Polizeien in Luzern und Zug schliessen Posten - bleiben aber voll einsatzfähig

Aufgrund des Corona-Virus wurden mehrere Polizeiposten geschlossen. Für Anzeigen steht ein Online-Posten zur Verfügung.

Roger Rüegger
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Aussergewöhnliche Umstände erfordern aussergewöhnliche Massnahmen. Die Luzerner Polizei hat im Zusammenhang mit dem Corona-Virus beschlossen, Polizeiposten vorübergehend zu schliessen. Betroffen sind die Posten Adligenswil, Beromünster, Dagmersellen, Entlebuch, Eschenbach, Escholzmatt, Hitzkirch, Luzern Bahnhof, Luzern Reussbühl, Malters, Meggen, Pfaffnau, Reiden, Root, Rothenburg, Ruswil, Schötz, Sempach, Sörenberg, Triengen, Weggis, Wolhusen und Zell. Die Zuger Polizei schliesst die Posten in Rotkreuz, Steinhausen, Hünenberg und Menzingen. Christian Bertschi, Chef Kommunikation der Luzerner Polizei, erklärt, wie die Situation angegangen wird.

23 Posten im Kanton Luzern sind bereits geschlossen. Werden weitere folgen?

Christian Bertschi: Im Moment ist dies nicht geplant.

Warum diese Entscheidung?

Oberstes Ziel der vom Bundesrat und von der Luzerner Regierung erlassenen Massnahmen vom letzten Freitag ist es, eine weitere Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Die Luzerner Polizei unterstützt dieses Ziel. Es gilt deshalb, möglichst wenig physische Kontakte zu haben. Stichwort «Social Distancing». Mit der vorübergehenden Schliessung von Posten können wir diesem Ziel Rechnung tragen.

Bleiben die Polizeiangehörigen nun zu Hause?

Nein. Auf den Polizeiposten sind lediglich die Kundenschalter geschlossen. Die Polizistinnen und Polizisten sind auf Patrouille oder im Büro im Einsatz, die Luzerner Polizei ist voll einsatzfähig. Wir haben im Korps auch keinen bestätigten Coronavirus-Fall.

Stösst die Polizei mit dieser Massnahme bei den Leuten auf Verständnis?

Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung das Verständnis hat, dass wir die Gesundheit der Menschen über alles stellen.

Wie wird dies das in der Praxis gehandhabt?

Bei den Polizeiposten gibt es Informationen, dass der Posten geschlossen ist und wo man sich hinwenden kann. Auch der Online-Schalter suisse-epolice.ch ist rund um die Uhr für kleinere Anzeigen verfügbar.

In etlichen Restaurants der Stadt und auf dem Land herrschte am Sonntag reger Betrieb. Wie handhabte dies die Polizei?

Es wurden mehrere Kontrollen gemacht. Die Polizei hat aber keine Veranstaltungen aufgrund von Kontrollen geschlossen.

Wurden Betreiber gebüsst?

Nein. Es wurden keine Verzeigungen ausgesprochen. Wir haben das Gespräch mit den jeweiligen Veranstaltern oder Wirten gesucht und sie ermahnt, die Bundesvorgaben einzuhalten. Teilweise wurde ein zweites Mal vorgesprochen, um zu kontrollieren, ob die im ersten Gespräch versprochenen Massnahmen umgesetzt worden waren.

Wie hoch sind die Bussen?

Gemäss Epidemiegesetz sind Bussen bis 5000 Franken, Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis drei Jahre möglich.

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