Primarschüler betätigen sich als junge Journalisten

1390 Kinder nehmen unsere Zeitung unter die Lupe. Viele verfassen auch eigene Artikel –zum Beispiel über einen Tierarzt.

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Journalist Alexander von Däniken stellt einer Primarklasse im Schulhaus Rüeggisingen Emmen die «Neue Luzerner Zeitung» vor. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Journalist Alexander von Däniken stellt einer Primarklasse im Schulhaus Rüeggisingen Emmen die «Neue Luzerner Zeitung» vor. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Es ist früher Morgen im Schulhaus Rüeggisingen in Emmen. Aufgeregt wuseln die 5.- und 6.-Klässler im Klassenzimmer umher – bis sie von ihrer Lehrerin Daniela Zellweger-Troxler dazu aufgefordert werden, auf den Stühlen Platz zu nehmen, die in einem Kreis angeordnet sind.

Aufmerksam hören sie dem Autor dieser Zeilen zu. Wie arbeitet ein Journalist? Wie ist die Zeitung aufgebaut? Einige Buben erzählen, dass sie den Sportteil lesen. Sonst scheint Rabenau, der Comic auf der «Anderen Seite», hoch in der Gunst der Kinder zu stehen. Neuland war für sie hingegen, warum die Frontseite die wichtigste Zeitungsseite ist und welche Themen im Markt-Bund behandelt werden.

52 Klassen sind an Projekt beteiligt

Das Projekt «Zeitung in der Primarschule», kurz ZIP, läuft auf Hochtouren. Bereits zum sechsten Mal weckt unsere Zeitung bei den Kindern in der Zentralschweiz die Lust am Lesen und Schreiben. 1390 Schüler aus 52 Klassen der 3. bis 6. Primarstufe lesen und analysieren dieses Jahr unsere Zeitung. 30 Klassen verfassen auch eigene Berichte. Die gesammelten Werke werden Anfang April in einem grossen Sonderdruck erscheinen (siehe Kasten). Bevor es für die Jungreporter auf die Piste geht, werden sie derzeit von über 20 Redaktionsmitgliedern unserer Zeitung in den Journalismus und in den Zeitungsalltag eingeführt.

Details zum Zeitungsalltag waren aber nur ein wichtiges Thema beim Schulbesuch des Journalisten. Die Schulklasse von Daniela Zellweger-Troxler wird einen Kleintierarzt besuchen, ein Interview mit ihm führen und eine Reportage über seine Arbeit schreiben. Deshalb ging es auch um Tipps und Tricks, wie sich die Kinder am besten auf die Begegnung mit dem Kleintierarzt vorbereiten. Welche Fragen eignen sich am besten? Und auf welche Details muss ein Journalist achten, sobald er die Tierarztpraxis betritt.

Schreibblockade – und nun?

Einen Punkt, das Fragenstellen, konnten die Kinder bereits üben. Letzte Woche hatten sie sich unter Anleitung ihrer Lehrerin für die Fragerunde mit dem Journalisten vorbereitet. Und die Fragen waren ebenso zahlreich wie vielseitig. Eine Auswahl: Wie viel verdienen Sie? Wie viel Ferien haben Sie? Was machen Sie bei einer Schreibblockade? Wann müssen die Artikel fertig sein? Welche Themen interessieren Sie besonders? Was war das Spannendste, worüber Sie je schreiben durften? Nicht nur die Auskunftspersonen, die von den Kindern für ihre Artikel besucht werden, sondern auch die Journalisten werden mit Fragen gelöchert.

Eine Auswahl der Beiträge, die im Projekt vorgesehen sind: Die 5. Klasse der Primarschule Schattdorf stellt sich die Frage, wie das Wasser ins Haus kommt. Die Klasse 5a des Schulhauses Gräbli in Lungern geht der Entstehung des Umfahrungstunnels Lungern auf den Grund. Und die 5. Klasse des Schulhauses Kirchmatt in Zug will wissen, wie Spielplätze geplant werden. Grosses vor hat auch die Klasse 5b der Primarschule Grabenhof in Luzern: Sie stellt ein Theaterprojekt auf die Beine und dokumentiert es.

Bis Ende März recherchieren und schreiben die Kinder an ihren Artikeln – und erhalten neben neuen Fertigkeiten in der deutschen Sprache auch Einblicke in bisher unbekanntes Terrain.

Alexander von Däniken