Zwölf Obwaldner Jung Juizer auf der grossen Kinoleinwand

Letzten Samstag gingen die Jung Juizer und ihre Familien ins Kino. Beim Erblicken vertrauter Gesichter gab es viel Freude und Gelächter.

Nadja Häcki
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Die Jung Juizer in ihren Filmkostümen.

Die Jung Juizer in ihren Filmkostümen.

Bild: PD

Etwa in der Mitte des Films «Als Hitler das rosa Kaninchen stahl» kommen die an diesem Abend im gefüllten Saal des Stanser Kinos gespannt erwarteten Szenen: Zwölf Obwaldner Jung Juizer treten auf, singen, wandern und tragen altmodische Kleidung. Die Kinder müssen kichern, als sie sich selber sehen. Und die Familien schauen stolz in die Runde.

Der Film der deutschen Erfolgsregisseurin Caroline Link läuft seit dem 25. Dezember 2019 in den Schweizer Kinos. Andrea Rohrer und ihre Schwester Petra Vogler-Rohrer, die musikalische Leitung der Obwaldner Jung Juizer, waren schon vorher in St.Moritz zur Schweizer Galapremiere eingeladen. «Es war sehr spannend, die Regisseurin und andere nochmals zu treffen,» erzählt Andrea Rohrer.

Caroline Link habe viel Freude an den Kindern bekundet. «Sie sagte uns, sie würde die Kinder gleich wieder buchen, da sie als einzige Kinder am Set ohne Schauspielerfahrung so authentisch und einfach ‹echt› waren,» ergänzt Petra Vogler-Rohrer stolz. Aber bei so einem grossen Projekt im Ausland gleich wieder mitmachen würden beide Frauen im Nachhinein nicht ohne Bedenken. «Es war doch eine riesige Verantwortung, die wir hatten, als wir mit einem Privatbus und zwölf Kindern nach München gefahren sind,» so Andrea Rohrer.

Auch im Trailer zu sehen

Die mitwirkenden Jung Juizer freuen sich vor der Vorstellung sehr darauf, den Film endlich ganz zu sehen. «Wir haben bis jetzt erst den Trailer gesehen,» erzählt Melissa Haas aus Sachseln. Und Tobias Barmettler aus St.Niklausen sagt lachend: «Ich bin schon ein wenig erschrocken, als ich mich selber im Schweizer Fernsehen in einer Werbung für den Film gesehen habe. Das war schon ein bisschen komisch und unerwartet.» Nervös seien sie aber nicht, erzählen alle bodenständig und gelassen. Und trotzdem merkt man es ihnen an diesem Abend an, dass dies ganz und gar keine alltägliche Situation ist. In der Pause des Films rennen die meisten Kinder zu ihren Eltern und besprechen stolz und aufgeregt die Szenen, in denen man sie gesehen hat. Am Ende bleiben fast alle sitzen und schauen gespannt, wann im Abspann die Namen der Kinder erscheinen. Dann ertönt spontaner Applaus.

Elf von zwölf Obwaldner Jung Juizern (ohne Jonas Kiser), die beim Film mitgemacht haben im Kino Stans.

Elf von zwölf Obwaldner Jung Juizern (ohne Jonas Kiser), die beim Film mitgemacht haben im Kino Stans.

Bild: Nadja Häcki (Stans, 27. Dezember 2019)

Faszinierender Film für jedes Alter

Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Judith Kerr, die darin leicht abgeändert ihr eigenes Leben erzählt hat, zeigt aus der Perspektive des Mädchens Anna die Flucht der jüdischen Familie aus Berlin, zuerst in die Schweiz, dann nach Frankreich und zuletzt nach England. Trotz der Nennung Hitlers im Titel wird dem Nationalsozialismus allgemein im Film aber kaum Raum gegeben. Durch die Kinderperspektive ist ein faszinierender und überraschend leichter Film entstanden, der Alt als auch Jung in gleichem Mass unterhält.

Und wie lautet das Fazit der Jung Juizer? Vielen haben vor allem die Szenen in der Schweiz gefallen. «Naja, natürlich weil wir darin vorkommen,» sagt Tobias Barmettler schmunzelnd. Myriam Kathriner aus Stalden hat alles am Film gefallen. Aber eine Jodel-Szene auf der Wanderung fehle leider, das habe wohl nicht mehr im Film Platz gehabt.

Als «Hitler das rosa Kaninchen stahl» läuft auch noch heute und am Mittwoch jeweils um 18 Uhr im Kino Stans.