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ORTSKERN: Abriss der historischen Häuser in Küssnacht vorerst abgewehrt

Schutzverbände möchten den Abriss der drei Gebäude an der Rigigasse verhindern. Nun wurden ihre Einsprachen teilweise gutgeheissen. Das letzte Wort ist allerdings noch längst nicht gesprochen.
Teile der baufälligen Häuser wurden bereits 1378 erbaut. (Bild: Manuela Jans-Koch (Küssnacht, 22. Februar 2018))

Teile der baufälligen Häuser wurden bereits 1378 erbaut. (Bild: Manuela Jans-Koch (Küssnacht, 22. Februar 2018))

Sie fristen wahrlich ein trostloses Dasein, die drei Häuser an der Rigigasse in Küssnacht, nicht unweit des Dorfzentrums. Seit geraumer Zeit sind sie unbewohnt, sperrige Holzbretter zieren die Eingänge und Fenster. Doch was zählt, sind bekanntlich die inneren Werte. Das Gebälk der Häuser ist von historischer Bedeutung; es stammt zum Teil aus dem Mittelalter. So wurde das unterste Haus Nummer 7 im Jahr 1378 erbaut.

Nicht zuletzt deshalb beschrieb der Schwyzer Heimatschutz die Häuser als «Denkmäler von aussergewöhnlichem universellem, ja sogar globalem Wert» – und hat gegen das im vergangenen Oktober eingereichte Abbruchgesuch der Sacasa AG mit Sitz in Küssnacht Einsprache erhoben. Dies taten auch Pro Natura Schweiz sowie deren Schwyzer Kantonalsektion (Ausgabe vom 24. November 2017). Nun hat der Bezirk die Einsprachen teilweise gutgeheissen, wie André Guntern, Abteilungsleiter Planung, Umwelt und Verkehr, auf Anfrage bestätigt.

Darüber dürften sich die Schutzverbände aber nur bedingt freuen. Denn der Abriss ist damit noch nicht abgewehrt. Im Gegenteil: Er dürfte wohl bloss zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Guntern erklärt: «Der Abbruch wird bewilligt, er darf aber erst ausgeführt werden, wenn eine Bewilligung für Ersatzbauten vorliegt. Die Einpassung von neuen Gebäuden wird im Gestaltungsplan und anschliessend bei den Baugesuchen aufgrund der gesetzlichen und fachlichen Grundlagen geprüft.» Sprich: Die Sacasa AG muss nun zunächst ein konkretes Bauprojekt für die Grundstücke erarbeiten. Sobald ein solches vorliegt, muss es das normale Baubewilligungsverfahren durchlaufen. Erst dann dürfte ein allfälliger Abriss erfolgen.

Dass sich der Bezirk nun nicht gänzlich hinter die Erhaltung der mittelalterlichen Häuser stellt, begründet André Guntern wie folgt: «Alle drei Bauten sind durch jüngere, tiefgreifende Eingriffe im 19. und 20. Jahrhundert stark verändert, teilweise umgebaut und im Innenausbau wesentlich überformt.» Zudem haben jüngere Veränderungen tief in die Bausubstanz eingegriffen und den Anteil der schutzwürdigen Teile stark gemindert, so Guntern weiter. «Aufgrund der nun vertieften bauarchäologischen Abklärungen kann festgehalten werden, dass eine Aufnahme der Gebäude ins kantonale lnventar der geschützten Bauten und Objekte trotz ihres Alters und der speziellen Stellung im Ortsbild nicht angezeigt ist.»

Heimatschutzverband analysiert Ausgangslage

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Der Schwyzer Heimatschutzverband möchte die neue Ausgangslage nun zunächst intern besprechen und danach das weitere Vorgehen beschliessen, wie Präsidentin Isabelle Schwander auf Anfrage sagt. Für alle Parteien besteht die Möglichkeit, den Beschluss des Bezirksrats beim Schwyzer Regierungsrat und später sogar beim Bundesgericht anzufechten. Bis dahin dürften weiterhin die sperrigen Holzbretter die alten Häuser zieren.

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

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