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RICKENBACH: Verurteilter Polizist bleibt im Innendienst tätig

Der Schwyzer Polizist, der 2012 bei einer Kontrolle einen unbewaffneten Einbrecher erschossen hat und zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, bleibt im Dienst. Er kommt allerdings während mindestens zwei Jahren nicht mehr an der Front zum Einsatz.
Schwer bewaffnet suchte die Polizei am 12. September nach einem Verdächtigen. (Bild: Keystone)

Schwer bewaffnet suchte die Polizei am 12. September nach einem Verdächtigen. (Bild: Keystone)

Der Polizist verbleibe weiterhin im rückwärtigen Dienst der Kantonspolizei Schwyz, teilte das Korps am Dienstag mit. Ein Einsatz an der Front sei vor Ablauf der vom Gericht angesetzten zweijährigen Probezeit für das Urteil kein Thema, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

Die Polizei führte gegen den Beamten eine Administrativuntersuchung durch. Diese kommt zum Schluss, dass der Polizist beim umstrittenen Einsatz keine Dienstpflichtverletzungen beging, die über das Strafurteil des Kantonsgerichts hinausgehen.

Das Schwyzer Kantonsgericht hatte im Januar 2015 den 38-jährigen Kantonspolizisten, wie schon im April 2014 das Strafgericht, der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gesprochen. Es verhängte eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Der Polizist hatte vor Gericht stets einen Freispruch verlangt. Das Urteil der zweiten Instanz akzeptierte er schliesslich.

Falsch vorgegangen

Der Mann war an einem tödlichen Zwischenfall am frühen Morgen des 12. September 2012 beim Windstock zwischen Schwyz und der Ibergeregg beteiligt. Der Polizist war bei der Suche nach Einbrechern aus einem Polizeibus ausgestiegen, allein zu einem vor einem Rotlicht wartenden gestohlenen VW-Bus gerannt und hatte, mit der Dienstwaffe in der Hand, dessen Beifahrertür geöffnet.

Gegen die Erwartung des Polizisten befand sich im Bus nicht nur ein Fahrer, sondern auch ein Beifahrer. Dieser machte eine Bewegung mit dem rechten Arm, worauf der Polizist einen Schuss aus seiner Pistole abgab. Das Deformationsgeschoss durchbohrte den Kopf des 24-jährigen Beifahrers und tötete ihn. Das Geschoss verletzt auch den Arm des 25-jährigen Lenkers. Die beiden Opfer, zwei Cousins, hatten den Polizisten nicht angegriffen.

Das Kantonsgericht kam zum Schluss, dass der Polizist fälschlicherweise glaubte, dass er von dem tatsächlich unbewaffneten Beifahrer des Autos angegriffen werde. Laut den Richtern brachte sich der Polizist durch ein falsches Vorgehen selbst in diese Lage.

Das Kantonsgericht stuft das pflichtwidrige Verhalten des Polizisten als gravierend ein. Das Verschulden, das zu dem Irrtum geführt habe, wiege dermassen schwer, dass die Freiheitsstrafe auf das für einen bedingten Vollzug noch zulässige Maximum zu erhöhen sei. (sda)

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