REGIERUNGSRAT: SVP-Triumph in Regierung und Parlament

Fotofinish bei den Schwyzer Regierungsratswahlen: Erst nach Auszählung der letzten Gemeinde konnte Finanzdirektor Georg Hess (CVP) seinen Sitz verteidigen. Verliererin ist die FDP, die ihren zweiten Sitz der SVP überlassen muss.

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Regierungsrat Georg Hess (links) mit dem neugewählten Andreas Barraud (SVP, Mitte). Rechts der im letzten Augenblick geschlagene FDP-Kandidat Kaspar Michel. (Bild Keystone)

Regierungsrat Georg Hess (links) mit dem neugewählten Andreas Barraud (SVP, Mitte). Rechts der im letzten Augenblick geschlagene FDP-Kandidat Kaspar Michel. (Bild Keystone)

Ausgerechnet Küssnacht spielte im Schwyzer Wahlkrimi am Sonntagnachmittag das Zünglein an der Waage. Die Wohngemeinde des abtretenden FDP-Regierungsrats Alois Christen gab ihre Wahlresultate als letzte bekannt. Anstatt die Wahl von Christens FDP-Nachfolger Kaspar Michel zu besiegeln, verhinderte die Rigigemeinde im letzten Moment die erste Abwahl eines amtierenden Regierungsrats. Finanzdirektor Georg Hess (CVP) erhielt aus Küssnacht so viele Stimmen, dass er sich doch noch im Amt halten kann. Für Kaspar Michel reichte es am Ende jedoch nicht. Damit verliert die FDP ihren zweiten Sitz in der Regierung.

Zweiter Sitz für die SVP
Gewinnerin der Gesamterneuerungswahlen ist die SVP, welche neben Erziehungsdirektor Walter Stählin neu auch mit Andreas Barraud aus Bennau im Regierungsrat vertreten sein wird. Stählin erzielte das beste Resultat aller Kandidaten, SVP-Fraktionschef Barraud das viertbeste.

Das provisorische Endergebnis von 16.30 Uhr, sortiert nach Stimmenzahl: 

Walter Stählin (SVP, Lachen, bisher) 22'661
Kurt Zibung (CVP, Lachen, bisher) 17'599
Lorenz Bösch (CVP, Brunnen, bisher) 17'564
Andreas Barraud (SVP, Bennau, neu) 16'969
Armin Hüppin (SP, Wangen, bisher) 16'151
Peter Reuteler (FDP, Wollerau, bisher) 16'044
Georg Hess (CVP, Schindellegi bisher) 15'708
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Kaspar Michel (FDP, Rickenbach, neu), 15'462
Bruno Suter (Mehrheitsparty, Muotathal, neu) 13'411

Nicht gewählt sind somit Staatsarchivar Kaspar Michel und der Muotathaler Wirt Bruno Suter (Mehrheitsparty). Der Vorsprung von Hess auf Michel beträgt 246 Stimmen.

Während in früheren Jahren im ersten Wahlgang nur wenige Kandidaten gewählt worden waren, schafften diesmal alle Kandidaten das absolute Mehr (10'960). Grund dafür ist die neue Berechnungsart im revidierten Wahlgesetz. Da alle Kandidaten über dem absoluten Mehr liegen, sind lediglich die bestplatzierten sieben gewählt.

14 zusätzliche SVP-Sitze im Parlament
Zu einem eigentlichen Durchmarsch setzte die SVP auch bei der Neuwahl des 100-köpfigen Kantonsparlaments an. Sie eroberte 14 zusätzliche Mandate und drängte alle anderen Parteien auf die Verliererstrasse. Die SVP stellt neu 41 Mitglieder des Kantonsrats und spielt eine ähnlich dominante Rolle wie einst die CVP. Die Talfahrt der einstigen Mehrheitspartei ging weiter. Nach fünf Mandatsverlusten stellt sie noch 29 Mitglieder des Kantonsrats. Die FDP-Fraktion zählt nach drei Sitzverlusten noch 21 Köpfe. Am stärksten gebeutelt wurde aber die SP, die sechs ihrer bisher 15 Sitze verlor und auf neun Mandate absackte.

bac/ap