Reuige Steuersünder zahlten 30 Millionen nach

In der Zentralschweiz haben sich im vergangenen Jahr 529 Personen wegen Steuerhinterziehung selber angezeigt. Das sind 166 weniger als im Vorjahr. In Schwyz legte eine ältere Person Schwarzgeld in der Höhe von 90 Millionen Franken offen.

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Die 529 Personen lieferten 2012 dem Fiskus Nachsteuern von 29,5 Millionen Franken ab (Symbolbild Neue LZ).

Die 529 Personen lieferten 2012 dem Fiskus Nachsteuern von 29,5 Millionen Franken ab (Symbolbild Neue LZ).

Im dritten Jahr der straffreien Selbstanzeige ging die Zahl der reuigen Steuersünder zurück, die gegenüber dem Steueramt ihre nicht deklarierten Vermögen nachträglich offengelegt haben. Gleichzeitig lieferten diese Personen zusammen mehr Nachsteuern ab, als im Vorjahr zusammengekommen sind. Dies ergab eine Umfrage bei den Steuerämtern der Zentralschweizer Kantone. Die 529 Personen lieferten 2012 dem Fiskus Nachsteuern von 29,5 Millionen Franken ab. Im Vorjahr waren es 695 Personen, die rund 20 Millionen Franken nachzahlten.

In Luzernzeigten sich 262 Personen an, 108 weniger als im Vorjahr. Die Steuerhinterzieher lieferten nachträglich 14,1 Millionen Franken ab. Rund die Hälfte des Betrags gehen auf zwei Personen zurück. Die eine zahlte 5,9 Millionen Franken, eine andere 1,2 Millionen. 2011 waren in Luzern nach Selbstanzeigen 8,9 Millionen Franken Nachsteuern in die Staatskasse geflossen.

Gegenüber den Schwyzer Behörden legte ein älterer Mann im vergangenen Jahr Schwarzgeld von 90 Millionen Franken offen. Er war einer von total 106 reuigen Steuersündern (Vorjahr: 136). Schwyzrechnete mit Nachsteuern von geschätzten 4,8 Millionen Franken.

In Zugging die Zahl der Selbstanzeigen von 100 auf 85 zurück. Die Nachsteuersumme stieg von 4,2 auf 7,5 Millionen Franken.

Auch in Nidwalden(36) und Uri(16) ging die Zahl der Selbstanzeigen gegenüber dem Vorjahr zurück. In Obwalden hingegen war es im letzten Jahr (24) auf tiefem Niveau nur eine Person mehr als im Vorjahr.

Weiterer Rückgang erwartet

Die Möglichkeit der Steueramnestie ist 2010 eingeführt worden. Die Steuerbehörden gehen davon aus, dass die grossen hinterzogenen Vermögen inzwischen offengelegt worden sind. «Die grosse Welle war 2011, jetzt ebbt das ab», sagte Meinrad Beschtart vom Steueramt Schwyz.

Trotzdem sei weiterhin mit Selbstanzeigen - etwa durch Erben einer reichen Person - zu rechnen, auch mit grösseren Summen, sagte Albert Gerber vom Steueramt Obwalden.

Genaue Angaben zu den Personen, die von einer Steueramnestie profitierten, machen die Steuerämter mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht. Auf Anfrage heisst es, dass es sich vor allem um ältere vermögende Personen handelt oder um Erben.

sda