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PFLEGE: Er beschäftigt sich mit einem heiklen Thema

Sasa Mihajlovic (20) ist seinem Ausbildungsziel ein Stück näher gekommen: Seine Diplomarbeit behandelt die Frage, wie man Angehörige von Sterbenden begleitet.
Florian Weingartner
Sasa Mihajlovic (20) bei der Arbeit. (Archivbild Manuela Jans)

Sasa Mihajlovic (20) bei der Arbeit. (Archivbild Manuela Jans)

Die Diplomarbeit mit dem Titel «Angehörigenbegleitung in der letzten Sterbephase von Bewohnern in einer Langzeitinstitution» ist der bisher grösste Meilenstein in der Ausbildung von Sasa Mihajlovic. Der 20-jährige Wolhuser besucht seit Herbst 2012 die höhere Fachschule Gesundheit Zentralschweiz in Luzern, wo er sich zur Pflegefachperson mit höherem Fachausweis HF ausbilden lässt (wir berichteten).*

«Thema beschäftigt mich stark»

In seiner Arbeit behandelt Mihajlovic den Umgang mit den Angehörigen der Altersheimbewohner, die er an seinem Arbeitsplatz im Wohn- und Pflegezentrum Berghof in Wolhusen betreut. «Das Thema beschäftigt mich in meiner Berufspraxis stark. Der konstante Kontakt mit den Angehörigen ist zentral für unseren Beruf. Für diese Diplomarbeit entschied ich mich, weil mir da die Kommunikation am schwersten fällt», erzählt Mihajlovic. Die vertiefte Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema habe ihm persönlich viel gebracht. «Vieles, das ich vorher unbewusst machte, wurde mir in seiner Bedeutung durch die Literaturarbeit bewusst.»

So viel informieren wie möglich

Bei der Vorbereitung der Angehörigen auf den bevorstehenden Tod gehe es vor allem um die Sicherstellung des Informationsflusses. «Ich sage mir, lieber einmal zu viel informieren als einmal zu wenig», sagt Mihajlovic. Vorgängig macht er mit den Angehörigen aus, wann er sie informieren soll. Wenn sich etwa der Zustand der sterbenden Person ändert, wollen manche zu jeder Tages- und Nachtzeit darüber unterrichtet werden. Andere wiederum bitten darum, erst am Morgen kontaktiert zu werden.

Während des Verfassens der 34 Seiten plus Literaturverzeichnis umfassenden Arbeit besuchte Sasa Mihajlovic den Unterricht in Luzern. Doch den Praxisbezug habe dies nicht beeinflusst. «Ich konnte meine Erfahrungen, die ich zuvor gemacht hatte, einfliessen lassen.»

Seit Dezember bekam er für das Verfassen der Arbeit 40 Lektionen Zeit, der Rest musste in der Freizeit geleistet werden. «Es war eine intensive Zeit, und ich bin froh, ist sie nun vorbei», sagt Mihajlovic. Zu Beginn habe er befürchtet, dass er zu wenig Text hinbekommen werde. «Am Ende musste ich sogar noch etwas kürzen», erzählt er schmunzelnd. Am meisten Mühe hatte er nicht mit dem Inhalt, sondern mit der Struktur der Arbeit. Dabei habe ihm seine Betreuerin sehr helfen können. Sasa Mihajlovic ist zufrieden mit dem Ergebnis. «Als ich sie erstmals vollständig in der Hand hielt, war ich schon ein wenig stolz.»

Ziel: Noch mehr Verantwortung

Sasa Mihajlovic fühlt sich wohl bei seinem Arbeitgeber und wird nach seiner Ausbildung, die im Herbst mit dem mündlichen Fachgespräch abgeschlossen wird, in Wolhusen weiterarbeiten. «Ich werde froh sein, wenn die Ausbildung zu Ende ist. Es ist schon sehr anstrengend.» Dennoch möchte sich Mihajlovic danach nicht lange auf den erworbenen Lorbeeren ausruhen. «Mein Ziel ist es, mich weiterzubilden, um Zusatzverantwortung übernehmen zu können.»

* Sasa Mihajlovic (20) und Chantal Arnold (20) werden seit Beginn ihrer Ausbildung zu Pflege- fachpersonen mit höherem Fachausweis HF im Herbst 2012 von unserer Zeitung begleitet. In unregelmässigen Abständen berichten wir über ihren Alltag in Betrieb und Schule. Nachdem im letzten Beitrag der Arbeitsalltag von Chantal Arnold im Zentrum des Interesses stand, widmen wir uns diesmal den schulischen Belangen von Sasa Mihajlovic. Alle bisher erschienenen Artikel finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/serien

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