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REGION: Nachbarschaftshilfe erweitert ihr Gebiet

Eineinhalb Jahre nach ihrer Gründung wird die Kiss-Genossenschaft Oberfreiamt Richtung Muri expandieren. Bisher wurde das Angebot an Hilfsdiensten rege genutzt.
Cornelia Bisch
Esther Burkard Geschäftsstellenleiterin (Bild: Foto Optik Grau AG)

Esther Burkard Geschäftsstellenleiterin (Bild: Foto Optik Grau AG)

Im Mai 2016 wurde die Geschäftsstelle Kiss Oberfreiamt gegründet. Kiss steht für «keep it small and simple», was übersetzt etwa bedeutet: «Halte es klein und einfach.» Es handelt sich dabei um eine Genossenschaft, welche Nachbarschaftshilfe auf der Basis von Zeitgutschriften anbietet und koordiniert. Es ist ein Geben und Nehmen ohne Geldfluss. Man unterstützt sich gegenseitig mit dem Ziel, dass Kranke und Betagte lange zu Hause bleiben können.

«Anfangs haben wir uns stark mit dem Aufbau beschäftigt. Es mussten Ansprechpersonen für die Beratungsstellen in den angegliederten Gemeinden gefunden werden», berichtet Geschäftsstellenleiterin Esther Burkard. Diese Ansprechpersonen sind als Ko­ordinatorinnen tätig und arbeiten ehrenamtlich. Neben Auw gehören Abtwil, Dietwil, Mühlau, Oberrüti und Sins zu Kiss Oberfreiamt. «Aktuell sind wir dabei, unsere Organisation Richtung Muri zu erweitern.» Geplant ist ein ­Anschluss des Alterszentrums St. Martin und der Pflegimuri. «Diese beiden Institutionen bieten bereits intern Freiwilligenarbeit an und möchten dieses Angebot künftig mit Kiss verknüpfen und weiterentwickeln. Auch wird die Region Muri und Umgebung angegliedert.»

Inzwischen wurde auch das monatliche Kiss-Kafi initiiert. «Dabei haben unsere Mitglieder und andere interessierte Personen die Möglichkeit, sich zu treffen und auszutauschen.» Ein kleines Dankeschön für die wertvollen Dienste der Genossenschafter. Die Daten werden jeweils auf der Homepage der Geschäftsstelle sowie in der Lokalzeitung «Anzeiger Oberfreiamt» publiziert.

«Seit Juli letzten Jahres arbeite ich wöchentlich eineinhalb Tage für die Genossenschaft», erzählt Burkard. Die 38-jährige dreifache Mutter aus Auw wurde durch einen Bericht in der Lokalzeitung auf die Organisation aufmerksam und war sofort Feuer und Flamme. «Ich finde es toll, wie einfach und unkompliziert man einander helfen kann. Kiss bietet hierfür die ideale Plattform. So muss man nicht immer die Personen aus dem eigenen Umfeld um Unterstützung bitten. Vielen fällt es auf diese Weise leichter, Hilfe anzunehmen», ist sie überzeugt.

Durch Spenden finanziert

Finanziert wird die Genossenschaft ausschliesslich durch Spenden. Aktuell gehören ihr 120 Mitglieder an. «Mit einem Anteilschein von 100 Franken wird man Mitglied. Als solches kann man Nachbarschaftshilfe anbieten und/oder annehmen.» Jedes Mitglied legt selbst fest, was und wie viel es leisten möchte oder welche Angebote es benötigt. Die Beratungsstellenleiterinnen übernehmen dann die Koordination in ihrer jeweiligen Gemeinde.

«Wir bieten viele verschiedene Leistungen an, zum Beispiel Einkäufe erledigen, Gesellschaft leisten, kleine Gartenarbeiten oder auch den Lieferdienst von Mittagessen übernehmen. Das Angebot wird rege genutzt», stellt Burkard fest. Das Prinzip Geben und Nehmen kommt nicht in jedem Fall zum Tragen. «Es ist auch möglich, ausschliesslich Hilfe anzunehmen. Jedoch stellen wir oft fest, dass selbst Menschen, die das Gefühl haben, nichts mehr beitragen zu können, sehr wohl im Stande sind, wertvolle Dienste zu leisten.» Jemanden zu einem Kaffeeplausch zu treffen oder gemeinsam einen Jass zu klopfen, ist oft ebenso willkommen wie körperliche Arbeit.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Hinweis

www.kiss-zeit.ch/oberfreiamt

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