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POLITIK: So wirken die Zentralschweizer Bundespolitiker in Bern

2019 stehen Wahlen an: Unsere Bundeshausredaktion beurteilt die Arbeit der 30 Zentralschweizer National- und Ständeräte – und stellt die drei auffälligsten Neugewählten vor.
Der Nationalrat debattiert waehrend der Sondersession im Nationalrat, am Donnerstag, 4. Mai 2017 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex) (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))

Der Nationalrat debattiert waehrend der Sondersession im Nationalrat, am Donnerstag, 4. Mai 2017 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex) (Bild: ANTHONY ANEX (KEYSTONE))

Prisca Birrer-Heimo

59
SP, Nationalrätin
Rothenburg
Luzern
Im Amt seit: 2010

Als oberste Konsumentenschützerin des Landes ist es Prisca Birrer-Heimo zwar bis heute nicht gelungen, aus dem Schatten ihrer Vorgängerin Simonetta Sommaruga zu treten. In Bern gilt sie als stille Schafferin. Eine erfolgreiche allerdings, wie ihr Einsatz gegen die Unternehmenssteuerreform III zeigt: Das Volk schickte das Projekt wegen drohender Steuerausfälle deutlich bachab. Geortet hatte diese die ehemalige Finanzvorsteherin von Rothenburg, welche die SP in der Wirtschaftskommission vertritt. Auch in Zukunft: 2019 tritt Birrer-Heimo wieder an.

Yvette Estermann

51
SVP, Nationalrätin
Kriens
Luzern
Im Amt seit: 2007

Ihr Einsatz für alles Schweizerische kontrastiert mit ihrem Akzent: Der Wahlluzernerin mit slowakischen Wurzeln ist zu verdanken, dass der Nationalrat zu Beginn jeder Legislatur die Landeshymne singt und über dem Bundeshaus permanent Schweizer Fahnen zu wehen haben. Deutlich weniger erfolgreich war Estermanns Kampf für die Wiedereinführung der Glühbirnen, ebenso wie jener für die Abschaffung der Sommerzeit. Kürzlich hat es die Ärztin ins Nationalratsbüro gebracht, wo sie zur Stimmenzählerin gewählt wurde. Sie will 2019 erneut kandidieren.

Ida Glanzmann-Hunkeler

59
CVP, Nationalrätin
Altishofen
Luzern
Im Amt seit: 2006

Als Vizepräsidentin der sicherheitspolitischen Kommission spielt sie in ihrer Partei in diesem Politikbereich die erste Geige. Auffallend ist Glanzmanns Engagement gegen islamistischen Extremismus. Sie hat mitgearbeitet an einem Islam-Positionspapier ihrer Partei, das unter anderem ein Kopftuchverbot an Schulen und Kindergärten vorschlägt. Auch Doris Leuthard arbeitete einst an einem CVP-Muslimpapier, dann wurde sie Bundesrätin. Derartige Ambitionen werden Glanzmann keine nachgesagt. Im Parlament jedoch würde sie länger als 2019 bleiben.

Franz Grüter

54
SVP, Nationalrat
Eich
Luzern
Im Amt seit: 2015

Franz Grüter hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Vor sechs Jahren hatte der IT-Unternehmer noch nichts mit Politik zu tun, dann wurde er Präsident der Luzerner SVP, Kantonsrat – und 2015 schaffte er bereits den Sprung in den Nationalrat. Als ehemaliger Geschäftsführer des Internetkonzerns green.ch geniesst er in Fragen der Digitalisierung grossen Respekt. In der SVP-Parteileitung ist er für Steuern und Finanzen verantwortlich. Nach einem aufsehenerregenden Start mit dem Büpf-Referendum ist es etwas ruhiger um ihn geworden. 2019 wird er wieder antreten.

Leo Müller

59
CVP, Nationalrat
Ruswil
Luzern
Im Amt seit: 2011

Leo Müller wirkt im Auftritt wenig spektakulär, doch der Eindruck täuscht. Der CVP-Nationalrat hat sich in seinen sechs Jahren in Bern zu einem respektierten Wirtschafts- und Finanzpolitiker gemausert. Ob Unternehmenssteuerreform oder Sparprogramm: Müller hat etwas zu sagen. Ins Gerede kam der Jurist mit seinem Einsatz für die Privilegierung der Bauern bei der Grundstückgewinnsteuer. Nach einer ausgreifenden Debatte über die Macht der Bauernlobby wurde die Gesetzesänderung schliesslich abgelehnt. Antreten wird Müller auch 2019.

