PAUL LALLI: «Es gibt immer mehr Beziehungsprobleme»

Vom Drogenberater zum Klinikdirektor: Paul Lalli aus Brunnen erzählt, warum die Psychiatrische Klinik in Oberwil tendenziell immer besser ausgelastet ist.

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Paul Lalli ist Direktor in der Psychiatrischen Klinik Oberwil. Er erzählt in der Serie «Aus dem Leben von...» von seinem Alltag. (Bild Andrea Schelbert/Neue SZ)

Paul Lalli ist Direktor in der Psychiatrischen Klinik Oberwil. Er erzählt in der Serie «Aus dem Leben von...» von seinem Alltag. (Bild Andrea Schelbert/Neue SZ)

«Ich stehe um halb sechs auf. In der Regel verlasse ich mein Zuhause eine Stunde später und fahre mit dem Zug von Brunnen nach Oberwil. So bin ich gegen viertel nach sieben in der Klinik. Für mich ist jeder Tag anders. Das macht meine Arbeit auch interessant. In der Regel erledige ich zuerst die Mails und die Post und verteile dann die entsprechenden Aufträge. Einen grossen Teil meiner Arbeitszeit machen Sitzungen und Besprechungen aus. Diese müssen entsprechend vorbereitet sein. Teilweise erarbeite ich auch Konzepte. Reklamationen muss ich nachgehen und herausfinden, wo die Gründe liegen, und klären, ob etwas verändert werden muss.

Natürlich gibt es bei 220 Mitarbeitenden auch personelle Probleme, die besprochen und gelöst werden müssen. Als Klinikdirektor bin ich auch der oberste Personalchef. Wenn ein Mitabeiter nicht mehr weiterkommt bei seinen Vorgesetzten, kann es durchaus sein, dass er mir sein Anliegen vorträgt und wir zusammen mit seinem Vorgesetzten eine Lösung suchen.

Das spricht sich herum
Tendenziell ist die Klinik immer besser ausgelastet. Im letzten Jahr lag die durchschnittliche Belegung bei 96 Prozent. Die genauen Gründe dafür kennen wir nicht. Man hat natürlich Vermutungen. Einerseits vermittelt die Psychiatrie in der Gesellschaft nicht mehr dieses Schreckensbild wie früher. Die Patienten können wesentlich mitbeeinflussen, wie ihre Behandlung ablaufen soll. Das spricht sich herum. Immer mehr Menschen stehen offen zu ihren psychischen Problemen. Anderseits nehmen die psychischen Belastungen zu. Es gibt immer mehr Beziehungsprobleme, das zeigt ja auch die steigende Scheidungsrate. Auch Konflikte an Arbeitsplätzen und die Arbeitsbelastungen nehmen zu. Und auch die familiären Probleme häufen sich. Das alles kann zu psychischen Problemen führen.»

Aufgezeichnet von Andrea Schelbert

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Schwyzer Zeitung.