über das vergleichsweise schlechte Abschneiden ihrer Männer, derweil die CVP vom Ergebnis positiv überrascht war.

Man habe das Gefühl, die SVP werde aus Prinzip nicht gewählt, wer auch immer kandidiere, hörte man von der Partei im Vorfeld. Sie hat es schwer, wenn sie meist gegen alle antreten will und muss. Vielleicht ergeht es ihr wie den Frauen bei Wahlen: Sie müssen nicht nur gut, sondern eher besser sein. Offenbar fand die Partei bisher einfach noch nicht den richtigen, überzeugenden Kopf zur richtigen Zeit.

In Sachfragen hat die Partei schon mehrmals satte Mehrheiten bei den Stimmberechtigten gefunden, bei Wahlen will ihr das aber nicht gelingen. Dass sie für die Regierung und für Bern wiederholt mit der gleichen Person antrat, erhöht die Chancen auch eher nicht. Eigentlich ist es angesichts ihrer politischen Stärke im Kantonsrat erstaunlich, dass die jüngste, aber mittlerweile auch schon 16 Jahre alte Partei es nicht schafft, auch wichtige politische Ämter im Kanton zu besetzen.

Offensichtlich ist ihr personelles Potenzial noch immer zu wenig überzeugend für eine zwingende Kandidatur. Das rächt sich dann besonders an Tagen wie gestern, wo andere dank Kopfwahlen die Nase vorne haben.

Markus von Rotz, Redaktionsleiter