Felix Müri

60
SVP, Nationalrat
Emmenbrücke
Luzern
Im Amt seit: 2003

Felix Müri ist der Prototyp eines gmögigen SVP-Politikers. Alljährlich führt er beim Jassturnier der Partei durchs Programm, auch im Parlament ist er gerne auf einen Schwatz zu haben. Die vergangenen zwei Jahre präsidierte er die Kommission für Wissenschaft und Bildung. Ein politisches Schwergewicht ist er nicht. Eine Herzensangelegenheit ist ihm der Vollanschluss von Emmen Nord an die Autobahn, den inzwischen beide Räte befürworten. Müri sitzt seit 14 Jahren im Nationalrat, und geht es nach ihm, dürfen es sechs weitere werden. Er will 2019 nochmals antreten.

Louis Schelbert

65
Grüne, Nationalrat
Luzern
Luzern
Im Amt seit: 2006

Er hat das Pensionsalter erreicht und zieht sich zurück: Nach zwei Sessionswochen wird Louis Schelbert am 12. März Michael Töngi Platz machen. Als Vertreter der Grünen hatte Schelbert im bürgerlich dominierten Nationalrat oft einen schweren Stand. Einen grossen Sieg bescherte ihm das Volk, als es die Unternehmenssteuerform III versenkte. Schelbert kämpfte vehement für dieses Resultat. Aufgewachsten in einer Arbeiterfamilie, politisierte Schelbert ebenso klar wie glaubwürdig links. Ein respektvoller Umgang mit Andersdenkenden zeichnet ihn aus.

Peter Schilliger

58
FDP, Nationalrat
Udligenswil
Luzern
Im Amt seit: 2012

Die Parteispitze dürfte aktuell wenig Freude an Peter Schilliger haben: Der ehemalige Kantonsrat wirbt entgegen der FDP-Parole für die No-Billag-Initiative. Schilliger scheut sich nicht, von der Parteilinie abzuweichen. Auch populäre Anliegen wie den Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit kritisiert er, wenn er es für nötig hält. In Bern hat sich der in der Gebäudetechnik tätige Unternehmer als Energiepolitiker profiliert. Obwohl Wirtschaftsliberaler durch und durch, kämpfte er für die Energiestrategie. 2019 werde er vermutlich wieder antreten, sagt er.

Albert Vitali

62
FDP, Nationalrat
Oberkirch
Luzern
Im Amt seit: 2011

Als Vizepräsident der Finanzdelegation des Parlaments hat Albert Vitali ein gewichtiges Amt inne. Der Finanzpolitiker vertritt einen rigiden Sparkurs, vor allem beim Bundespersonal. Daneben sind ihm die Reform des Finanzausgleichs und der Bürokratieabbau ein Anliegen. Offene Türen rannte er bei Bundesrat und Parlament mit einem Vorstoss ein, welcher der Justiz bei Gewaltverbrechen erlaubt, aus DNA-Spuren Täterprofile zu erstellen. Bei der No-Billag-Abstimmung setzt sich Vitali als Chef der Volksmusikszene für die SRG ein. 2019 sucht er die Wiederwahl.

Konrad Graber

59
CVP, Ständerat
Kriens
Luzern
Im Amt seit: 2007

Ist von CVP-Ständerat Konrad Graber die Rede, kommt man zwangsläufig auf den Bundesrat zu sprechen. Er ist einer der Favoriten für die Nachfolge von Doris Leuthard, die aller Voraussicht nach im Frühjahr abtritt. Sein staatsmännischer Auftritt, seine Verlässlichkeit und seine parteiübergreifende Akzeptanz sprechen für ihn. Eine Niederlage musste Graber allerdings im vergangenen Jahr einstecken, als die von ihm mitgeprägte Rentenreform vom Volk versenkt wurde. Der Wirtschaftsprüfer wird 2019 wieder antreten – falls er bis dann nicht Bundesrat ist.

Peter Keller

46
SVP, Nationalrat
Hergiswil
Nidwalden I
m Amt seit: 2011

Der zweite «Weltwoche»-Mitarbeiter im Parlament nebst dem Chefredaktor tut sich durch die Bearbeitung zweier Kernthemen der SVP hervor: Er fordert vom Bundesrat eine strengere Asylpolitik und tritt in der Finanzkommission für einen sparsameren Umgang des Bundes mit Steuergeldern ein. Dabei hat er sein Augenmerk auf Zulagen und Nebenverdienste der Bundesangestellten gerichtet. Keller ist Leiter der SVP-Fraktion in der Bildungskommission. Galt er einst als Mitglied des innersten Zirkels Blochers, so scheinen diese Zeiten vorbei zu sein.

