PROJEKT: Mit dem Skateboard quer durch die Schweiz

Drei Lehrlinge wollen auf dem Skateboard nach ­Locarno fahren. Um Luzern zu sehen, nahmen sie extra einen Umweg in Kauf.

Yasmin Kunz
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Das Skatertrio (von links) Lorenzo, Elia und Daniel bei der Durchfahrt in der Stadt Luzern. (Bild Yasmin Kunz)

Das Skatertrio (von links) Lorenzo, Elia und Daniel bei der Durchfahrt in der Stadt Luzern. (Bild Yasmin Kunz)

Vom aargauischen Limmattal nach Locarno: Per Bahn schafft man diese Strecke in knapp 3,5 Stunden. Die drei Freunde Lorenzo (18), Elia (19) und Daniel (16) wollen sich dafür aber zwei Wochen Zeit nehmen. Ihr einziges Fortbewegungsmittel ist dabei das Skateboard. Die drei Lehrlinge aus dem Raum Aargau/Zürich haben die Route detailliert vorbereitet. Fahren darf man mit dem Skateboard auf Trottoirs sowie auf verkehrsarmen Nebenstrassen.

Anspruchsvoller Gotthard

Wichtiger, als auf direktem Weg ins Ziel zu kommen, war ihnen, möglichst viel unterwegs zu sehen. Klar, dass dabei ein Abstecher nach Luzern – trotz Umweg – drinliegen muss. «Die Schweiz auf diese Weise zu erleben, ist unglaublich», sagt Elia aus Zürich. Dass die Schweiz so viele landschaftliche Facetten habe, sei ihnen bisher nicht bewusst gewesen. Von Luzern ging es weiter am Vierwaldstättersee entlang über Weggis Richtung Süden. Gestern stand die schwierigste Passage, die Überquerung des Gotthards, an. Bei der Planung wollten die drei zunächst offen lassen, ob sie tatsächlich mit ihren Brettern den Gotthard hinunterfahren wollen. Doch schliesslich haben sie es gewagt – auf der alten Passstrasse Tremola. Doch wie ging das mit dem Bremsen? «Wir sind immer mit einem Bein auf der Strasse zum Bremsen», sagt Elia. Wenn ein Auto entgegenkomme, steige man jeweils kurz ab.

Die drei jungen Männer tragen Kameras am Körper, welche die gesamte Tour aufnehmen. Aus dem Videomaterial wollen sie später eine Dokumentation zusammenstellen.

10 Kilo auf dem Rücken

Die Planung des Abenteuers hat drei Monate in Anspruch genommen: Neben der Routenwahl und dem körperlichen Training war das Rucksackpacken eine grosse Herausforderung. «Jeder von uns schleppt 10 Kilo», sagt Elia. Nebst Zeltausrüstung befinden sich Kamera und Kleidung darin. «Wir haben bloss zwei Shirts dabei», sagt Lorenzo. Für Elia ist ein zwingendes Reiseutensil die Zahnbürste. Daniel hingegen könnte nicht auf sein Natel verzichten. «Besonders wichtig ist die Apotheke», fügt Lorenzo an. Diese sei noch nicht zum Einsatz gekommen – glücklicherweise. Der KV-Stift erklärt stolz: «Vom Mückenstich bis zu Schürfwunden könnte ich aber alles behandeln».

In etwa einer Woche soll die Zieleinfahrt in Locarno stattfinden. Die Belohnung ist schon ausgemacht: «Wir sperren die Rucksäcke ins Schliessfach und sitzen an die nächste Bar», sagen die Freunde einstimmig. Dort wollen sie sich ihre gefilmte Tour anschauen.