PFÄFFIKON: OC Oerlikon leidet unter Abschwung in Asien

Der Technologiekonzern OC Oerlikon hat im dritten Quartal gleich mehrfach unter der nachlassenden Konjunktur in Asien gelitten. So brachen die Verkäufe von Textilmaschinen ein. Tiefe Rohstoffpreise drückten die Nachfrage aus der Öl- und der Bergbauindustrie.

Merken
Drucken
Teilen
Der Industriekonzern OC Oerlikon muss seine Umsatzprognose nach unten anpassen. (Bild: Keystone/STEFFEN SCHNMIDT)

Der Industriekonzern OC Oerlikon muss seine Umsatzprognose nach unten anpassen. (Bild: Keystone/STEFFEN SCHNMIDT)

OC Oerlikon ist mit seiner Präsenz auf allen Kontinenten und in mehreren Märkten eigentlich gut abgesichert gegen den Einbruch in einem Absatzgebiet. Im dritten Quartal hat jedoch diese Absicherung nur zum Teil funktioniert.

OC Oerlikon musste in den vergangen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr sowohl beim Umsatz (-15,2 Prozent auf 722 Millionen Franken) wie bei den Bestellungen (-16,2 Prozent auf 691 Millionen) und dem Betriebsgewinn (-15,9 Prozent auf 74 Millionen) deutliche Rückgänge hinnehmen.

Grund dafür ist vor allem die schwache Konjunktur in Asien und die gesunken Rohstoffpreise. Gleichzeitig hat OC Oerlikon unter einem zyklischen Abschwung in der Textilindustrie gelitten.

So reduzierte sich im Geschäftsbereich Kunstfaser-Textilmaschinen (Manmade Fibres) die Verkäufe um mehr als einen Viertel auf 181 Millionen Franken. Um fast einen Fünftel brach der Umsatz mit der Herstellung von Getrieben ein (-19,1 Prozent auf 157 Millio nen Franken ), weil die Nachfrage aus der Landwirtschaft, dem Bergbausektor und vor allem der Öl- und Gasindustrie einbrach.

Ebenfalls deutlich rückläufig entwickelte sich der Geschäftsbereich, der Vakuum-Technologie für Kühlschränke oder die Beschichtung von Mikrochips liefert. Der Umsatz des Segments Vacuum reduzierte sich um 11,1 Prozent auf 88 Millionen Franken.

Oberflächengeschäft wirkt stabilisierend

Und selbst im grössten Segment, dem Oberflächengeschäft, muss OC Oerlikon ein Umsatzrückgang hinnehmen. Mit einem Minus von 5,1 Prozent auf 296 Millionen Franken fällt er jedoch geringer aus als in den anderen drei Geschäftsbereichen. Surface Solutions konnte im dritten Quartal sogar als einziges Segment den Betriebsgewinn steigern. Das Beschichtungsgeschäft hat demnach OC Oerlikon von einem eigentlichen Absturz bewahrt.

Dass OC Oerlikon mit der Übernahme von Sulzer Metco dieses Segment ausgebaut und damit die Abhängigkeit vom zyklischen Textilmaschinengeschäft und von Asien reduziert hat, scheint sich zu bewähren. Im Geschäftsjahr 2013 gingen noch 44 Prozent aller Verkäufe in den asiatischen Raum. Im dritten Quartal 2015 hat sich dieser Anteil auf 37 Prozent reduziert.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Asien bleibt dennoch bestimmend. So erwartet OC Oerlikon, dass das Wirtschaftsumfeld wegen des anhaltenden Rückgangs in China, den weiterhin bestehenden Problemen in Europa und der ungewissen Wirkung einer Leitzinserhöhung in den USA weiterhin äusserst anspruchsvoll bleibt. Die Konzernleitung passt darum auch den Ausblick für das Gesamtjahr an.

Ausblick nach unten korrigiert

So erwartet OC Oerlikon neu einen Umsatz auf Vorjahreshöhe bei einem Anstieg der Bestellungen im niedrigen einstelligen Bereich. Mitte Jahr lautete die Prognose noch auf eine Umsatzsteigerung von 5 Prozent und ein Bestellplus von rund 10 Prozent.

Wenig Freude an diese Anpassung des Ausblicks hatte die Börse. Der Kurs der OC-Oerlikon brach bei einem sonst stabilen Markt bis 12 Uhr um über 4 Prozent ein. (sda)