REVISION: Die Pilzschontage werden abgeschafft

Im Kanton Schwyz sollen die Pilzschontage aufgehoben werden. Um gewerbsmässiges Pilzesammeln verhindern zu können, soll die Menge aber weiterhin beschränkt bleiben.

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Sammlerglück: Korb voller Steinpilze und Eierschwämme. (Bild Keystone)

Sammlerglück: Korb voller Steinpilze und Eierschwämme. (Bild Keystone)

Mit der Anfang 2008 in Kraft getretenen Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) muss nicht nur das kantonale Beitragsystem an dessen Erfordernisse angepasst werden. Auch altrechtliche Erlasse wie die Pilz- und Pflanzenschutzverordnung werden aufgehoben und teilweise in die Biotopschutzverordnung integriert.

Deshalb unterbreitet der Schwyzer Regierungsrat dem Kantonsrat nun den Entwurf für eine Teilrevision der Biotopschutzverordnung, wie einer Medienmitteilung vom Montag zu entnehmen ist. Dabei hebt die Revisionsvorlage die Pilzschontage auf, behält aber die Mengenbeschränkung bei – um dem gewerbsmässigen Sammeln von Pilzen entgegenwirken zu können.

Weiterhin Ruhezonen für Tiere schaffen
Für frei lebende Tierarten hatten Pilzschontage jeweils positive Nebeneffekte: Sie wurden nicht von Pilzsuchenden gestört. Deshalb will die Regierung, dass die Möglichkeit weiterhin besteht, Ruhezonen für frei lebende Tiere zu schaffen. Dies soll so in der Biotopschutzverordnung verankert werden.

Mit der Aufhebung der Schontage wird einem vom Kantonsrat im Februar 2006 erheblich erklärten Postulat teilweise entsprochen. Dieses verlangte die Aufhebung sämtlicher kantonaler Pilzschutzbestimmungen. Und zwar, weil 2005 eine Langzeitstudie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) folgerte, dass Schontage und Mengenbeschränkungen keine Auswirkungen auf die heimischen Pilzbestände haben.

Ebenfalls aufgehoben werden soll die kantonale Pflanzenschutzverordnung von 1965. Pflanzenschutzreservate aber will die Regierung beibehalten. Nur wenn Pflanzenpflücken verboten werde, könne sichergestellt werden, dass in Gebieten mit vielen geschützten Pflanzenarten nicht die falschen gepflückt werden, heisst es weiter.

Neu wird in der Biotopschutzverordnung auch die Schutzgebietsaufsicht geregelt. Seit 2006 werden solche in den kantonalen Naturschutzgebieten eingesetzt.

sda