Hans Wicki

54
FDP, Ständerat
Hergiswil
Nidwalden
Im Amt seit: 2015

Ein halbes Jahr lang übte Hans Wicki zwei politische Mandate aus: Er war Regierungsrat und Ständerat. Das erschwerte ihm den Start im Stöckli, wo die Arbeitsbelastung bei rund 50 Prozent liegt. Seit Juni 2016 konzentriert sich Wicki politisch auf das Mandat in Bern, wo er in den Kommissionen für Bildung, Sicherheit und Verkehr Einsitz nimmt. Zu diesen Themen meldet er sich im Rat regelmässig zu Wort. Seinen bisher einzigen Vorstoss zum Bürokratieabbau für einen Nidwaldner Landmaschinenbauer liess der Bundesrat abblitzen.

Karl Vogler

51
CSP, Nationalrat
Lungern Obwalden
Im Amt seit: 2011

Obwohl Vertreter der Kleinpartei CSP, ist Karl Vogler in der CVP-Fraktion gut vernetzt. Erfolge hat er mit Vorstössen für bessere Raumplanung erzielt. Er hat auch erreicht, dass der Bundesrat dafür sorgt, dass Bauern selbst Fleisch zum Verkauf schlachten dürfen. In die Medien schaffte es Vogler als Kritiker der Autoindustrie beim Diesel-Skandal. Vergeblich setzte er sich dafür ein, dass sich die SRG stärker in Zurückhaltung übt. Vorerst umsonst warb er für mehr Subventionen für die Wasserkraft. Über eine Kandidatur 2019 hat er noch nicht entschieden.

Erich Ettlin

55
CVP, Ständerat
Kerns
Obwalden
Im Amt seit: 2015

Die CVP hat den Kampf gegen die Gesundheitskosten als Wahlkampfthema entdeckt, Erich Ettlin steht dabei in der ersten Reihe. Sein Vorstoss, mit dem er eine Obergrenze für das Kostenwachstum einführen wollte, fand aber keine Mehrheit. Aufgelaufen ist der Obwaldner auch mit einem Gegenvorschlag zur inzwischen zurückgezogenen Bankgeheimnis-Initiative. Der 55-Jährige, der keck startete und bereits in der ersten Session das Wort ergriff, hat die Berner Fallstricke inzwischen kennen gelernt. 2019 wird er voraussichtlich erneut antreten.

Marcel Dettling

37
SVP, Nationalrat
Oberiberg
Schwyz
Im Amt seit: 2015

Marcel Dettling hat sich mit klassischen SVP-Themen Gehör verschafft: Asyl und SRG. Er kämpft gegen den Bau eines Bundesasylzentrums im Kanton Schwyz und kritisiert das SRG-Grossaufgebot an den Bundesratswahlen. Dettling ist Kalbfleischproduzent, sein eigentliches Steckenpferd die Landwirtschaftspolitik. Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten lehnt er ab. Weniger präsent ist der Familienvater als Bildungspolitiker, obwohl er in der entsprechenden Kommission sitzt. Sein Mandat will er 2019 verteidigen.

Alois Gmür

62
CVP, Nationalrätin
Einsiedeln
Schwyz
Im Amt seit: 2011

Alois Gmür, das ist in erster Linie der Braumeister im Bundesparlament. Seinem Engagement für die Jugend und für eine ausgewogene Finanzpolitik zum Trotz: Wenn der CVP-Nationalrat auffällt, geht es meist um das Hopfengetränk. Für einen Aufreger sorgte der Gewerbler im Abstimmungskampf zu No Billag. Genervt von der aggressiven Ja-Kampagne des Gewerbeverbands, warf er der Führungsspitze vor, zu überbeissen, anstatt die wirklichen Interessen des Gewerbes zu vertreten. Gmür wird 2019 zur Wiederwahl antreten.

Petra Gössi

42
FDP, Nationalrätin
Küssnacht am Rigi
Schwyz
Im Amt seit 2011

Vom weitgehend unbeschriebenen Blatt zur FDP-Präsidentin: Petra Gössi hat in den vergangenen zwei Jahren einen kometenhaften Aufstieg hinter sich gelegt. Im Kampf gegen die Altersreform entpuppte sie sich als Schlüsselfigur. Eine spitze Bemerkung gegenüber Auslandschweizern überstand sie schadlos. Dabei hatte die Gössi, die 2019 die Wiederwahl anstrebt, einen holprigen Start als Parteipräsidentin. Gegner verhöhnten die FDP als «Frag-den-Philipp»-Partei, weil Gössis Vorgänger Philipp Müller in wichtigen Themen den Ton angab.

Pirmin Schwander

56
SVP, Nationalrat
Lachen
Schwyz
Im Amt seit: 2003

Es gibt wenige Schweizer Politiker, die so stark mit einem Thema verbunden sind wie SVP-Nationalrat Pirmin Schwander. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden haben ihn auch die vergangenen zwei Jahre umgetrieben. 2016 flog auf, dass Schwander einer Mutter half, sich mit ihrem Kind ins Ausland abzusetzen, um sich der Kesb zu entziehen. Ihm droht eine Verurteilung wegen Beihilfe zur Kindsentführung. Auf eine von ihm mehrfach angekündigte Kesb-Volksinitiative wartet man bis heute. Ob Schwander 2019 nochmals antritt, lässt er offen.

Peter Föhn

65
SVP, Ständerat
Muotathal
Schwyz
Im Amt seit: 2011

Die Fäden im Ständerat ziehen andere, die grossen Schlagzeilen sind nicht die Sache des Peter Föhn. Wenn es dem Muotathaler Möbel-Fabrikanten den Deckel lupft, verschafft er sich aber Gehör. «Jetzt werden wir hier in diesem Saal noch verarscht», sagte er seinen Ratskollegen, unzufrieden über die Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative. Föhn, der vor seiner Wahl in den Ständerat 16 Jahre Nationalrat war, hält im Stöckli das Fähnlein der SVP-Hardliner aufrecht. Das Pensionsalter hat er erreicht. Ob das ein Rücktrittsgrund ist, weiss er noch nicht.

Alex Kuprecht

60
SVP, Ständerat
Pfäffikon
Schwyz
Im Amt seit: 2003

Niemand hat bei den letzten Wahlen im Kanton Schwyz mehr Stimmen erzielt als Alex Kuprecht. In der Sicherheits- und Sozialpolitik ist er erfahren, eine Stütze für die SVP. Mit Kompromissvorschlägen zur Altersreform, zum Beispiel nur tiefe AHV-Renten zu erhöhen, scheiterte er im Parlament. Danach bekämpfte er die Vorlage. Der Versicherungsfachmann kann es sich leisten, sich ab und zu gegen die eigene Partei zu stellen. Kuprecht hiess die erleichterte Einbürgerung der dritten Ausländergeneration gut und lehnt die No-Billag-Initiative ab.

Beat Arnold

39
SVP, Nationalrat
Schattdorf
Uri
Im Amt seit: 2015

Zuverlässig, ruhig, sachorientiert: Der frühere Urner Sicherheitsdirektor Beat Arnold hat Eigenschaften aus seiner Exekutivtätigkeit ins Nationalratsmandat mitgenommen. Im Eidgenössischen Parlament, in dem es nicht an Selbstdarstellern mangelt, hat das einen Nachteil: Man nimmt Arnold öffentlich kaum wahr. In zwei Jahren wird er voraussichtlich die Wiederwahl anpeilen. Bis dann bleibt Arnold noch Zeit, vermehrt im Rampenlicht zu politisieren. Eine Möglichkeit bietet das verschärfte EU-Waffenrecht: Arnold lehnt es vehement ab.

Isidor Baumann

62
CVP, Ständerat
Wassen
Uri
Im Amt seit: 2011

Der frühere Regierungsrat ist ein Ständerat alter Schule. Die Aufmerksamkeit der Medien sucht er nicht, seit Amtsantritt hat er nur acht Vorstösse eingereicht. Dafür hat er als Präsident der sicherheitspolitischen Kommission den Boden dafür bereitet, dass die Schweizer Rüstungsindustrie weniger strengen Exportregeln unterstellt wird. Baumann gilt als spröder Bergler und überraschte seine Kollegen bei der Eröffnung des Gotthard-Tunnels mit einem emotionalen Plädoyer für Uri und die Bergstrecke. Ob er 2019 wieder antritt, hat er noch nicht entschieden.

Thomas Aeschi

39
SVP, Nationalrat
Baar
Zug
Im Amt seit: 2011

Thomas Aeschi ist erst 39 Jahre alt, doch seine politische Karriere ist bereits voller Wendungen. Im November 2015 verpasste der Zuger die Wahl in den Bundesrat, inzwischen ist Aeschi Fraktionschef der SVP. Der Unternehmensberater gilt als Vertrauter von Christoph Blocher und hat sich als staatskritischer Schnelldenker einen Namen gemacht. Sein steiler Aufstieg ruft auch Kritiker hervor. Sie werfen ihm Karrierismus und übertrieben Ehrgeiz vor. 2019 wird er wieder antreten.

Bruno Pezzatti

66
FDP, Nationalrat
Edlibach
Zug
Im Amt seit: 2011

In der FDP gehört Pezzatti zum rechten Parteiflügel. Einen Namen gemacht hat er sich vor allem als Gesundheits- und Sozialpolitiker, wobei das letzte Jahr für ihn ein gutes war: Die von CVP und SP geprägte Rentenreform, die der Zuger mit seiner Partei und dem Arbeitgeberverband im Rücken schon im Parlament vehement bekämpft hatte, wurde vom Volk abgelehnt. Bei der Neuauflage kommt dieser Allianz – und damit auch Pezzatti – eine wichtige Rolle zu. Ob es für den bald 67-Jährigen über das Jahr 2019 weitergeht, hat er noch nicht entschieden.

Gerhard Pfister

55
CVP, Nationalrat
Oberägeri
Zug
Im Amt seit: 2003

Er ist zweifellos einer der mächtigsten Zentralschweizer Parlamentarier: Gerhard Pfister hat mit seiner Wahl zum CVP-Präsidenten im Frühling 2016 seinen Einflussbereich vergrössert und ist in der öffentlichen Diskussion sehr präsent. Bisher hat sich das nicht positiv auf den Wähleranteil seiner Partei ausgewirkt. Pfister erhält für seine Arbeit als Parteipräsident dennoch fast von allen Beobachtern ein gutes Zeugnis und gilt als einer der in der Politik beschlagensten Personen des Landes. Darum wird der Zuger als möglicher nächster CVP-Bundesrat gehandelt.

Joachim Eder

66
FDP, Ständerat
Unterägeri
Zug
Im Amt seit: 2011

Der ehemalige Zuger Gesundheitsdirektor ist ein umtriebiger Mann. Zuletzt kämpfte er in der SRF-Fernsehsendung «Arena» gegen die No-Billag-Initiative. Er sitzt in drei Sachkommissionen des Ständerats und in der Geschäftsprüfungskommission. Und er ist in zahlreichen Vereinen und Stiftungen – vor allem im Gesundheitsbereich – aktiv. Er brachte 2017 eine Motion durch, die vom Bund die Schaffung eines Cybersecurity-Kompetenzzentrums fordert. Wie lange der 67-Jährige weitermacht, ist noch nicht geklärt. Er will sich Ende Jahr Gedanken machen.

Peter Hegglin

57
CVP, Ständerat
Edlibach
Zug
Im Amt seit: 2015

Seine Auftritte wirken manchmal aus der Zeit gefallen. Wenn CVP-Ständerat Peter Hegglin im Parlament seinen ellenlangen Voten abliest, versprüht er wenig Begeisterung. Seine Qualitäten sind andere. Als ehemaliger Finanzdirektor kennt er sich bei den Steuern bestens aus; zu finanziellen Fragen äussert er sich gerne und fundiert. Sein Einfluss ist indes limitiert, weil er nicht in der Wirtschaftskommission sitzt und so etwa die Unternehmenssteuer nicht massgeblich prägen kann. Antreten will der Freund der Bauern auch im Jahr 2019.

Damian Müller

33
FDP, Ständerat
Hitzkirch
Luzern
Im Amt seit: 2015

Er ist der jüngste Ständerat seit Jahrzehnten. 31 Jahre alt war Damian Müller, als er in die kleine Kammer gewählt wurde. Dementsprechend vorsichtig ging er die Legislatur an. Er wolle sich in der Anfangszeit bewusst zurückhalten, kündigte er an; sprach davon, von den älteren Kolleginnen und Kollegen lernen zu wollen. Was für den Rat nach wie vor Gültigkeit hat, sieht in der Öffentlichkeit inzwischen ziemlich anders aus. Beim Abstimmungskampf um die Altersvorsorge 2020 legte Müller seine ständerätliche Zurückhaltung ab. Bundesrat Alain Berset warf er Erpressung und einen liederlichen Umgang mit den Fakten vor. Diese Aggressivität in Abstimmungskämpfen kontrastiert auffällig mit Müllers Verhalten im Ständerat. Dort tritt er weiterhin als Musterschüler auf. Tadellos gekleidet, mit guten Manieren und zurückhaltender Rhetorik: Den Habitus des Ständerats hat Müller perfekt verinnerlicht. Dazu gehört auch ein gewisser Stolz, im Ständerat – und nicht im Nationalrat – zu sitzen.

