RAUBÜBERFALL BÄCH: Wo sind die 600'000 Franken geblieben?

Das Schwyzer Strafgericht hat eine 34-jährige Brasilianerin zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sie am Raub von 600'000 Franken ihres damaligen Freundes beteiligt war.

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(Symbolbild Keystone)

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 Der Raub ereignete sich im letzten Herbst: Drei schwarz vermummte Gestalten drangen in Bäch in eine Wohnung ein und überwältigten den 60-jährigen Wohnungsinhaber, der 600'000 Franken Bargeld für einen Flugzeugkauf abzählte. Die Räuber schlugen ihr Opfer und fesselten es. Auch die Brasilianerin, die damalige Freundin des Opfers, wurde von den Räubern gefesselt.

«Kein Raum für Zweifel»
«Die von der Staatsanwaltschaft präsentierte Indizienkette lässt für das Gericht keinen Raum für einen vernünftigen Zweifel, dass die Angeklagte und weitere Täter diesen Raub geplant und in verschiedenen Täterrollen ausgeführt haben, auch wenn die Angeklagte von den anderen Tätern zum Schein ebenfalls gefesselt wurde», heisst es in der Urteilsbegründung des Schwyzer Strafgerichts. Straferschwerend habe sich die Höhe der Beute ausgewirkt. Anlass für eine Strafminderung sah das Gericht keine: Ein Geständnis gab es nicht, ebenso sei bei der Angeklagten keine Einsicht des Unrechts der Tat auszumachen gewesen.

Bei den mutmasslichen Räubern handelt es sich um Mitglieder einer damals eng mit der Angeklagten befreundeten brasilianisch-italienischstämmigen Familie aus Zürich. Sie sollen sich kurz nach der Tat nach Brasilien abgesetzt haben. Als brasilianische Staatsangehörige können sie nicht an die Schweiz ausgeliefert werden.

Enttäuscht über das Urteil ist die Angeklagte, wie ihr Pflichtverteidiger gestern sagte. «Sie hat das Urteil bekommen, und wir haben es besprochen. Ob sie es anfechten will, ist offen», sagte er. Der Pflichtverteidiger hatte für seine Klientin einen Freispruch beantragt. Die Angeklagte bestritt vor Gericht sämtliche gegen sie erhobenen Vorwürfe. Die 600'000 Franken sind bisher nicht wieder aufgetaucht.

Regula Kaspar-Fisler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.