REGION: 4,22 Millionen Franken für Menschen in Not

Die LZ-Weihnachtsaktion verzeichnet zum Jubiläum ein Rekordergebnis. Unsere Leserinnen und Leser spendeten 4,22 Millionen Franken.

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In ganz verschiedenen Situationen konnten wir helfen und berichten, zum Beispiel: (von links im Uhrzeigersinn): Betagte Menschen, Alleinerziehende, zwei Teenager, die ihre Mutter verloren haben, eine Bauernfamilie mit schwerkrankem Kind. (Bilder Fototeam Neue LZ)

In ganz verschiedenen Situationen konnten wir helfen und berichten, zum Beispiel: (von links im Uhrzeigersinn): Betagte Menschen, Alleinerziehende, zwei Teenager, die ihre Mutter verloren haben, eine Bauernfamilie mit schwerkrankem Kind. (Bilder Fototeam Neue LZ)

Arno Renggli

«Ich bin überwältigt vom Ergebnis», gab Erwin Bachmann, Präsident der Stiftung LZ-Weihnachtsaktion, seiner Freude Ausdruck. «Gerade auch, weil es zu unserem Jubiläum zu Stande gekommen ist. Die LZ-Weihnachtsaktion, zum 20. Mal durchgeführt, ist in unserer Region stärker verankert denn je. Besonders freue ich mich mit den Menschen, denen wir helfen konnten.»

Mit dem Spendenergebnis von 4 228 799 Franken wurde der letztjährige Rekordwert um 10 Prozent übertroffen. Insgesamt spendeten 15 318 Privatpersonen und Firmen, auch das ist Rekord. Genauso wie die Zahl von 3095 Hilfsgesuchen, die 2015 bei uns eingegangen sind. Seit ihrer Gründung 1996 hat die LZ-Weihnachtsaktion total über 39,8 Millionen Franken gesammelt. Was sie für die Region bedeutet, zeigen die vielen Dankesschreiben. Immer wieder wird betont, wie schnell und unbürokratisch die Hilfe ankommt. Das Spendenkonto bleibt das ganze Jahr geöffnet, Spenden werden ab sofort der nächsten LZ-Weihnachtsaktion gutgeschrieben, welche im kommenden Herbst offiziell starten wird.

Das grossartige Sammelergebnis der diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion ist nur eine Zahl. Viel wichtiger ist, was dahintersteckt: nämlich die Grosszügigkeit unserer Spenderinnen und Spender. Diese macht es uns möglich, Tausenden von Menschen in unserer Region zu helfen.

Plötzlich gerät alles aus den Fugen, die Existenz einer ganzen Familie ist bedroht. Wir haben auch dieses Jahr sehr viele solcher tragischer Situationen angetroffen. Oft war es der Tod eines Elternteils. In mehreren Fällen waren Bauernfamilien davon betroffen, wo neben der unsagbaren Trauer um den Verlust bald auch noch die Angst hinzukam, den Hof und damit das Heim zu verlieren. Von allem unmittelbar betroffen waren fast immer auch Kinder.

In solchen Fällen ist die LZ-Weihnachtsaktion rasch zur Stelle. In der Regel braucht es eine Überbrückungshilfe, um die Existenz der Familie zu sichern. Meistens ist dies ein einmaliger Beitrag, der genug nachhaltig wirkt.

Ständiger Lebenskampf

Aber es gibt auch Situationen, wo die LZ-Weihnachtsaktion mehrmals gefordert ist. Im Herbst 2014 berichteten wir über eine Familie im Kanton Obwalden, welche einen Bergbauernbetrieb führt und einen körperlich schwerst behinderten Sohn praktisch ohne Hilfe betreut. Wir konnten damals wertvolle Hilfe leisten.

Doch das Leben der Familie bleibt ein ständiger Kampf. Und der Sohn hat immer wieder schreckliche Schmerzen. So sehr, dass er manchmal sterben möchte. Doch dann ist da trotz allem immer wieder seine Dankbarkeit, seine Lebensfreude und sein Humor. Mit all dem gibt er seiner Familie so viel zurück, wie er nur kann. In diesem besonderen Fall hat die LZ-Weihnachtsaktion auch dieses Jahr geholfen.

Wir haben auch andere Situationen angetroffen mit Behinderungen von Kindern. Aber manchmal ist die Not auch weniger offensichtlich. Gerade bei Alleinerziehenden ist das Armutsrisiko hoch. Darunter leiden die betroffenen Kinder genauso. Da fehlt es manchmal am Nötigsten, noch öfter aber an Dingen, welche für die meisten Gleichaltrigen selbstverständlich sind: Etwa die Möglichkeit, in einem Sportverein mitzumachen oder Instrumentalunterricht zu erhalten. In vielen Fällen konnte die LZ-Weihnachtsaktion mit vergleichsweise kleinen Beträgen etwas ermöglichen, was für die Entwicklung der Kinder besonders wertvoll ist.

