Zweites freiwilliges Kindergartenjahr in Sarnen

Der Einwohnergemeinderat Sarnen ist bereit, mittelfristig ein zweites freiwilliges Kindergartenjahr an der Schule Sarnen einzuführen. Die Einführung soll dann erfolgen, wenn dies die räumliche und finanzielle Situation der Gemeinde Sarnen zulässt.

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Malende Kinder im Kindergarten in Alpnach. Themenbild. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Malende Kinder im Kindergarten in Alpnach. Themenbild. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Der Schulrat beurteilt das Anliegen zur Einführung eines zweiten Kindergartenjahres als wichtig für die adäquate Vorbereitung auf den Eintritt in die Primarschule. Das Schulangebot der Eingangsstufe soll mit dem zweiten, freiwilligen Kindergartenjahr an die Konzeption der gesamten Schule angepasst werden. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Gemeindekanzlei hervor.

Die Schule Sarnen führt im Dorf drei und an den Aussenschulen Stalden, Wilen und Kägiswil jeweils einen Kindergarten. Die Kinder besuchen nach dem vollendeten 5. Lebensjahr für ein Jahr den Kindergarten und treten dann in die Primarschule ein. Mit der Einführung eines freiwilligen Zweijahres-Kindergartens besteht die Möglichkeit, die Kinder nach Vollendung des 4. Altersjahres in den Kindergarten aufzunehmen. Diese Kinder besuchen den altersgemischten Kindergarten in der Regel für zwei Jahre.

Der Einwohnergemeinderat habe sich intensiv mit der Thematik dieses freiwilligen Angebots befasst, heisst es weiter. Gemäss Bildungsgesetz könne die Einwohnergemeinde ein freiwilliges zweites Kindergartenjahr anbieten.

Erhebliche Kosten

Sofern angeboten, besuchen schweizweit 75 – 80 % den Zweijahres-Kindergarten. Auf dieser Grundlage ist für die Einführung des zweiten Kindergartenjahres mit erheblichen Kosten im personellen Bereich und im Raumbedarf zu rechnen. Es wird davon ausgegangen, dass vier zusätzliche Unterrichtsräume erstellt, ausgestattet und zusätzlich 4,5 Stellen geschaffen werden müssen.

In Sarnen wie auch in den Ortsteilen Kägiswil, Stalden und Wilen bestehen aktive Spielgruppen, die gute Arbeit leisten würden, so die Gemeinde. Man werde nun vorerst das Gespräch mit den Spielgruppen suchen, um bis zur Einführung des zweiten Kindergartenjahres gemeinsam einen koordinierten Übertritt in den Kindergarten zu optimieren und eine engere Zusammenarbeit zu erzielen.

Die Vorlage über die Einführung des freiwilligen Zweijahres-Kindergartens muss aufgrund der Finanzkompetenzen der Gemeindeordnung zum gegebenen Zeitpunkt dem Stimmvolk zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Der Raumbedarf wird nun mit dem noch zu erarbeitenden Sanierungskonzept der Schulanlagen koordiniert und dementsprechend aufgenommen.

Die Einführung ist für den Einwohnergemeinderat erst bei einem ausgeglichenen Finanzhaushalt realistisch und aufgrund der heutigen finanziellen Situation der Gemeinde kurzfristig nicht denkbar. Sobald die Rahmenbedingungen stimmen, will der Einwohnergemeinderat das Projekt «Einführung des zweiten freiwilligen Kindergartens» vorantreiben und den Stimmbürgern zur Abstimmung vorlegen.

pd/kst