Zwei Sarner Urfasnächtler treten als Frau Stirnimaa auf

Diese beiden Fasnächtler haben das Motto der Sarner Lälli-Zunft «Anno dazumal» wörtlich genommen: Peter Lienert und Hansjörg «Zuri »Zurgilgen nahmen ein altes Kostüm wieder hervor.

Franziska Herger
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Hansjörg «Zuri »Zurgilgen (links) mit Peter Lienert: Die beiden Immer-Wieder-Fasnächtler traten unter dem Motto «Grüezi wohl Frau Stirnimaa» auf. (Bild: Philipp Unterschütz, Sarnen, 5. März 2019)

Hansjörg «Zuri »Zurgilgen (links) mit Peter Lienert: Die beiden Immer-Wieder-Fasnächtler traten unter dem Motto «Grüezi wohl Frau Stirnimaa» auf. (Bild: Philipp Unterschütz, Sarnen, 5. März 2019)

Statt ein neues Kostüm aus einer früheren Epoche zu basteln, haben der ehemalige Obwaldner Oberförster Peter Lienert und der Kulturschaffende Hansjörg «Zuri» Zurgilgen nämlich ein 12 Jahre altes Kostüm rezykliert. Als alte Damen maskiert schoben die beiden am Dienstag an der Spitze des Fasnachtsumzugs ein Putzwägelchen durch Sarnen.
Das Sujet heisst «Grüezi wohl Frau Stirnimaa, säget si, wiä putzet si...» – und das ist dann wieder nicht nur wörtlich gemeint. «Wir schauen, dass wir eine saubere Fasnacht haben», führt Zuri Zurgilgen aus. «Heute ist schliesslich alles reglementiert. Daher trennen wir etwa Skifahrer von Snowboardern und Bart- von Schnauzträgern.»  

Die Vorlage für die «Grinde»sind die beliebten Postkarten mit dem zerknautscht-fröhlichen Gesicht des Büchsenmacher-Rosi. «Das habe ich damals aus Papiermaché nachgebaut», so Zurgilgen. Das diesjährige Motto hat ihm aber nicht den ganzen Bastelaufwand erspart: «Ich habe Mikrofone eingebaut», erklärt er. Denn «Rosi» alias Zurgilgen und Lienert und ihre als Strassenfeger maskierten Mitstreiter alias Jugendfreund Ruedi Kathriner und Zurgilgens Ehefrau Edith putzen nicht nur, sie singen auch. Im Putzwägelchen sind Boxen versteckt, aus denen Schlager aus den 20-er Jahren erschallen.

Natürlich «Grüezi wohl Frau Stirnimaa» - das können alle auswendig. «Den Rest singe meistens ich, weil ich den Text auswendig kann», lacht Zurgilgen und demonstriert das auch gleich: «Am Strand von Rio, da ging sie spazieren...»

Sobald sie die Masken aufgesetzt haben, verändert sich auch die Körpersprache der beiden eingefleischten Fasnächtler: Der Rücken ist gebeugt, der Gang etwas hinkend. Sie waren auch schon in Stans und Sarnen zu sehen. «Die Maske kommt beim Publikum sehr gut an», erzählt Zurgilgen. Er und Peter Lienert sind jedes Jahr mit aufwendigen «Grinden» an der Fasnacht zu sehen. Maskenbauen sei sein Hobby. «Es ist kreativ und technisch, und der Umzug ist dann wie eine Vernissage.»

Die Demaskierung geht weiter: