Polizei zieht Eier, Tomaten und Feuerwerk ein

Jugendliche auf Holloween-Streifzug: Die Schwyzer Polizei hat in der Nacht auf Donnerstag diverse Eier, Tomaten, Spraydosen, Feuerwerke und Duschgels sichergestellt. Auch in anderen Kantonen hatte die Polizei alle Hände voll zu tun.

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In der Nacht auf Donnerstag wurde vielerorts Halloween gefeiert. (Symbolbild EPA/Christian Charisius)

In der Nacht auf Donnerstag wurde vielerorts Halloween gefeiert. (Symbolbild EPA/Christian Charisius)

Seit der ursprünglich irische und später US- amerikanische Brauch Halloween auch hierzulande begangen wird, hat die Polizei am Abend des 31. Oktober alle Hände voll zu tun: Wegen Sachbeschädigungen – etwa Eierwürfe gegen Hausfassaden – musste sie schweizweit ausrücken.

Kapo Schwyz war vorbereitet

Aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren war die Kantonspolizei Schwyz in der Halloween-Nacht im gesamten Kantonsgebiet mit verschiedenen Patrouillen unterwegs, um Halloween-Streiche von vornherein zu unterbinden.

Dies gelang in einigen Fällen: Die Polizisten beschlagnahmten von Jugendlichen Rasierschaumdosen, Eier, Tomaten, Spraydosen, Feuerwerke und Duschgels. Die betroffenen Teenager - darunter auch jene, die alkoholisiert waren - wurden nach Hause gefahren und ihren Eltern übergeben.

Bis am Donnerstagmorgen gingen auf der Schwyzer Polizeizentrale dennoch fünf Meldungen wegen Sachbeschädigungen ein. In den meisten Fällen seien Eier gegen Hausfassaden geworfen worden. Es gelte zu betonen, dass neben diesen «unschönen Auswüchsen» die grosse Mehrheit der Kinder und Jugendlichen friedlich unterwegs gewesen seien, schreibt die Polizei.

Die Kantonspolizei Schwyz legt aber Wert darauf zu betonen, dass die grosse Mehrheit der Kinder und Jugendlichen friedlich unterwegs waren.

Mit Füssen gegen parkierte Autos

Im Kanton Zürich war die Polizei am Mittwochabend zwischen 18 Uhr und Mitternacht rund 50 Mal im Einsatz. Auf die Stadt Zürich fielen 35 Polizeieinsätze. Besonders beliebt seien Eierwürfe gegen Fassaden gewesen, teilte die Zürcher Kantonspolizei am Donnerstag mit.

In einigen Fällen wurden sogar Eisbrocken gegen fahrende Autos geworfen. Über Verletzte ist nichts bekannt, der Sachschaden beträgt nach Polizeiangaben mehrere Tausend Franken.

In den Zürcher Gemeinden Dachsen, Urdorf und Uster wurden Briefkästen durch Knallkörper beschädigt. In weiteren Gemeinden schlugen Vandalen mit Schnee- und Eisklumpen Scheiben ein.

Ein grober Unfug meldete die Polizei aus Bassersdorf: Dort traten mehrere Jugendliche mit den Füssen gegen parkierte Autos. Einer wurde dabei beobachtet, wie er auf dem Autodach eines Personenwagens umherhüpfte. Als die Polizei eintraf, war die Gruppe weg.

In der Stadt Zürich verlief Halloween «relativ harmlos», wie Sprecher Marco Cortesi auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Autos seien mit Eiern beworfen oder mit Rasierschaum versprüht worden. Auch habe ein Container gebrannt. Insgesamt sei die Schadensbilanz jedoch viel kleiner als beim ehemaligen Schulsilvester.

Auch Zehnjährige treiben Unfug

ImAargau zählte die Polizei rund 40 Meldungen wegen Unfugs und Sachbeschädigungen. So warfen Kinder und Jugendliche auch im Aargau mehrere Eier gegen Hausfassaden, schlugen Scheiben ein oder sprengten Briefkästen mit Böllern.

Die Regionalpolizeien und die Kantonspolizei standen mit zusätzlichen Patrouillen im Einsatz. Sie kontrollierten zahlreiche Personen und verzeigte mehrere - mehrheitlich Jugendliche.

Teilweise hatten es die Polizisten aber auch mit 10-jährigen Kindern zu tun. Und sie büssten auch einen 27-Jährigen, der sich zu Unfug hatte hinreissen lassen. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei in der Halloween-Nacht mehr als 50 Schadensmeldungen erhalten.

Brauch aus Irland

Halloween ist ein Fest am Vorabend von Allerheiligen in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November, das ursprünglich vor allem in Irland gefeiert wurde. Der Brauch wurde von irischen Einwanderern ab 1830 in die USA gebracht.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Halloween neben Weihnachten und dem Thanksgiving-Fest zu einer der wichtigsten Feiern in den Vereinigten Staaten. In den 1990er-Jahren wurden Halloween-Bräuche teilweise auch in Europa übernommen. Zum Brauch gehört, dass Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus ziehen und «Süsses» verlangen und mit «Saurem» drohen.

sda/bep