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REGION: Noch nie war man im Zug dem Mythos Gotthard so nah

Die SBB präsentieren den neuen Gotthard-Panorama-Express von Luzern nach Bellinzona via Bergstrecke. Ab nächster Woche geht diese Touristenattraktion offiziell in Betrieb – derweil verliert der Regionalverkehr auf dieser Strecke an Bedeutung.
Grandiose Aussicht auf der Fahrt von Flüelen nach Airolo: Ab Karfreitag verkehrt der Gotthard-Panorama-Express offiziell. (Bild: Roger Grütter (8. April 2017))

Grandiose Aussicht auf der Fahrt von Flüelen nach Airolo: Ab Karfreitag verkehrt der Gotthard-Panorama-Express offiziell. (Bild: Roger Grütter (8. April 2017))

Ab Karfreitag können Fahrgäste am Gotthard ein neues Angebot der SBB nutzen: den Gotthard-Panorama-Express. Es handelt sich um ein touristisches Angebot, um die historische Gotthard-Bergstrecke mit ihren Sehenswürdigkeiten zu erleben. Im Gegensatz zum Gotthard-Basistunnel, der seit Mitte Dezember Fahrgäste möglichst schnell von Norden nach Süden und in Gegenrichtung befördert, ermöglicht der Gotthard-Panorama-Express ein bewusstes Erlebnis in gemächlicherem Tempo.

«Wir sind unglaublich stolz auf dieses Produkt», sagte Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr, anlässlich der Lancierung am gestrigen Samstag. Tatsächlich steigen die SBB in die Liga der Anbieter von Panoramazügen wie Glacier-Express, Bernina-Express oder Golden Pass auf. Bisher fehlte ein entsprechender Zug auf der Nord-Süd-Achse. Zugleich will man an alte Zeiten anknüpfen. «Ohne die Gotthardbahn gäbe es den Gotthard-Mythos nicht», sagt Historiker Kilian Elsasser. «Es war die wichtigste Touristenattraktion in der Schweiz im 19. Jahrhundert.»

Bereits 4500 Reservationen sind eingegangen

«Für uns stellt der Panoramazug am Gotthard tatsächlich eine wichtige Ergänzung des Angebots dar», sagte Federico Sommaruga von Schweiz Tourismus. Er gehörte zu den 120 geladenen Gästen, vornehmlich Touristiker und Reiseveranstalter, aber auch Journalisten aus Polen und Australien, die sich in Luzern auf dem historischen Dampfschiff der Stadt Luzern einfanden, um in gemütlichem Tempo bis nach Flüelen zu schippern. Denn die erste Etappe wird auf dem Seeweg zurückgelegt – vorbei an geschichtsträchtigen Orten wie dem Rütli, dem Schillerstein oder der Tellskapelle. Wer die Übersicht über den Standort verliert, kann eine eigens geschaffene App aufs Smartphone laden, welche auch die Sehenswürdigkeiten erklärt. In Flüelen steht dann ein Extrazug bereit, der aus drei Panoramawagen erster Klasse, einem Zweite-Klasse-Wagen sowie einem Fotowagen besteht, bei dem man die Fenster öffnen kann.

Nach der Umrundung des Kirchleins von Wassen und einem Halt in Göschenen verringert der Panorama-Express im alten Gotthard-Scheiteltunnel seine Geschwindigkeit. Im Vorbeifahren sieht man Szenen aus dem Bau dieses historischen Bauwerks als Projektion auf den Tunnelwänden. Danach geht es die Leventina und die Kehrtunnel hinab bis nach Bellinzona. Der Panorama-Express ist ein Saisonangebot: Er verkehrt ab dem 14. April bis zum 22. Oktober jeweils am Wochenende – und zwischen dem 3. Juli und dem 20. Oktober einmal täglich, auch in Gegenrichtung. Der Zuschlag beträgt 24 Franken, Teilstrecken sind buchbar. «Für den Aufpreis hat man einen garantierten Sitzplatz, was ganz wichtig für ein solches Angebot ist», sagt Toni Häne, Leiter Verkehr SBB. Bei den Bundesbahnen ist man optimistisch: Schon 4500 Reservierungen sind eingegangen.

Der Anlass gestern bot auch Gelegenheit, generell über das Angebot der SBB am Gotthard zu sprechen. Bekanntlich ist der Kanton Uri nicht so zufrieden mit dem regulären Fahrplan, da für eine Destination wie Göschenen ein Umstieg in Erstfeld nötig ist. Seit der Eröffnung des Basistunnels sind nur noch durchschnittlich 400 bis 500 Personen pro Tag auf der alten Bergstrecke im Regioexpress unterwegs. 15 Reisende pro Zug. Man müsse sich den Gegebenheiten anpassen, sagt Pilloud: «Ein touristisches Angebot ist ein Bedürfnis, der Regionalverkehr nicht.» Gleichwohl haben die SBB auf Kritik reagiert: An Wochenenden wird von 14. April bis 22. Oktober ein zusätzlicher Zug von Zürich nach Bellinzona via Panoramastrecke verkehren.

Gerhard Lob

redaktion@zentralschweizamsonntag.ch






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