PLAKAT-KAMPAGNE: Umstrittene Plakate werden positiv ergänzt

Die von verschiedener Seite kritisierten Plakatsprüche werden neu durch positive Aussagen ergänzt. Die gut gemeinte Kampagne hat der IV viel Ärger eingebracht.

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Eines der neuen Plakate. (Bild Roger Grütter/Neue LZ, Montage scd)

Eines der neuen Plakate. (Bild Roger Grütter/Neue LZ, Montage scd)

In der Schweiz geht die Invalidenversicherung (IV) gegen Vorurteile vor, denen Behinderte im Alltag ausgesetzt sind. Mit einer landesweiten Plakatkampagne, die von provokativen Thesen ausgeht und später in eine positive Aussage mündet, soll die Bevölkerung sensibilisiert und die Rolle der Behinderten in der Arbeitswelt gestärkt werden, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) am Donnerstag mitteilte.

Der erste Teil der Plakate wurde zu Beginn dieser Woche in Umlauf gebracht, seit (heute) Donnerstag werden nun die positiven Aussagen nachgereicht. Eine Woche später soll dann diese so genannte «Teaser-Kampagne» auch noch mit Fernsehspots ergänzt werden. Die Kampagne ist Teil eines auf mehrere Jahre angelegten Bündels von Sensibilisierungs- und Informationsmassnahmen und soll insbesondere den Wandel der IV von der Renten- zur Eingliederungsversicherung unterstützen, wie es in der Mitteilung heisst.

«Pro Infirmis» kritisierte Plakatkampagne
Eine erster Teil dieser Massnahmen war im Frühling 2008 lanciert worden. Er hatte zum Ziel, die berufliche Integration behinderter Menschen voranzutreiben und den allgemeinen Kenntnisstand über die IV zu verbessern. Im Juni 2009 wurde eine zweite Kampagne unter dem Motto «Eine Stelle - zwei Gewinner» ins Leben gerufen.

Die Organisation «Pro Infirmis» hatte die jüngste Kampagne zu Beginn dieser Woche kritisiert und davor gewarnt - trotz gutem Willen - ein «Eigentor» zu schiessen. Auch wenn provokative Thesen letztlich ins Positive gedreht würden, so sei dies doch ein Spiel mit dem Feuer, das den Behinderten kaum einen langfristigen Erfolg bringe, schrieb die Organisation.

ap