Müller gilt als gut vernetzt. Bewusst sucht er den Kontakt zu den Bundesräten der FDP. Seine politische Karriere treibt er mit Akribie und Disziplin voran. Auf seiner Website führt der PR-Fachmann seine Medienauftritte fein säuberlich auf. Nicht wenige davon drehen sich um sein Engagement für den Tiefbahnhof Luzern. Auch im EU-Dossier äussert er sich regelmässig pointiert in den Medien. Antreten wird er auch 2019.

Andrea Gmür

53
CVP, Nationalrat
Luzern
Luzern
Im Amt seit: 2015

Ein bisschen Ehrgeiz packt Andrea Gmür auch bei Plauschveranstaltungen: Beim Parlamentarierskirennen in Davos fuhr sie Anfang Jahr zuoberst aufs Podest. Die Luzerner CVP-Nationalrätin befindet sich auch politisch auf der Überholspur. Die ehemalige Gymnasiallehrerin, Mitglied des Universitätsrats Luzern, leitet die christdemokratische Arbeitsgruppe zum Thema Bildung, die kürzlich ein Positionspapier präsentiert hat für weniger Bürokratie für Lehrpersonen oder steuerliche Erleichterungen für Kinderbetreuungskosten auf Bundesebene. Mittels Vorstoss fordert sie auch eine klarere Abgrenzung zwischen den Universitäten und den Fachhochschulen. Als Vertreterin von kantonalen Interessen ist Gmürs Einsatz in der Verkehrspolitik aufgefallen: Sie setzt sich für besser Zugverbindungen von Luzern in den Süden ein.

Bildungspolitiker stehen nicht regelmässig im medialen Scheinwerferlicht. Vielleicht hat Gmür diese Tatsache letzten Sommer in einem Ranking der Sonntagspresse einen Hinterbänkler-Platz eingebrockt. Das Resultat wird ihr nicht gerecht. Sie ist dossiersicher, scheut die direkte Konfrontation nicht, zeigt Ecken und Kanten, ihr Einfluss in der CVP wächst. Manche Parteikollegen attestieren ihr sogar Bundesrätinnen-Format. Die Frage wird sich bald stellen: Doris Leuthard, die amtsälteste Magistratin, wird ihren Sessel spätestens am Ende dieser Legislatur räumen.

Josef Dittli

60
FDP, Ständerat
Attinghausen
Uri
Im Amt seit: 2015

Ein Steckenpferd des Urner Ständerats Josef Dittli ist die Sicherheitspolitik – kein Wunder, arbeitete der FDP-Politiker doch lange Jahre als Berufsmilitär. Während zweier Jahre präsidiert der Oberst nun die Sicherheitspolitische Kommission der kleinen Kammer. Einen Erfolg konnte Dittli mit seiner Forderung nach einem Aufbau von Truppen zur Cyber-Abwehr in der Schweizer Armee verbuchen, der Vorstoss fand in beiden Kammern eine Mehrheit. Auch in der Finanzpolitik, die er in seiner Zeit als Urner Regierungsrat verantwortete, kennt sich Dittli aus.

In Zukunft wird der Urner vermehrt als Gesundheitspolitiker in Erscheinung treten: Anfang Jahr übernahm er das Präsidium des Krankenkassenverbandes Curafutura. Eine einfache Aufgabe ist dies nicht. Krankenkassenvertreter stehen vor allem von links unter Beschuss, zumal Dittli für ein 40-Prozent-Pensum mit 140'000 Franken pro Jahr entlöhnt wird. Und der FDP-Ständerat bot sogleich zusätzliche Angriffsfläche, indem er die solidarische Finanzierung von Medikamenten gegen Fettleibigkeit in Frage stellte. Zum Feindbild der Rauchgegner wurde Dittli mit seinem Engagement gegen zusätzliche Werbeeinschränkungen für Tabakprodukte. Man kann dem Freisinnigen jedenfalls nicht vorwerfen, dass er kontroverse Themen umgeht. Auch deshalb hat er sich in den ersten zwei Jahren als Ständerat einen Namen gemacht. Dittli will 2019 erneut antreten.

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