Zwei Kernser Bundesfeier-Traditionen trotzen Corona

Anders als gewohnt und doch traditionell: Kerns feierte den 1. August mit einer Dankandacht und Alphorn-Musik.

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Das Alphornbläser-Duo Sepp Durrer (links) und Peter Achermann erfreute die Kernser Bevölkerung auch am Morgen des 1. August mit Auftritten.

Das Alphornbläser-Duo Sepp Durrer (links) und Peter Achermann erfreute die Kernser Bevölkerung auch am Morgen des 1. August mit Auftritten.

Robert Hess / Obwaldner Zeitung

(rh) Den Corona-Einschränkungen zum Opfer fiel dieses Jahr die traditionelle Einladung des Kernser Gemeinderates an die Bevölkerung zur Teilnahme an der Bundesfeier. «Nicht verzichten wollten wir auf die traditionelle Dankandacht zum Nationalfeiertag», berichtete Walter Bucher, Pfarrer im Ruhestand. So fanden sich um 10 Uhr etliche Gläubige in der «corona-gemäss»-ausgestalteten Pfarrkirche ein. «Miär dankid für yysi Heimat», lautete der Leitspruch des Gottesdienstes.

Es sei nicht selbstverständlich, in einem so schönen Land wie die Schweiz leben zu dürfen, mahnte Bucher. «In der Besinnung und im Gebet wollen wir am 729. Geburtstag der Schweiz dem Herrgott danke sagen.» Er wünschte zudem allen Personen, die in unserem Land in irgendeiner Form Verantwortung tragen, viel Kraft und Gottes Segen. Gerade während der Corona-Krise, die weltweit alle Menschen betreffe, seien Solidarität, Zusammenstehen und Zusammenhalten gefragt. Sakristan Ruedi Zemp nahm das Thema auch in die Fürbitten auf: Für die Verstorbenen und Erkrankten, für die Menschen, die vor dieser Krankheit Angst haben und alle, die im Gesundheitswesen besonders stark gefordert werden. Die Dankandacht wurde mit schönen Melodien und Juiz des Jodelduetts Karin Küng und Viktor von Atzigen sowie von Lukas Reinhardt an der Orgel umrahmt.

Alphornklänge am frühen Morgen

Neben der Dankandacht trotzte eine weitere Kernser Tradition der Corona-Krise. Seit 18 Jahren wird die Bevölkerung vom Alphorn-Duo Sepp Durrer und Peter Achermann mit einem Ständchen vom frühen Morgen bis gegen Mittag verwöhnt. An acht bis zehn verschiedenen Orten beglücken sie ihre Mitbürger – vielleicht noch im Bett oder beim Zmorge auf dem Balkon – mit festlichen Alphorn-Melodien. Von Dorf und «Sand» geht es im Verlaufe des Vormittags nach St. Niklausen und Melchtal weiter.

«Auch nach vielen Jahren freuen wir uns auf die Vorträge am 1. August»

«Auch nach vielen Jahren freuen wir uns auf die Vorträge am 1. August», berichten Sepp und Peter. Die beiden werden von der Bevölkerung mit spontanem Beifall, einem Juiz oder dann und wann einem Schnäpschen oder auch mit herzlichen Dankesworten belohnt.