Regierung verteidigt Kommunikationsstrategie

«Die Regierung glänzte durch mediale Abwesenheit.» Dies schreibt ein Schwyzer SP-Kantonsrat nach der tödlichen Polizeikontrolle in Rickenbach vom 12. September 2012 in einer Kleinen Anfrage. Er will das Kommunikationskonzept der Regierung überdenken. Diese aber winkt ab.

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Paul Furrer aus Schwyz. Hier im Mai 2007, als er im Kantonsrat als neues Mitglied vereidigt wurde. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Paul Furrer aus Schwyz. Hier im Mai 2007, als er im Kantonsrat als neues Mitglied vereidigt wurde. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Die Belastungen, welchen der betroffene Polizist ausgesetzt sei, müsse riesengross sein, schreibt SP-Kantonsrat Paul Furrer in seiner Kleinen Anfrage. «Wo ist da der Chef, welcher sich vor seien Leute stellt?», fragt er.

Der Polizeisprecher sei engagiert in den Medien vor die Kamera getreten und habe Auskunft über den Tathergang gegeben. «Die Regierung glänzte durch mediale Abwesenheit», schreibt Furrer.

Paul Furrer aus Schwyz. Hier im Mai 2007, als er im Kantonsrat als neues Mitglied vereidigt wurde. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Paul Furrer aus Schwyz. Hier im Mai 2007, als er im Kantonsrat als neues Mitglied vereidigt wurde. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

In vielen Organisationen gebe es entsprechende Notfallkonzepte. Meist gelte der Grundsatz: «Krisenkommunikation ist Chefsache!» Furrer will deshalb von der Regierung wissen, ob es «nicht an der Zeit» wäre, das Verhalten des Regierungsrats in einem Kommunikationskonzept zu überdenken.

Die Regierung verteidigt in der am Montag veröffentlichten Antwort ihre Arbeit: «Sowohl der Regierungsrat als auch die Strafverfolgungsbehörden verfügen über ein Kommunikationskonzept.» Die Verantwortlichkeiten und Abläufe seien klar geregelt.

Der Wunsch der Öffentlichkeit und der Medien nach rascher und umfassender Information sei nach einem solchen Ereignis gross, schreibt die Regierung. Dieses Informationsbedürfnis sei gegen die Interessen der Untersuchungsbehörden nach einer möglichst ungestörten und unvoreingenommenen Untersuchung abzuwägen.

Die Regierung erachtet es auch als «nicht angezeigt», wenn sich der zuständige Departementsvorsteher oder der Gesamtregierungsrat in die operative Tätigkeit der Untersuchungsorgane oder in die Informationstätigkeit einschalten würde.

Um die Zuständigkeitsbereich in einer Strafuntersuchung auch in Zukunft auseinanderzuhalten, dränge sich keine Änderung des bestehenden Konzepts auf, schreibt die Regierung.

sda

Die Schwyzer Polizei am Mittwoch, 12. September, im Gebiet der Gemeinde Ibergeregg auf der Suche nach einem flüchtigen Mann. (Bild: Keystone)

Die Schwyzer Polizei am Mittwoch, 12. September, im Gebiet der Gemeinde Ibergeregg auf der Suche nach einem flüchtigen Mann. (Bild: Keystone)