Personalmangel im Spital spitzt sich zu

An Zentralschweizer Spitälern machen sich Spezialkräfte immer rarer. Noch gibt es zwar keine Lücken in der Patientenversorgung, die Belastung für die Spital-Belegschaft wird jedoch immer grösser.

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Pflegefachfrau Alessandra Diaco macht einer Patientin am Kantonsspital Luzern eine Injektion. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Pflegefachfrau Alessandra Diaco macht einer Patientin am Kantonsspital Luzern eine Injektion. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Situation in den Zentralschweizer Spitälern wird immer dramatischer, der Mangel an Fachkräften im Ärzte- und Pflegebereich verschärft sich. Einerseits, weil wegen der Überalterung der Angestellten eine Pensionierungswelle ansteht. Andererseits, weil das bisher reichhaltige deutsche Reservoir austrocknet. «Die Auswahl ist nicht mehr so komfortabel. Jüngst haben wir auf der Suche nach einem Oberarzt nur zwei Kandidaten angeschaut. Das war der Tiefpunkt», erklärt Zugs Spitaldirektor Matthias Winistörfer. Rita Anton, seine Amtskollegin aus Obwalden, berichtet, dass «wir ohne deutsche Verstärkung nicht die Hälfte des Bedarfs an Assistenzärzten abdecken könnten».

Erhöhte Belastung für Personal

Noch habe sich die erschwerte Rekrutierung von medizinischem Personal nicht auf das Wohl der Patienten ausgewirkt. «Die Patientensicherheit ist gewährleistet», sagt Michael Döring, Leiter des Departements Pflege am Kantonsspital Luzern. Noch können die Lücken intern mit der vorhandenen Belegschaft kompensiert werden. Dies führe jedoch zu einer zunehmenden Belastung. «Vereinzelt fällt den Patienten auf, dass das Personal permanent am Arbeiten ist. Die Verweildauer im Beruf ist relativ kurz, weil die Belastung hoch ist», sagt Döring.

Doch was ist zu tun? Für Guido Schüpfer, den Stabschef der Ärztlichen Direktion am Kantonsspital Luzern, steht fest, dass man die Wettbewerbstauglichkeit verbessern müsse. «Unsere Region muss aufpassen, dass sie den Anschluss nicht verliert. Tiefere Löhne im Verhältnis zu den Ballungsräumen Bern, Basel und Zürich sowie ein Wandel der Gesellschaft, die nicht mehr für die Arbeit lebt, sind weitere Gründe für die Verknappung.»

Stephan Santschi/bep

Den ganzen Artikel lesen Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 19. Juni 2011 oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.