PERSONENFREIZÜGIGKEIT: Zentralschweiz: Mehr Nein- als Ja-Gemeinden

Das Schweizer Stimmvolk hat die Vorlage zur Personen­freizügigkeit überraschend klar angenommen. Auch fünf der sechs Zentral­schweizer Kantone sagten ja. Eine knappe Mehrheit der Gemeinden war jedoch dagegen.

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Die Zentralschweiz stimmte ab. (Bild Guido Röösli/Neue LZ (Archiv))

Die Zentralschweiz stimmte ab. (Bild Guido Röösli/Neue LZ (Archiv))

Die Schweizerinnen und Schweizer haben sich mit einem Ja-Stimmenanteil von 59,6 Prozent für die Weiterführung und Ausdehnung der Personenfreizügigkeit mit der EU ausgesprochen. Die Vorlage wurde in allen Kantonen mit Ausnahme von Schwyz, Glarus, Appenzell-Innerhoden und Tessin angenommen.

In der Zentralschweiz war die Zustimmung im Kanton Zug am deutlichsten: 59,2 Prozent befürworteten die Vorlage. Wie die Zuger sprachen auch die Luzerner mit 58% ein deutliches Ja.

Knapp und sehr knapp
Knapper fiel das Resultat in Ob- und Nidwalden sowie Uri aus. Ganz knapp in Nidwalden, wo 50,27% der Abstimmungsteilnehmer ja sagten. Nur gerade 89 Personen waren hier das Zünglein an der Waage. 

Etwas deutlicher sprachen sich die Urner (mit 51,84%) und die Obwaldner (mit 52,28%) für die Vorlage aus.

Schwyz im Kreis der «Nein-Sager»
Mit einem Nein-Stimmenanteil von 56 Prozent lehnte  Schwyz als einziger Zentralschweizer Kanton die Vorlage ab. Schwyz zählt mit Glarus (51% Nein), Appenzell Innerrhoden (53.3%) und Tessin (65.8%) zum kleinen Kreis der Kantone, welche gegen die Ausweitung der Personenfreizügigkeit waren.

Mehr Nein- als Ja-Gemeinden
Während das Verhältnis der Zentralschweizer Kantone bei 5 zu 1 zugunsten der Befürworter liegt, sieht es im Gemeindevergleich deutlich anders aus: Von den  Zentralschweizer Gemeinden sagte nämlich eine knappe Mehrheit nein - konkret 85 von 167.  

Zählt man alle in der Zentralschweiz abgegebenen Stimmen zusammen, kommt man allerdings wieder auf eine Ja-Mehrheit. Bei 140'666 Ja gegen 118'615 Nein liegt das Verhältnis bei 54 zu 46 Prozent.

 kst/bac

Stimmen und Analysen zum Abstimmungssonntag lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.