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Rückblick Zentralschweiz: Pfarrer verspielt seinen Posten

Spielschulden von gut 2 Millionen Franken hat Pfarrer Werner Fleischmann angehäuft. Nun lebt er in einem Kloster.
Beatrice Vogel

«Die vergangenen Monate waren schmerzhaft für mich, aber besonders für jene, denen ich Unrecht getan habe. Leider waren das viele von Ihnen, die durch meine Lügerei ausgenutzt wurden – das tut mir unendlich leid.» Diese Worte stammen aus dem Abschiedsbrief von Werner Fleischmann an die Kirchgemeinde Küssnacht. Es ist ein emotionaler Abschied des 47-jährigen katholischen Geistlichen, der über 20 Jahre Pfarrer in Küssnacht am Rigi war.

Den Posten, den er mit Leidenschaft ausübte, hat er buchstäblich verspielt: Im Juni wurde bekannt, dass Werner Fleischmann schwer spielsüchtig ist. Seitens des Bistums Chur wurde ihm die Demission nahegelegt. Jahrelang hatte Fleischmann seine Sucht unter anderem mit Geldern finanziert, die er im Dorf erbettelt hatte. Man geht von 2,16 Millionen Franken Schulden und 65 Gläubigern aus. Die Schulden wird Fleischmann wohl nie zurückzahlen können.

Küssnachter standen hinter ihrem Pfarrer

Trotzdem standen viele Küssnachter hinter ihrem Pfarrer. Im Internet wurde eine Petition für Werner Fleischmann gestartet. «Wir finden es schade, dass unser Pfarrer aufgrund eines Fehlers, den er begangen hatte, auf diese Art entlassen wurde», sagte eine Mitinitiantin gegenüber unserer Zeitung. Pfarrer Fleischmann habe sich in über 20 Jahren enorm eingebracht, insbesondere auch in Blauring und Jungwacht. «Er war mehr als integriert in unserer Gemeinschaft.»

Auch ein Crowdfunding für die geschädigten Gläubiger wurde gestartet. Dabei kamen 16341 Franken von 63 Unterstützern zusammen. Der Betrag wurde jedoch noch nicht verteilt, da sämtliche Gläubiger damit einverstanden sein müssen. Dies muss zuerst geklärt werden.

Strafverfahren wegen Betrugs

Das Bistum Chur hat eine Anzeige gegen Fleischmann eingereicht, weil mutmasslich auch Pfarreigelder betroffen sind. Es besteht Verdacht, dass Spendengelder nicht korrekt verbucht wurden. Gegen den ehemaligen Pfarrer laufen Strafverfahren der Staatsanwaltschaften Schwyz und Luzern. Im Zentrum der ­Ermittlungen stehen Betrug und Urkundenfälschung.

Nach einer stationären Therapie hat sich Fleischmann in ein Kloster zurückgezogen. Es ist ungewiss, wie es für ihn angesichts der Erkrankung und der Strafanzeigen weitergeht.

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