PFÄFFIKON: OC Oerlikon schreibt dunkelrote Zahlen

Der Technologie- und Maschinenkonzern OC Oerlikon hat letztes Jahr tiefrote Zahlen geschrieben. Die Unternehmung zeigte am Mittwoch einen Reinverlust von 422 Millionen Franken und einen Umsatzrückgang um zwölf Prozent.

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OC-Oerlikon-Fahnen flattern im Wind. (Bild EQ)

OC-Oerlikon-Fahnen flattern im Wind. (Bild EQ)

Der Reinverlust von 422 Millionen Franken vergleicht sich mit einem Reingewinn von 319 Millionen Franken im Vorjahr. Den Absturz begründete die in Pfäffikon ansässige OC Oerlikon, die vom russischen Milliardär Viktor Vekselberg beherrscht wird, in der Mitteilung mit Sondereffekten: Wertberichtigungen, Restrukturierungskosten und Einmaleffekte aus dem Verkauf der Halbleitertochter Oerlikon Esec. Der Betriebsgewinn (EBIT) vor Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen im fortgeführten Geschäft wird auf 281 Millionen Franken beziffert. Mit den abgestossenen Bereichen Oerlikon Esec und Oerlikon Optics liegt der EBIT bei 203 Millionen Franken. Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten sank im Vorjahresvergleich um zwölf Prozent. Mit den überraschend vorab veröffentlichten Eckwerten erfüllt der Konzern nach eigenen Angaben die Bedingungen des syndizierten Bankenkredits von 2,5 Milliarden Franken. Vollständige Zahlen will OC Oerlikon am 26. März bekannt geben.

Publikationsstrategie erntet Kritik
Analysten zeigten sich überrascht von der vorzeitigen Veröffentlichung der Eckwerte. Bei der Bank Vontobel hiess es, Umsatz und EBIT seien besser als erwartet ausgefallen, der Verlust aber schlechter. Bemängelt wurde, dass weder der Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) noch die Höhe der Schulden von OC Oerlikon veröffentlicht worden seien. Dies erschwere die Beurteilung der Zahlen. Laut der St. Galler Privatbank Wegelin dürften die Spekulationen über die Nichteinhaltung der Kreditbedingungen fürs erste etwas abflauen. Allerdings scheine die Skepsis der Anleger über die weitere Wirtschaftsentwicklung und damit besonders der Textilsparte von OC Oerlikon, des ehemaligen Saurer-Konzerns, anhalten. Ein Kauf von Oerlikon-Aktien ist laut dem St. Galler Institut «weiterhin nur nervenstarken Investoren vorbehalten».

Deren schien es an der Schweizer Börse genug zu geben. Der Kurs der Oerlikon-Aktien stieg gegenüber dem Vorabend um bis zu 11,3 Prozent und stand bei Börsenschluss mit 25,76 Franken noch 10,4 Prozent höher.

ap