Olympia spaltet die Zentralschweiz

Riesige Investitionen, grosses Risiko, aber auch viel Prestige. Die mögliche Olympia-Kandidatur der Zentralschweiz spaltet die Meinungen.

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Weltcup-Skispringen 2010 in Engelberg. Die Titlis-Schanze könnte bei Olympischen Spielen eine Rolle spielen. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Weltcup-Skispringen 2010 in Engelberg. Die Titlis-Schanze könnte bei Olympischen Spielen eine Rolle spielen. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

2015 muss die Schweiz ihr Bewerbungsdossier für die Olympischen Winterspiele von 2022 einreichen. Dass der Verband Swiss Olympic dabei mit einer Zentralschweizer Kandidaturliebäugelt, sorgt in der Zentralschweiz für unterschiedliche Reaktionen. «Das wäre eine grosse Chance für unsere Region», sagt der Luzerner Regierungsrat Anton Schwingruber. Allerdings müsse sich die ganze Schweiz an dem Projekt beteiligen. «Ansonsten ist das Ganze wirtschaftlich undenkbar.»

Schwingruber ruft seine Zentralschweizer Regierungskollegen dazu auf, das Projekt nicht von Anfang an bachab zu schicken. «Wir sollten der Idee mit Respekt aber auch mit grosser Offenheit begegnen.» Das findet auch Marcel Perren, Tourismusdirektor der Stadt Luzern. «Für das Image unserer Region wären die Olympischen Spiele sicher positiv», so der Walliser.

«Risiken in Milliardenhöhe»

Kritischere Töne schlägt Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer an. Die Winterspiele würden die Zentralschweiz überfordern, ist Studer überzeugt. «Eine solche Veranstaltung bringt Risiken in Millionen-, vielleicht sogar in Milliardenhöhe mit sich.» Unklar sei zudem, ob die Infrastrukturbauten, die aufgrund der Wettkämpfe realisiert werden müssten, auch nach den Spielen genutzt werden könnten.

Infrastruktur reicht nicht aus

Auch ausserhalb Luzerns gibt die mögliche Olympia-Kandidatur zu reden. «Die Idee ist faszinierend, aber für die Zentralschweiz eine Nummer zu gross», sagt der Urner Regierungsrat Josef Dittli. Der Urner hat bereits in der Vergangenheit zusammen mit verschiedenen Unternehmern rund um Samih Sawiris eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Machbarkeit von Olympischen Spielen abklären sollte. Diese Studie hat ergeben, dass die Infrastrukturbedingungen in der Zentralschweiz derzeit bei weitem nicht ausreichend sind.

Gar als «Utopie» bezeichnet Hansueli Ehrler, Leiter Abteilung Sport des Kantons Schwyz, die Olympia-Idee. «Vor allem, weil die Kandidatur in einer derart kurzen Zeitspanne aufgegleist werden müsste.» Ehrler wünscht sich, dass stattdessen sämtliche Kräfte für die geplanten Jugendspiele «Winter Youth Olympic Games 2020» in der Zentralschweiz gebündelt werden.

Daniel Schriber

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.