ÖV: Fahrplanwechsel: Was in unserer Region ändert

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag kommt es im öffentlichen Verkehr der Zentralschweiz nur zu kleinen Änderungen. In Luzern, Ob- und Nidwalden sowie der Schwyzer Region March aber müssen sich öV-Benutzer auf neue Billett-Zonen und Tarife einstellen.

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Pendler im Bahnhof Luzern: Sie müssen sich ab dem 14. Dezember auf neue Zonenpläne einstellen. (Archivbild Pius Amrein / Neue LZ)

Pendler im Bahnhof Luzern: Sie müssen sich ab dem 14. Dezember auf neue Zonenpläne einstellen. (Archivbild Pius Amrein / Neue LZ)

Mit der Einführung des neuen Fahrplans am 14. Dezember kommt es auf den Zentralschweizer Bahn- und Buslinien überwiegend zu kleineren Anpassungen. Betroffen sind etwa die Abfahrtszeiten, Haltestellen und das Rollmaterial, wie der Verkehrsverbund Luzern am Dienstag in einer Medienmitteilung schreibt.

Grössere Änderungen seien erst wieder für Dezember 2015 zu erwarten, sagte Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern. Grund ist das Bestellverfahren beim Bund. Dieses ist jeweils auf zwei Jahre angelegt.

Neuer Zonenplan

In Luzern, Ob- und Nidwalden führt der Tarifverbund Passepartout einen neuen Zonenplan ein. Ab dann gelten für Einzelbillette nur noch 29 statt wie bisher 79 Zonen. Die 35 separaten Zonen für Abonnemente werden aufgehoben.

Die Stadt und Agglomeration Luzern wird neu nur noch aus einer grossen Zone bestehen. Aufgrund ihrer Grösse ist sie aber teurer als andere Zonen. Zudem zählt sie in Kombination mit anderen Zonen doppelt (Zum Artikel »).

Auch im Kanton Luzern können Passagiere dank grösserer Zonen vermehrt unterschiedliche Reisewege und Verkehrsmittel wählen, um von A nach B zu gelangen. Viele Verbindungen werden markant billiger oder teurer. Zudem steigen die Ticketpreise durchschnittlich um 2,6 Prozent.

Nachtbus lässt zwei Dörfer aus

Mit dem neuen Zonenplan werden zwei neue touristische Destinationen ins Passepartout-Gebiet aufgenommen. Es sind dies der Postautokurs ins Naherholungsgebiet Langis am Glaubenberg und die Buslinie entlang der Panoramastrasse zwischen Sörenberg und Giswil.

Beim Nachtbus-Angebot in der Region Sursee kommt es zu Änderungen. Weil die Gemeinden Nottwil und Oberkirch ihre Mitfinanzierung gestrichen haben, verkehrt der Nachtstern N6 nicht mehr durch diese Dörfer.

Im Kanton Schwyz zählt die March neu zum Tarfiverbund Ostwind der Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell und Glarus sowie des Fürstentums Liechtenstein. Das bisherige System mit Streckenbilletten wird durch Zonentickets ersetzt. Damit können innerhalb der gelösten Zeit und der gewählten Zone alle Bahnen und Busse des öffentlichen Verkehrs benützt werden.

Im Kanton Uri entsteht zudem eine neue Buslinie zwischen Schattdorf, Attinghausen, Altdorf und Seedorf. Auf der Tangentiallinie wird während der ersten drei Betriebsmonaten probehalber ein Elektrobus fahren (Zum Artikel »). Der Tellbus Uri zwischen Altdorf und Luzern verkehrt neu vier Mal am Morgen und sieben Mal am Nachmittag, einmal mehr als bisher.

Im Kanton Zug tritt die Verlängerung der Linie 7 (Cham-Steinhausen-Zug) sowie die neue Linie 15 (ab Sennweid) bis nach Zug Dammstrasse in Kraft (Zum Artikel »).

In den KantonenOb- und Nidwalden kommt es zu minimen Änderungen.