Tapfere Teenager

Sehr beeindruckt hat uns in der diesjährigen Sammlung das 16-jährige Mädchen, dessen Mutter an Demenz leidet, wir berichteten darüber. Wie sie mit einem früher vertrauten Menschen, der nun zu einer völlig anderen, unberechenbaren Person geworden ist, das Zusammenleben meistert, zeigt, wie stark junge Menschen sein können. Das gilt auch für die beiden Mädchen, die ihren Vater vor langer Zeit, und vor kurzem, wegen einer schweren Krankheit, auch ihre Mutter verloren haben. Auch über sie haben wir berichtet.

Betagte bleiben aktiv

Doch viel Kraft zeigen auch bereits ältere Menschen, die einen kranken Partner pflegen. Oder wenn sie ihren Partner schon verloren haben und gegen die drohende soziale Isolation ankämpfen. Gerade ältere Menschen haben oft Hemmungen, um Hilfe zu bitten. Die LZ-Weihnachtsaktion konnte in vielen Fällen einen wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität leisten.

2015 sind fast 3100 Hilfsgesuche bei uns eingegangen. Bereits konnte der Beirat der LZ-Weihnachtsaktion in 2883 Fällen eine Hilfe bewilligen. So schnell erfolgt die Unterstützung.

Hinschauen, wo andere wegsehen

Bereits haben wir wieder Hunderte von Dankesschreiben erhalten. Etwa: «Als alleinerziehende Mama ging ich durch eine ganz schwierige Zeit. Ihre Unterstützung hat mir enorm geholfen. Jetzt habe ich wieder eine tolle Arbeitsstelle, und meine ältere Tochter hat einen Lehrvertrag als Betreuerin von Behinderten erhalten, worauf ich sehr stolz bin. Danke, dass ihr hinschaut, wo andere wegsehen!»

Oder aus Luzern kam folgender Brief, der typisch auch für viele andere ist: «Ich bin mir bewusst, dass diese Hilfe nicht selbstverständlich ist. Umso grösser ist mein Glücksgefühl. Es tut gut zu wissen, dass man in Notsituationen nicht alleine gelassen wird.»

«Einfach unersetzlich»

Eine Bauernfamilie aus dem Kanton Uri meldete: «Nach diesem Schicksalsschlag sahen wir keine Zukunft mehr. Dank ihrer Hilfe haben wir wieder Kraft, auch die Kinder helfen wacker mit. Vergelts Gott!»

Auch von sozialen Institutionen, welche jeweils die Hilfsgesuche einreichen, kamen viele positive Rückmeldungen. Etwa: «Wir haben das Geld der Familie persönlich überbracht. Es ist schön, in unserer Tätigkeit auch einmal leuchtende Augen zu sehen. Die LZ-Weihnachtsaktion ist einfach unersetzlich.»

Danke für Ihr Vertrauen

Ziel der LZ-Weihnachtsaktion ist es nicht, prestigeträchtige Spendenrekorde zu jagen, sondern möglichst vielen Menschen in der Zentralschweiz helfen zu können. Dass wir nun mit über 4,22 Millionen Franken einen fantastischen Rekord haben, wollen wir mit Dankbarkeit, aber auch Bescheidenheit annehmen. Zumal es Ihr Verdienst ist, liebe Leserinnen und Leser. Erneut haben Sie gezeigt, wie gross Solidarität und Zusammenhalt in unserer Region sind.

Natürlich ist der Rekord darum schön, weil wir damit mehr Menschen als je untersützen können. Wie sinnvoll das ist, beweisen die 3095 Hilfsgesuche, die wir von sozialen Institutionen zu Gunsten von Notleidenden erhalten haben. Auch das ist ein neuer Höchstwert. Er zeigt nicht nur, dass es trotz sozialer Netze immer wieder zu Härtefällen kommt, sondern auch das Vertrauen, dass unsere Aktion bei der Lösung der Probleme mithelfen kann.

Vertrauen ist das zentrale Stichwort. Die weit über 15 000 Spenderinnen und Spender wissen, dass ihr Geld schnell zu den Menschen kommt, die es benötigen. Dafür garantiert der Beirat der LZ-Weihnachtsaktion mit Sozialexperten, die ehrenamtlich sämtliche Gesuche gründlich prüfen.

Die Spenden zeigen Ihre Sensibilität dafür, dass es Not – nicht selten ausgelöst durch Schicksalsschläge, oft ganze Familien mitsamt Kindern betreffend – nicht nur in der weiten Welt gibt, sondern auch hier bei uns. Ihre Hilfe ist nachhaltig, weil oft ein einziger Beitrag reicht, damit jemand wieder auf die Beine kommt und die Zukunft mit neuer Zuversicht anpackt. Darum danken wir von ganzem Herzen für die Unterstützung.

Erwin Bachmann, Präsident Stiftungsrat LZ-Weihnachtsaktion

Bild: Grafik: Lea Siegwart / Neue LZ

Bild: Grafik: Lea Siegwart / Neue LZ