REGIONALPROJEKT: Start für überregionale «Chriesi-Offensive»

Zug, Schwyz und Luzern planen ein gemeinsames Regionalprojekt. Der neue Verein «Zuger & Rigi Chriesi» will Bäume Schützen – und die Kirschtorte.

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Ein Regionalprojekt will Hochstamm-Kirschbäume in drei Kantonen schützen. (Archivbild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Ein Regionalprojekt will Hochstamm-Kirschbäume in drei Kantonen schützen. (Archivbild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Lokale Brenn- und Tafelkirschen sind knapp, die Konkurrenz durch billige Importdestillate wächst, die Hochstamm-Kirschbäume verschwinden aus dem Landschaftsbild. Daher ist der Verein «Zuger & Rigi Chriesi» durch die Kantone Zug, Schwyz und Luzern ins Leben gerufen worden, heisst es in einer Mitteilung.

Bauern, Brenner, Konditoren, Bäcker und Verwertungsbetriebe sowie Vertreter aus Marketing, Tourismus und Verwaltung möchten laut Mitteilung, «dass die Kirsche als kulinarische Köstlichkeit und identitätsstiftendes Kulturgut erhalten bleibt». Dafür gebe es diese «kantonsübergreifende Chriesi-Offensive».

Kirschenkultur wieder aufleben lassen
Auslöser für den Verein sei der Erfolg des Projekts «1000 Kirschbäume für Zug» gewesen, das als Bürgeroffensive Anfang 2007 startete und die Gründung der IG Zuger Chriesi 2008 zur Folge hatte, heisst es weiter.

Der Verein plant, die Kirschenkultur wieder aufleben zu lassen. Die Belebung des fast 400 Jahre alten Chriesimärts auf dem Zuger Landsgemeindeplatz habe zum Beispiel gezeigt, dass die Bevölkerung an der Pflege des Brauchtums interessiert ist.

Synergien nutzen, Produkte entwickeln
Der Verein möchte beim Bundesamt für Landwirtschaft ein Projekt zur Regionalen Entwicklung einreichen, für welches er Beiträge zur Förderung von einheimischen und regionalen Produkten gewährt. Das Projekt verfolgt unter anderem folgende Ziele:

  • Erhaltung von Hochstammbäumen  
  • Entwicklung von traditionellen und neuen Kirschenprodukten  
  • Nutzung von Synergien bei der Kirschenverarbeitung (z.B bei Entsteinung, Gefrierung, Trocknung)  
  • Realisierung eines Kompetenzzentrums Destillate im Schluechthof, Cham

AOC- und GGA-Label für Regioprodukte
Eine Arbeitsgruppe hat laut Mitteilung bereits erste Schritte für die Ursprungsbezeichnungen «AOC Zuger Kirsch» und «AOC Rigi Kirsch» in die Wege geleitet. Der AOC-Perimeter umfasst alle elf Zuger Gemeinden, die Schwyzer Gemeinden Steinen, Steinerberg, Sattel, Gersau, Lauerz, Schwyz, Arth, Küssnacht, Brunnen-Ingenbohl und die Luzerner Gemeinden Meierskappel, Adligenswil, Udligenswil, Weggis, Vitznau, Meggen und Greppen.

Ausserdem soll die Kirschtorte das Label «Geschützte Geografische Angabe» (GGA) erhalten. Dieses Label stelle sicher, dass die Torte im Kanton Zug hergestellt wurde und der verwendete Kirsch ausschliesslich aus dem AOC-Perimeter stammt.

ana