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Rückblick Zentralschweiz: Zuger Regierung wird rein bürgerlich

Zum ersten Mal seit über 90 Jahren sitzt in der Zuger Regierung keine linke Vertretung mehr. Gewonnen wurde die Regierungsratswahl von der CVP.
Harry Ziegler
Die frisch gewählte Zuger Regierung (von links): Martin Pfister (CVP), Florian Weber (FDP), Silvia Thalmann (CVP), Andreas Hostettler (FDP) und Stephan Schleiss (SVP). Es fehlen Heinz Tännler (SVP) und Beat Villiger (CVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. Oktober 2018))

Die frisch gewählte Zuger Regierung (von links): Martin Pfister (CVP), Florian Weber (FDP), Silvia Thalmann (CVP), Andreas Hostettler (FDP) und Stephan Schleiss (SVP). Es fehlen Heinz Tännler (SVP) und Beat Villiger (CVP). (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 7. Oktober 2018))

Der 7. Oktober 2018 werden SP und Alternative – die Grünen (ALG) im Kanton Zug als bitterer Tag in Erinnerung bleiben. Weder die SP-Kandidatin Barbara Gysel noch ALG-Kandidat Andreas Hürlimann haben es geschafft, den Sitz der zurücktretenden Frau Landammann Manuela Weichelt-Picard (ALG) zu verteidigen. Diesen holte sich die CVP.

Die Mittepartei ist denn auch die Gewinnerin der Zuger Re­gierungsratswahlen. Sie brachte neben ihren bisherigen Regierungsräten, Gesundheitsdirektor Martin Pfister (55) und – trotz Vorwahlturbulenzen – Sicherheitsdirektor Beat Villiger (61), neu Silvia Thalmann (57) in die Regierung. Der FDP gelang es, ihre zurücktretenden Magistraten Urs Hürlimann und Matthias Michel mit den beiden Kantonsräten Andreas Hostettler (50) und Florian Weber (37) zu ersetzen. Die SVP trat mit den beiden Bisherigen, Heinz Tännler (58) und Stephan Schleiss (46), an, die beide problemlos wiedergewählt wurden.

Mittlerweile hat der Regierungsrat die Direktionen für die neue Legislatur besetzt. Die neu Gewählten übernehmen die Direktionen der zurücktretenden Regierungsräte. Der Zuger Regierungsrat setzt sich also folgendermassen zusammen: Stephan Schleiss (SVP, bisher) führt die Bildungsdirektion, Heinz Tännler (SVP, bisher) die Finanzdirektion. Silvia Thalmann (CVP, neu) übernimmt von Matthias Michel (FDP) die Volkswirtschaftsdirektion, Beat Villiger (CVP, bisher) und Martin Pfister (CVP, bisher) bleiben in der Sicherheits- respektive Gesundheitsdirektion. Andreas Hostettler (FDP, neu) übernimmt von Manuela Wei­chelt-Picard (ALG) die Direktion des Innern und Florian Weber (FDP, neu) von seinem Parteikollegen Urs Hürlimann die Bau­direktion.

Ein Frontalangriff auf die Linke

Dass die CVP mit drei Kandidaten angetreten ist, konnte entweder als Frontalangriff auf die FDP oder auf die Linke verstanden werden. Nun scheint klar, dass es einer auf die Linke war. Zwar haben diese in dieser Wahl ein besseres Resultat geliefert als noch vor vier Jahren. «Doch was hat es genützt?», fragte SP-Kandidatin Barbara Gysel nach Bekanntwerden der Resultate. «Am Ende des Tages zählt nur, dass wir die Sitze nicht geholt haben.» Zum ersten Mal seit 1923 ist in der Zuger Regierung keine linke Stimme mehr vertreten.

Ganz unschuldig sind SP und ALG an ihrer Wahlniederlage allerdings nicht. Die beiden Kandidaturen haben sich gegenseitig Stimmen gekostet. Wäre beispielsweise nur Barbara Gysel angetreten, so wären wohl bürgerliche Stimmen für sie als Frau zu holen gewesen. Stattdessen standen Gysel und Hürlimann auf den Wahlzetteln der Linken, auf jenen der Bürgerlichen haben sich die Stimmen für beide aber geteilt.

Kantonsrat: Linke legt marginal zu

Der Niederlage bei der Regierungsratswahl steht bei der SP der Gewinn zweier Sitze im Kantonsrat gegenüber. Auch die ALG holt einen weiteren Sitz. Verloren wurden die Sitze von CVP, FDP und SVP. Für SP und ALG ein schwacher Trost. Sie bleiben im neu gewählten Kantonsrat (80 Sitze) mit 9 (SP) respektive 11 (ALG) Sitzen weiterhin eine Minderheit. Stärkste Fraktion bleibt mit 21 Sitzen die CVP, gefolgt von der SVP mit 18 und der FDP mit 17 Sitzen.

Ihr angepeiltes Ziel, Fraktionsstärke zu erreichen, verfehlte die GLP. Sie bleibt bei 4 Sitzen. Das prominenteste Opfer der Kantonsratswahl ist wohl alt Kantonsratspräsident Moritz Schmid (SVP, Walchwil). Der seit 1999 amtierende Kantonsrat fiel bei der Wahl sogar hinter den Walchwiler SP-Kandidaten zurück. Abgewählt wurden unter anderem auch die Kantonsräte Jürg Messmer (SVP, Zug), Andreas Etter (CVP, Menzingen) und Beat Sieber (SVP, Cham).

Zuger Stadtparlament: Nur die GLP legt zu

Im Grossen Gemeinderat (GGR) der Stadt Zug – dem Stadtparlament – gewinnt nur die GLP einen zusätzlichen Sitz. Diesen auf Kosten der CVP. Die Überraschung hier: Der amtierende CVP-Fraktionschef Martin Eisenring wird abgewählt. Stärkste Fraktion im GGR ist die FDP mit 10 Sitzen, gefolgt von der SVP mit 8, der ALG/CSP/Fraktionslose mit 7, der CVP und der SP mit je 6 und der GLP mit 3 Sitzen.

Die SVP hat ein Problem in den Exekutiven

Einen schweren Stand hatte einmal mehr die SVP bei Wahlen in die gemeindlichen Exekutiven. So mussten in mehreren Gemeinden Ab- oder Nichtwahlen hingenommen werden. Abgewählt wurden SVP-Gemeinderäte in Menzingen und Oberägeri. In Baar konnte ein SVP-Sitz nicht gehalten werden, die beiden SVP-Kandidaten dort wurden nicht gewählt. Auch in Hünenberg und Steinhausen schaffte die SVP den Sprung in die Exekutive nicht.

Polarisierende Parteien haben es nicht leicht, in Exekutiven einzuziehen, das ist nicht neu. Es ist aber durchaus möglich, dass sich die SVP verzettelt hat. Immer dort, wo sie mit zwei Kandidaten antrat, wurde es eng für diese. Manchmal zu eng.

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