Regierung will zwei Jahre Kindergarten

Die Schwyzer Regierung will in allen Gemeinden zwei Jahre Kindergarten und die Vereinheitlichung der Sekundarstufe I. Ausserdem sollen die Gemeinden mehr an die Sonderschule zahlen. Die vorgeschlagenen Änderungen der Volksschulverordnung bergen Zündstoff.

Drucken
Teilen
Kinder spielen im Kindergarten des Schulhauses Herrengasse. (Bild: Laura Vercellone / Neue SZ)

Kinder spielen im Kindergarten des Schulhauses Herrengasse. (Bild: Laura Vercellone / Neue SZ)

Die Regierung hat dem Kantonsrat am Donnerstag Änderungen der Volksschulverordnung beantragt. Sie wurden in der Vernehmlassung zum Teil kontrovers beurteilt. Trotzdem will die Exekutive daran festhalten. Unbestritten sind Anpassungen im Bereich Datenschutz und Organisation. Der Kantonsrat berät die Vorlage im Mai.

Bereits heute bieten im Kanton Schwyz 23 der 30 Gemeinden freiwillig ein zweites Kindergartenjahr an. Damit können 75 Prozent der Kinder im Kanton von dem zusätzlichen Kindergartenjahr Gebrauch machen. Das entspreche einem breiten Bedürfnis und habe sich bewährt, urteilt die Regierung.

Im Sinne der Chancengleichheit sollen bis spätestens 2017 alle Kinder im Kanton Schwyz Zugang zu zwei Jahren Kindergarten haben. In der Vernehmlassung wurde diese Forderung grossmehrheitlich unterstützt.

Kooperative Sekundarstufe

Kontrovers beurteilt wurde dagegen die flächendeckende Einführung der sogenannten kooperativen Sekundarstufe I (KOS). Die Bezirke als Schulträger der Sekundarstufe lehnen die KOS mehrheitlich ab, die Primarschulen dagegen befürworten dieses durchlässigere Modell.

Die Regierung ist vom pädagogischen Nutzen überzeugt und hält daran fest, die Schulträger zur Einführung der KOS auf das Schuljahr 2017/18 hin zu verpflichten. Die KOS ist seit 1995 bereits in Einsiedeln und an zwei Mittelpunktschulen im Bezirk Schwyz realisiert. An den andern Orten wird die Sekundarstufe mit drei Stammklassen (Sekundar-, Real- und Werkschule) geführt.

Kosten für Sonderschule

Nach dem Rückzug des Bundes aus der Finanzierung der Sonderschulen sind im Kanton Schwyz die Kosten von 15,6 Mio. (2007) auf 34,8 Mio. Franken (2010) gestiegen. Daran bezahlen der Kanton 27 Mio. und die Schulträger (Gemeinden und Bezirke) 8 Mio. Franken. Die Regierung will nun, dass Schulträger und Kanton die Kosten je zur Hälfte bezahlen.

Auch bei den Kosten für die integrierte Sonderschulung (IS; wenn Sonderschulkinder in Regelklassen unterrichtet werden) will die Regierung eine hälftige Beteiligung an den Kosten. Die IS ist heute für die Schulträger kostenlos; die dafür notwendigen 5,4 Mio. Franken bezahlt der Kanton allein.

sda