Hinweis:
Alle Änderungen im Fahrplan 2015 auf einen Blick »
Neuer Tarif – Alter Tarif: Ein Preisvergleich »

Die sieben wichtigsten Fragen zum neuen Zonenplan

1. Warum wird eine neue Zoneneinteilung eingeführt?

Durch die Vereinfachung des gesamten Tarifzonenplans mit identischen Abo- und Billett-Zonen erfüllt der Tarifverbund Passepartout einen politischen Auftrag, der auf ein Postulat Peter Zosso zurückgeht. Weiter haben repräsentative Kundenumfragen gezeigt, dass die Reduktion der Komplexität einem grossen Kundenbedürfnis entspricht. Im Rahmen der Gesamtlösung können ausserdem diverse Begehren von Fahrgästen, Gemeinden und Quartieren, wie beispielsweise vom Stadtteil Littau, berücksichtigt werden.

2. Welche Kriterien waren massgebend bei der Ausgestaltung des neuen Tarifzonenplans?

Oberstes Ziel war es, die Komplexität zu reduzieren und ein System mit identischen Tarifzonen für alle Tickets zu schaffen. Dies erhöht die Kundenzufriedenheit und baut Verunsicherungen ab. Grundsätzlich basiert die Zoneneinteilung auf der Distanz auf den Hauptachsen. Weiter wurden die Kundenströme, räumliche Gegebenheiten und neue Angebotskonzepte wie AggloMobil due berücksichtigt. Insgesamt müssen mit dem neuen Tarifzonenplan die gleichen Einnahmen generiert werden wie beim alten System.

3. Wieso gibt es teilweise markante Preisverschiebungen?

Insgesamt werden die gleichen Einnahmen wie bis anhin angestrebt. Wird bei einem Zonensystem die Einteilung geändert, sind grundsätzlich Preissprünge nach unten und oben unvermeidbar. Zudem verstärkt die Vereinheitlichung der heute unterschiedlich grossen Billett- und Abo-Zonen diesen Effekt noch. Durch die neue Zoneneinteilung werden einige Strecken günstiger, andere aber auch teurer. Es handelt sich vielmehr um eine Verschiebung der Einnahmen als um eine flächendeckende Verteuerung.

4. Warum werden die Preise um 2.6 Prozent erhöht?

Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hat auf nationaler Ebene eine allgemeine Tariferhöhung beschlossen, welche vom Preisüberwacher genehmigt wurde. Die Gründe dafür sind neben dem Angebotsausbau vom letzten Fahrplanwechsel auch die vom Bund geforderte Nutzerfinanzierung. Der Tarifverbund Passepartout orientiert sich an diesem Entscheid und erhöht die Preise um durchschnittlich 2.6 Prozent. Da sich mit der neuen Zoneneinteilung die Preise auf zahlreichen Verbindungen verändern, kann die allgemeine Tariferhöhung nicht einzeln nachvollzogen werden.

5. Können gültige Tickets mit alten Zonen weiterhin benutzt werden?

Alle Fahrausweise mit erstem Geltungstag vor dem 14. Dezember 2014 können noch bis zum Verfallsdatum benutzt werden. Es gelten die alten Tarifbestimmungen und der alte Tarifzonenplan.

6. Gibt es weiterhin ein Kurzstrecken-Billett?

Innerhalb der Zone 10 kann weiterhin für eine einfache Fahrt bis zu sechs Bushaltestellen ein Kurzstrecken-Billett gelöst werden. Auf Buskursen, welche über die Autobahn verkehren und auf sämtlichen Bahnen ist das Kurzstrecken-Billett wie bis anhin nicht gültig.

7. Wieso gibt es in der Zone 10 eine eigene Preisstufe?

Für Fahrten innerhalb der Zone 10 gibt es eine eigene Tarifstufe "Zone 10", welche preislich zwischen einer Zone und zwei Zonen liegt. Dies wurde notwendig, da bei der alten Zoneneinteilung die Stadt und Agglomeration aus vier Zonen besteht. Wird die Zone 10 mit weiteren Zonen kombiniert, zählt sie doppelt (Beispiel: Malters-Luzern =3 Tarifzonen). Auch mit der alten Zoneneinteilung musste für Fahrten von ausserhalb in die Stadt mindestens zwei Zonen bezahlt werden.

sda/rem

Neue Tarifzonen in der Stadt Luzern. (Bild: Grafik: web; ls. Quelle: Passepartout)

Neue Tarifzonen in der Stadt Luzern. (Bild: Grafik: web; ls. Quelle: Passepartout)

Die neuen Streckenführungen der Linien 6, 7 und 16 der ZVB. (Bild: PD)

Die neuen Streckenführungen der Linien 6, 7 und 16 der ZVB. (Bild: PD)