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PFLEGE: Verbände und Spritzen dominieren ihren Tag

In Luzern gibt es viel zuwenig junge Leute, die einen Pflegeberuf wählen. Chantal Arnold (20) hat es gewagt. Sie erzählt uns aus ihrem Alltag.
Florian Weingartner
Die angehende Pflegefachfrau HF, Chantal Arnold, bei einem Verbandswechsel nach einer Blinddarmoperation. (Bild Manuela Jans)

Die angehende Pflegefachfrau HF, Chantal Arnold, bei einem Verbandswechsel nach einer Blinddarmoperation. (Bild Manuela Jans)

Name, Jahrgang, Diagnose, Medikamente und ihre Dosierung, Reanimation ja/nein und weitere Bemerkungen. All diese Informationen entnimmt die Fachfrau Gesundheit Chantal Arnold (siehe Kasten) der Patientenmappe, die mehrere Seiten umfasst. Hier sind auch die wichtigsten Daten zu den Vitalfunktionen wie Blutdruck, Puls und Körpertemperatur vermerkt. Die Mappe begleitet die Patienten während des ganzen Spitalaufenthalts und wird stets aktualisiert.

Morgendliches Aktenstudium

Wir sitzen im sogenannten Stationszimmer auf einer Station des Kantonsspitals in Sursee. Es ist kurz nach sieben Uhr. Die Pflegefachleute der Nachschicht übergeben die Patienten der Frühschicht, zu denen auch Chantal Arnold gehört. An Tischen sitzen rund zehn meist junge Frauen und studieren Patientenakten. Heute hat Chantal Arnold die Verantwortung für drei Patientinnen, bei denen sie die Morgenvisite macht. Sie macht sich Notizen zu den wichtigsten Dingen, auf die sie beim Rundgang achten muss. Chantal Arnold ist ausgebildete Fachfrau Gesundheit und inzwischen im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau HF an der Höheren Fachschule Gesundheit Zentralschweiz. Seit rund drei Monaten arbeitet sie hier auf der Abteilung. Sie ist weitgehend selbstständig im Umgang mit den Patienten, kann bei Unklarheiten aber ihre zuständige diplomierte Pflegefachfrau um Rat anfragen.

In einem schmalen Raum im Pflegestützpunkt werden die Medikamente hergerichtet. Antibiotika, Schmerzmittel, Magenschutz, Verdauungshilfen oder Blutverdünner, was die Patienten, die sich nach ihrer Operation erholen, gerade so brauchen. Es herrscht eifrige Geschäftigkeit im kleinen Separée. Platz hat es nur für zwei Personen aufs mal, schnelles und genaues Arbeiten ist wichtig. Keine drei Minuten dauert es, und Chantal Arnold hat die drei Tabletts mit den Medikamenten beisammen, und um Viertel nach sieben Uhr kann es mit dem Morgenrundgang losgehen.

Überprüfung der Vitalfunktionen

Türe auf, gedämpftes Licht an, «Guten Morgen!». Von den Betten kommen mehr oder minder schwache Grussworte zurück. Es ist früh, und draussen ist es noch halbdunkel. Der Ausblick geht auf den Sempachersee hinaus, der im Morgennebel liegt. Drei Patientinnen unterschiedlichen Alters liegen in ihren Betten. Chantal nimmt sich ihrer im Gegenuhrzeigersinn an. Sie fragt nach dem Befinden, misst den Blutdruck, den Puls und die Temperatur.

Bei der ersten Patientin muss eine Blutentnahme gemacht werden. Chantal Arnold staut das Blut im Arm mit einem Gummizug, um eine geeignete Vene zu finden. Ohne Erfolg. Ein Fall für ihre zuständige diplomierte Pflegefachfrau, denn für mehrmalige Versuche bleibt keine Zeit, das Morgenprogramm ist dicht gedrängt. Etwas weniger als eine Viertelstunde pro Patient, das muss reichen, um die Vitalfunktionen zu prüfen, kurz zu «gesprächeln», Medikamente abzugeben und Bettpfanne oder Katheter zu entleeren. Um acht Uhr wird das Morgenessen serviert, bis dann müssen die Patienten bereit sein.

Verständigungsschwierigkeiten

Die eine Frau, die eine Operation an ihrem Bein hinter sich hat, spricht kein Wort Deutsch. Eine Herausforderung für Chantal Arnold. Sie versucht, sich mit Zeichensprache verständlich zu machen. Dass die Frau über Schmerzen klagt, scheint klar. Um es genauer zu erfahren, holt Chantal Arnold eine Kollegin, welche die Muttersprache der Frau beherrscht. Gemeinsam setzen sie die Frau im Bett auf. Sie habe einen trockenen Mund, beklagt sie sich, und Schmerzen. Chantal Arnold hilft ihr noch, den Tee einzuschenken, der gerade mit dem Morgenessen gekommen ist. Dann verabschiedet sie sich einstweilen, um die Ereignisse der Morgenvisite mit ihrer zugeteilten Pflegefachperson zu besprechen.

Später wird sie nochmals nach ihren Patienten sehen, Verbände wechseln, Ein- und Austritte organisieren sowie den Arzt bei seiner Visite begleiten. Dabei rapportiert Chantal Arnold nach jeder Patientenrunde bei der für sie zuständigen Pflegefachfrau. Ihr Tag ist straff organisiert. Erst ab 14.30 Uhr, wenn die Spätschicht übernimmt, bleibt Zeit für individuelle Betreuungsarbeit. Auch für die Dokumentation der Behandlungen steht nun Zeit zur Verfügung. Um 16 Uhr ist Arbeitsende.

Hinweis: Die beiden weiteren, bisherigen Artikel auf www.luzernerzeitung.ch/serien

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