Polizist muss mit Anklage rechnen

Der Beamte, der auf der Ibergeregg einen Dieb erschossen hat, ist im Visier der Justiz. Vermutlich wird er vor Gericht gestellt.

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Die Polizei während der Suche nach den Flüchtigen. (Bild: Keystone)

Die Polizei während der Suche nach den Flüchtigen. (Bild: Keystone)

Als am 12. September 2012 Polizisten auf der Ibergeregg ein Fahrzeug kontrollieren wollten, kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Einer der Polizisten erschoss einen 24-jährigen moldawischen Autodieb. Dessen Komplize – ein 25-jähriger Landsmann – konnte zwar flüchten, wurde aber einen Tag später von der Schwyzer Polizei im Aufiberg unterhalb der Ibergeregg gefasst. Gegen den Beamten, der den Todesschuss abgegeben hat, wurde ein Strafverfahren eröffnet. Trotzdem trug der Todesschütze bald wieder eine Waffe und schob auch bald wieder Dienst.

Ein äusserst komplexer Fall

Doch wie geht es weiter, wie ist der Stand der Dinge? Muss sich der Polizist, gegen den die Untersuchung läuft, bald vor Gericht für den Todesschuss verantworten, oder wird das Strafverfahren eingestellt? «Wenn der Fall nicht absolut 100 Prozent klar ist, gibt es keine Einstellung des Strafverfahrens», sagt Benno Annen, Oberstaatsanwalt des Kantons Schwyz. Grundsätzlich sei es ausserdem besser, wenn ein Gericht den Fall beurteile.

Zum laufenden Verfahren könne er nur so viel sagen, dass dieses kriminaltechnisch sehr komplex sei. «Es gibt zahlreiche Gutachten und viele Fachstellen, die in das Ermittlungsverfahren involviert sind. Höchst interessant.» Die Untersuchungen würden im Übrigen äusserst gewissenhaft, umfassend und seriös gemacht. «Ich schaue die Ermittlungen aus der Ferne an und kann sie ruhig so laufen lassen.»

Grosse Belastung für Beamte

Strafverfahren kk. Für einen betroffenen Polizisten sei es vor allem wichtig, dass eine Untersuchung schnell durchgeführt werde. Dies, damit möglichst bald klar sei, ob er freigesprochen werde, oder ob es zu einer Anklage komme. Das sagt Max Hofmann, Generalsekretär des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) zur Problematik von Polizisten, die in ein Strafverfahren verwickelt sind. Natürlich sei es aber ebenso entscheidend, dass die Untersuchung nicht nur zügig, sondern auch sauber und korrekt durchgeführt werde, betont Hoffmann.

Für einen Polizisten sei der Einsatz einer Schusswaffe immer das letzte Mittel, das er bei Notwehr, Notwehrhilfe für Dritte oder beim Versuch, einen Schwerverbrecher zu stoppen, anwende, sagt Hofmann. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits mache bei einer Untersuchung gegen einen Polizisten auch nur ihren Job. «Es ist im Interesse aller, das diese trotz Zeitdruck umfassend durchgeführt wird.»

Charly Keiser

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