REZESSION: Zug wird zur Hochburg der Firmenkonkurse

Die Zahl der Firmenpleiten klettert auf einen neuen Höchststand. Am stärksten trifft es die Kantone Tessin und Zug. Gutes gibt es dafür über Uri, Luzern und Nidwalden zu berichten.

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Die Nähma in Unterägeri: Ein aktuelles Beispiel für einen Firmenkonkurs im Kanton Zug. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Nähma in Unterägeri: Ein aktuelles Beispiel für einen Firmenkonkurs im Kanton Zug. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Schweizer Firmen spüren die weltweite Rezession wesentlich heftiger, als noch vor einigen Monaten erwartet, wie die in Urdorf domizilierte Wirtschaftauskunftei Dun & Bradstreet (D&B) mitteilt. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres (Januar bis Mai) meldeten 1984 Firmen Konkurs an. Damit wird erstmals der bisherige Pleiterekord aus dem Jahr 2004 leicht übertroffen. Zudem gab es mit 461 Firmenkonkursen im Mai 2009 so viele wie noch nie im Monat Mai.

Mittlerweile habe der Abschwung alle Branchen erreicht und es möge deshalb auch nicht erstaunen, dass in praktisch allen Kantonen die Zahl der Firmenkonkurse mehr oder weniger rasant zunimmt. Doch im kantonalen Vergleich gibt es auch positive Lichtblicke: Zu den positiven Ausnahmen mit weniger Firmenkonkursen im Januar bis Mai 2009 gegenüber dem Vorjahr gehören die Kantone Uri, Jura, Graubünden, Luzern und Nidwalden.

Negativrekord in Zug
Die aktuelle Krise löst in den Kantonen Zug und Tessin eine «Konkurswelle» aus, wie es weiter heisst. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres (Januar bis Mai) gingen im Kanton Tessin bereits 183 Firmen Konkurs – ein Rekord. Das gleiche Bild zeige sich im Kanton Zug, wo von Januar bis Mai 138 Firmen Konkurs anmelden mussten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Firmenpleiten im Kanton Zug mit 66 Prozent sogar noch etwas stärker als im Tessin.

Gleichzeitig weniger Gründungen
Bei den Neugründungen stehen mit Ausnahme der Kantone Appenzell Innerrhoden, St. Gallen und Wallis ebenfalls alle Kantone im Minus. Am stärksten ging die Zahl der neu gegründeten Firmen gegenüber dem Vorjahr in Glarus um 25 Prozent zurück, gefolgt vom Kanton Thurgau mit Minus 24 Prozent und Zug mit Minus 18 Prozent.

«Ein neuer Pleiterekord fürs Jahr 2009 wird immer wahrscheinlicher. Aufgrund der aktuellen Entwicklung rechnen wir zur Zeit für 2009 schweizweit mit bis zu 5100 Firmenkonkursen», wird Andreas Hungerbühler, Manager Marketing & Business Development bei D&B ausführt.

scd